Terrorgefahr: Reisewarnung: Deutschland für USA auf gleichem Level wie Marokko

Kundgebung der iranischen Opposition am Brandenburger Tor.
IMAGO/Alon DavidReisewarnungen sorgen regelmäßig für Schlagzeilen – besonders wenn sie aus den USA kommen und das eigene Land betreffen. Doch was steckt wirklich dahinter, wenn das US-Außenministerium neuerdings vor Reisen nach Deutschland warnt? Das US-Außenministerium führt für Deutschland die Reise-Sicherheitsstufe Level 2 („Exercise Increased Caution“) – also erhöhte Vorsicht. In den Medien wird dies häufig als „Reisewarnung“ zusammengefasst, im US-System unterscheidet man jedoch sehr genau:
- Level 1: Normale Vorsichtsmaßnahmen
- Level 2: Erhöhte Vorsicht walten lassen
- Level 3: Reise überdenken
- Level 4: Nicht reisen (eigentliche formelle Warnung)
Deutschland befindet sich auf Stufe 2. Damit steht die Bundesrepublik in einer Reihe mit anderen westeuropäischen Ländern wie Frankreich, Großbritannien, Spanien oder Italien. Level 1 sind zum Beispiel Österreich, die Schweiz und Norwegen, aber auch Polen, Tschechien, Ungarn oder Portugal. Auf Level 3 stehen Ländern wie Peru, Kolumbien, Saudi-Arabien oder Ägypten (teilweise mit regionalen Differenzierungen). Die US-Regierung begründet ihre Einstufung für Deutschland mit verschiedenen Faktoren.
Abstrakte Terrorgefahr und US-Reisewarnung
Die US-Behörden weisen darauf hin, dass in ganz Europa eine anhaltende Gefahr durch extremistische Einzeltäter oder Gruppen bestehe. Als potenzielle Risikoorte werden bestimmte öffentlich zugängliche Plätze genannt:
- Weihnachtsmärkte, Feste und Großveranstaltungen
- Öffentliche Verkehrsmittel und Bahnhöfe
- Einkaufszentren, Sehenswürdigkeiten und religiöse Einrichtungen
Demonstrationen und Kundgebungen
In deutschen Großstädten kommt es regelmäßig zu politischen Demonstrationen. Die US-Behörden raten ihren Bürgern, größere Menschenansammlungen grundsätzlich zu meiden, da ihrer Auffassung nach auch friedliche Proteste unerwartet dynamisch verlaufen können.
Reisewarnung wegen Kleinkriminalität an Hotspots
Neben abstrakten Sicherheitsrisiken spielen auch alltägliche Gefahren eine Rolle: US-Reisende werden vor Taschendiebstahl an stark frequentierten Bahnhöfen, Flughäfen und Touristenattraktionen gewarnt.
Für US-Bürger – und auch für den Tourismus in Deutschland – bedeutet Level 2 kein Reiseverbot. Es dient als Hinweis an Reisende, an belebten Orten aufmerksam zu bleiben, lokale Medien im Blick zu behalten und Anweisungen der örtlichen Sicherheitskräfte zu befolgen. Viele Orte in den USA dürften indes deutlich unsicherer sein als Deutschland. In Großstädten gibt es dort auch No-Go-Areas für Touristen.


