Prinzessin Astrid: So trauert sie um ihren kleinen Bruder

1939: Märtha von Norwegen spielt mit ihren drei Kindern Ragnhild, Harald und Astrid - damals im Exil in den USA. Die Kinder sind auf dem Bild neun, drei und sieben Jahre alt.
IMAGO/TTTagelang war Prinzessin Astrid bei den öffentlich sichtbaren Trauerfeierlichkeiten für König Harald V. nicht zu sehen gewesen. Ihre Abwesenheit hatte in Norwegen Fragen aufgeworfen – schließlich stand die ältere Schwester des verstorbenen Monarchen Harald ihr Leben lang besonders nahe.
Am Donnerstag hat das norwegische Königshaus nun erstmals Bilder von Astrids Abschied veröffentlicht. Der Instagram-Beitrag trägt lediglich die Worte „Prinsesse Astrid“ und ein rotes Herz.
Die Aufnahmen zeigen einen sehr persönlichen Moment: Astrid sitzt im Rollstuhl unmittelbar vor dem mit der Königsflagge bedeckten Sarg in der Schlosskapelle. Vor ihr liegen Kränze, auf dem Sarg befinden sich die Königskrone und das Reichsschwert.
Stiller Abschied am Sarg ihres Bruders
Besonders eindrücklich ist eine weitere Aufnahme. Darauf sitzt die Frau mit dem Rücken zur Kamera an einem Fenster des Königlichen Schlosses. Draußen sind zahlreiche Menschen und die vielen Blumen zu sehen, die nach Haralds Tod vor dem Schloss niedergelegt wurden.
Ein weiteres Foto zeigt denselben Blick aus größerer Nähe: Vor dem Schloss haben sich Menschen versammelt, weite Flächen sind mit Blumen bedeckt.
Viele Worte benötigt das Königshaus für diese Bilder nicht. Gerade dadurch wirken sie wie ein sehr privater Einblick in Astrids Trauer um ihren kleinen Bruder.
Harald war das jüngste der drei Kinder von Kronprinz Olav und Kronprinzessin Märtha. Seine Schwester Astrid wurde 1932 geboren und ist sechs Jahre älter als er. Die älteste Schwester Ragnhild starb bereits 2012.
Astrid hatte Harald noch im Krankenhaus besucht
Dass Astrid nun am Sarg ihres Bruders Abschied nehmen konnte, dürfte für die Familie von besonderer Bedeutung sein. Norwegischen Medienberichten zufolge hatte die Prinzessin Harald bereits kurz vor seinem Tod im Krankenhaus besucht. Zu diesem Zeitpunkt galt sein Zustand als sehr ernst.
In den ersten Tagen nach Haralds Tod blieb sie bei den öffentlich übertragenen Zeremonien jedoch zunächst im Hintergrund. So war sie weder bei den bekannten Aufnahmen der Überführung des Sarges in die Schlosskapelle noch bei anderen öffentlichen Trauermomenten zu sehen.

Prinzessin Astrid im Jahr 2026.
Ola Vatn, Det kongelige hoffDas hatte auch deshalb Aufmerksamkeit erregt, weil Astrid selbst gesundheitlich schwierige Monate hinter sich hat. Im Frühjahr musste sie zunächst wegen einer Lungenentzündung ins Rikshospitalet eingeliefert werden. Im Mai kam sie wegen Herzversagens erneut ins Krankenhaus. Über ihren aktuellen Gesundheitszustand hat das Königshaus zuletzt keine detaillierten Angaben gemacht.
Auf den nun veröffentlichten Bildern ist sie im Rollstuhl zu sehen. Ob dies auch der Grund dafür war, dass Astrid bei den bisherigen öffentlichen Trauerzeremonien nicht in Erscheinung trat, ist nicht bekannt.
Jahrzehntelang an Haralds Seite
Prinzessin Astrid nahm über Jahrzehnte eine wichtige Rolle innerhalb der norwegischen Königsfamilie ein. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter Kronprinzessin Märtha im Jahr 1954 übernahm sie im Alter von nur 22 Jahren repräsentative Aufgaben als First Lady Norwegens und begleitete ihren Vater, den späteren König Olav V., bei zahlreichen Terminen.
Später unterstützte sie auch ihren Bruder Harald und dessen Familie immer wieder bei offiziellen Aufgaben.
Nun zeigen die neuen Bilder die 94-Jährige in einer ganz anderen Rolle: nicht als Repräsentantin des Königshauses, sondern als Schwester, die von ihrem kleinen Bruder Abschied nimmt.

