Im August 2001 feierten Kronprinz Haakon und die Bürgerliche Mette-Marit Tjessem Høiby eine Märchenhochzeit. Ihre Kinder haben die beiden noch stärker zusammengeschweißt.
Der norwegische Kronprinz Haakon (2.v.r.), Kronprinzessin Mette-Marit (r), Prinz Sverre Magnus (2.v.l), Prinzessin Ingrid Alexandra (l) und die Hunde Milly Kakao (l) und Muffins Krakebolle in den Sommerferien im vergangenen Jahr.
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Es war DIE Hochzeit des Jahres 2001 - und das Happy End für ein Paar, das lange für seine Liebe gekämpft hatte: Mette-Marit Tjessem Høiby und Norwegens Kronprinz Haakon - Osloer Partygirl trifft wohlerzogenen jungen Mann aus der ersten, der königlichen Familie des Landes.
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Was in Oslo schon von allen Dächern gepfiffen wird, macht Haakon im Jahr 2000 offiziell: Zur besten Sendezeit gesteht der Prinz, dass er die alleinerziehende Mutter und Kellnerin Mette-Marit liebt. Doch nicht Mette-Marits bürgerliche Herkunft oder ihr drei Jahre alter Sohn Marius sind es, die die Norweger skeptisch machen, ...
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... sondern die wilde Party-Vergangenheit der Blondine. Mette-Marit ist wegen Drogendelikten polizeibekannt, es gibt kompromittierende Fotos von ausgelassenen Gelagen mit der Partyprinzessin.
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Die wilde Ehe der beiden in einer Osloer Stadtwohnung währt nur kurz, im Dezember 2000 verkündet der Hof die Verlobung.
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Man munkelte, König Harald (rechts neben Mette-Marit) habe sich nur zähneknirschend in die unstandesgemäße Liaison gefügt. Königin Sonja (zweite von links), selbst eine Bürgerliche, nimmt Mette-Marit unter ihre Fittiche. Die Königin kennt das Gefühl, nicht erste Wahl der Schwiegereltern zu sein: Sie selbst musste jahrelang warten, bis die Königsfamilie ihrer Ehe mit Harald zustimmte.
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Bevor für das Paar die Hochzeitsglocken läuten, steht Mette-Marit noch der Büßergang bevor: Unter Tränen muss die Kronprinzessin in spe auf einer Pressekonferenz ihre Jugendsünden gestehen und Abbitte leisten.
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Der Plan dahinter geht auf: Der schönen jungen Frau fliegen die Herzen nur so zu. Und auch die schlechten Umfragewerte der Monarchie berappeln sich. Plötzlich freuen sich die Norweger auf die Hochzeit, der sie zunächst so kritisch gegenüber gestanden waren.
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Am Hochzeitstag sind alle Vorbehalte vergessen: Die Norweger jubeln dem glücklichen Paar zu - und ihrem kleinen Prinzen ehrenhalber, dem drei Jahre alten Marius, den Mette-Marit in die Ehe bringt.
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Beim Hochzeitsbankett macht Haakon seiner Frau eine Liebeserklärung, die den meisten Gästen Tränen der Rührung in die Augen treibt.
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Doch Mette-Marit und Haakon finden keine Ruhe: Nur wenige Wochen nach ihrer Hochzeit holt die Kronprinzessin erneut ihre Vergangenheit ein. Eine nicht autorisierte Biographie fördert neue Skandale zu Tage. Vor dem Boulevard flüchten Haakon und Mette-Marit 2002 für ein Jahr nach London: Während Haakon sein MBA macht, studiert seine Frau Politikwissenschaften.
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Zurück in Norwegen macht sich das Paar an die Familienplanung: Im Januar 2004 kommt Thronfolgerin Ingrid Alexandra zur Welt. Die kleine Prinzessin beweist schon bei ihrem ersten Auftritt gute Nerven und lässt sich auch von den Fotografen nicht stören.
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Was die kleine Thronfolgerin nicht weiß: Sie wird einst die erste Frau überhaupt auf dem norwegischen Thron sein.
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Eine strahlende Mette-Marit straft bei Ingrids Taufe alle Gerüchte des Boulevards Lügen, sie sei wahlweise mager- oder shoppingsüchtig und darüber hinaus kreuzunglücklich mit ihrer Rolle als Kronprinzessin.
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Das Kronprinzenpaar zeigt, dass das Modell Patchworkfamilie funktionieren kann. Völlig selbstverständlich ist Marius bei allen offiziellen Fototerminen und Anlässen der Königsfamilie dabei.
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Mette-Marit und Haakon versuchen, ihre Kinder so normal wie möglich zu erziehen. Nicht immer fällt das leicht, schließlich ist vor allem die Kronprinzessin, wo sie steht und geht, von Fotografen umzingelt.
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Und ganz nebenbei mausert sich Mette-Marit auch zur Stilikone. Die kühle Blonde aus dem hohen Norden entwickelt über die Jahre ihren eigenen Stil. Zu Anfang betont seriös und fast bieder, ...
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... wird die Kronprinzessin immer mutiger und verhilft den Designern ihrer Heimat zu weltweiter Publicity.
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Eng befreundet sind Mette-Marit und Haakon auch mit den anderen royalen „Power Couples“: Máxima und Willem-Alexander der Niederlande, Victoria und Daniel von Schweden, Mary und Frederik von Dänemark.
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2005 bekommt die königliche Familie Zuwachs: Im Dezember erblickt Prinz Sverre Magnus von Norwegen das Licht der Welt.
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Mit Sverre Magnus ist die königliche Patchworkfamilie komplett. Bei den Norwegern kommt es gut an, dass Kronprinz Haakon Mette-Marits Sohn Marius aus einer früheren Beziehung wie seinen eigenen Nachwuchs aufzieht.
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Die unkomplizierte Kronprinzessin mischt sich gern unters Volk und wirkt wie die nette Nachbarin von nebenan.
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Ihreschwerste Stunde als Kronprinzenpaar erleben Mette-Marit und Haakon im Juli 2011, als bei dem Massaker von Utøya und Oslo 77 Menschen ihr Leben lassen. Der Schrecken steht Mette-Marit bei der Trauerfeier um die Toten ins Gesicht geschrieben. Unter den Opfern war auch ihr Stiefbruder, der 51 Jahre alte Polizist Trond Berntsen.
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Freude und Leid liegen in diesen Tagen im norwegischen Königshaus eng beieinander: Nur wenige Wochen nach den tragischen Ereignissen wird die kleine Ingrid Alexandra eingeschult und am 25. August 2011 feiern Mette-Marit und Haakon ihren zehnten Hochzeitstag.
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Die Norweger lieben ihre Kronprinzenfamilie, die so unprätentiös und nahbar daherkommt.
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Vor allem Mette-Marit ist ein Garant für die Beliebtheit der Königsfamilie.
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Und auch nach Jahren scheint die Liebe zwischen Haakon und Mette-Marit noch intakt zu sein.
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2018 erhält Mette-Marit eine niederschmetternde Diagnose: Sie hat eine Lungenfibriose, eine unheilbare Krankheit, bei der die Lunge durch eine chronische Entzündung des Bindegewebes angegriffen wird.
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Mette-Marit geht in die Offensive und verkündet die Diagnose selbst in einem Fernsehinterview. Sie erklärt den Norwegern auch, dass sie zukünftig gelegentlich etwas kürzer treten müsse, nicht jeden öffentlichen Termin wahrnehmen könne.
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Ein persönlicher Schicksalsschlag trifft die norwegische Königsfamilie im Jahr 2019: Ari Behn, der Ex-Mann von Haakons Schwester Märtha Louise, nimmt sich das Leben.
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Auch weil Mette-Marit ihre Gesundheit schonen muss, tritt in den vergangenen Jahren ihre Tochter verstärkt ins Rampenlicht: Prinzessin Ingrid Alexandra, die bald 18 wird, wächst immer mehr in ihre Rolle als künftige Thronfolgerin hinein.
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Wann Kronprinz Haakon seinem Vater auf den Thron folgen wird, ist noch nicht ausgemacht. König Harald ist aber gesundheitlich angeschlagen und lässt sich bei immer mehr Aufgaben von seinem Sohn unterstützen.
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Oslo - Für einen kühlen Skandinavier war diese Liebeserklärung das Höchste der Gefühle. „Liebe Mette-Marit, in deiner Seele lodert es“, sagte Kronprinz Haakon zu seiner zu Tränen gerührten Braut im weißen Hochzeitskleid, die an diesem Tag von der Bürgerlichen zur Kronprinzessin wurde.
Empfindsam sei sie, mutig, manchmal auch „ein bisschen unsicher“, temperamentvoll und noch so einiges mehr, wie der Thronfolger liebevoll aufzählte. „Du hast viel Humor und ein warmes, großes Herz. Mit anderen Worten bist du ein ganz fantastisch komplexer Mensch.“ Er sei stolz, sich als ihr Lebenspartner bezeichnen zu dürfen. „Mette-Marit, ich liebe dich!“
Millionen Hochzeitszuschauer vor dem TV
20 Jahre ist dieses rührende Liebesbekenntnis her, dem am 25. August 2001 rund 400 Hochzeitsgäste im Ballsaal des Osloer Schlosses sowie Millionen Zuschauer vor den Fernsehern gelauscht hatten. Norwegen hat damals ein Kronprinzenpaar bekommen, das offener und bürgernäher war als frühere Generationen. Die Königsfamilie ist auch dank Mette-Marit seitdem immer beliebter geworden – und hat den Norwegerinnen und Norwegern bewiesen, dass sie in den schwersten Stunden auf ihren Hof zählen können.
Mette-Marit Tjessem Høiby wurde an diesem Sommertag trotz einer umstrittenen Vergangenheit mit wilden Partys und Drogen wärmstens in der Königsfamilie willkommen geheißen. „Ich habe häufig über dich gelesen, dass du das gewöhnliche Mädchen bist, das heute zu Norwegens Kronprinzessin wird. Das stimmt nicht mit meinem Eindruck überein“, sagte Haakons Vater König Harald V. vor der schmunzelnden Hochzeitsgesellschaft.
Sie bringt einen unehelichen Sohn mit in die Ehe
„Du bist kein gewöhnliches Mädchen. Du bist ein außergewöhnliches Mädchen. Du bist außergewöhnlich offen und ehrlich, außergewöhnlich engagiert, hast eine außergewöhnliche Willensstärke. Du bist außergewöhnlich mutig.“
Außergewöhnlich auch, wie offen Mette-Marit mit ihrer Vergangenheit umging. „Du schlägst jetzt ein ganz neues Kapitel in deinem Leben auf, dessen Seiten völlig blank sind“, sagte Bischof Gunnar Stalsett dazu während der Trauung im Osloer Dom. Mit Blick auf ihren damals vierjährigen unehelichen Sohn Marius meinte der Bischof: „Du hast anderen alleinstehenden Müttern einen Weg gezeigt.“
Das Paar lernt sich auf einem Festival kennen
Außergewöhnlich gut war all das auch, um das Image der norwegischen Monarchie auf Vordermann zu bringen. Haakon und Mette-Marit, die sich nur zwei Jahre zuvor auf einem Festival kennengelernt hatten, bildeten zu diesem Zeitpunkt das beliebteste Paar unter den Königskindern Europas. Auch in Deutschland war man aus dem Häuschen.
„Wahre Liebe überwindet alle Grenzen. Wahre Liebe verzeiht alles. Norwegens Haakon und seine Mette-Marit haben es bewiesen, haben uns begeistert“, jubelte etwa der Kölner „Express“. „Die skandalerschütterten Adelshäuser in England oder Monaco schauen jetzt neidisch nach Oslo.“
Mette-Marits Stiefbruder stirbt bei einem Massaker
Kurz nach der Märchenhochzeit weilte das Prinzenpaar in den Flitterwochen in Amerika, als islamistische Terroristen am 11. September 2001 in den USA Anschläge mit fast 3000 Todesopfern verübten. Das frisch vermählte Paar, damals jeweils gerade 28 Jahre alt, war wenige Tage zuvor in New York gelandet und auch in Manhattan gesichtet worden.
Zehn Jahre später erreichte der Terror Norwegen. Am 22. Juli 2011 zündete der Rechtsextremist Anders Behring Breivik zunächst im Osloer Regierungsviertel eine Bombe, ehe er auf der Insel Utøya beim Sommerlager der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei ein Massaker anrichtete. 77 Menschen kamen an diesem Tag ums Leben, darunter auch Mette-Marits Stiefbruder.
Prinzessin Ingrid Alexandra bringt frischen Wind
Norwegen suchte im Anschluss Halt – und fand ihn bei seinen Royals. Harald und Haakon zeigten der Bevölkerung gemeinsam mit dem damaligen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg den Weg auf, um Breiviks Hass nicht mit Rachsucht, sondern mit Liebe und Zusammenhalt zu begegnen.
Vor einem Monat besuchten Haakon und Mette-Marit anlässlich des zehnten Jahrestags der Anschläge Utøya. In ihrer Mitte saß dabei noch jemand anderes: Prinzessin Ingrid Alexandra. Ein gutes halbes Jahr vor ihrem 18. Geburtstag wächst die Nummer zwei der norwegischen Thronfolge in die Aufgaben einer Königshausvertreterin hinein. Mit ihrem Interesse für den Umweltschutz und ihrer Leidenschaft für den Sport – vom Skifahren über Kickboxen bis zum Surfen – verleiht sie dem Hof frischen Wind.
Chronische Lungenkrankheit bei Mette-Marit
Mit Ingrid Alexandra und ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder Sverre Magnus wachsen zwei Königsenkel heran, um die sich die Norweger offenbar keine Sorgen machen müssen. Das täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass das Kronprinzenpaar auch harte Zeiten durchmachen musste.
Dazu zählte auch die Diagnose, die Mette-Marit im Herbst 2018 erhielt: Sie habe eine Lungenfibrose, gab sie selbst in den norwegischen Abendnachrichten bekannt. Dabei handelt es sich um eine nicht heilbare Erkrankung, bei der die Lunge durch eine chronische Entzündung des Bindegewebes angegriffen wird.
Stark und verletzlich zugleich
Seitdem macht man sich in Norwegen regelmäßig Sorgen um Mette-Marit, wenn sie den einen oder anderen Termin gesundheitsbedingt ausfallen lassen muss. Dass sie gelegentlich etwas kürzertreten muss, hatte die Kronprinzessin aber bereits nach der Diagnose angekündigt. Und Haakon versicherte damals: „Wir haben gute Tage vor uns.“
Und diese guten Tage haben sie auch, wie sie jüngst in einem Podcast des Senders NRK beschrieben. Darin zeigte sich Mette-Marit stark und verletzlich zugleich: „In der Zeit meiner Krankheit ist es für mich wichtiger denn je gewesen, einfach nur Mette zu sein“, sagte sie. „Und dass das in Ordnung ist. Dass ich mich nicht als Kronprinzessin definieren muss, sondern das Recht habe, zuallererst Mette zu sein.“