So viel mehr müssen Versicherte bald bezahlen
: Zuzahlung für Medikamente wird erhöht

Gesetzlich Versicherte sollen ab dem 1. Januar 2027 mehr für verschreibungspflichtige Medikamente zuzahlen.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Medikamente liegen einzeln auf einem Tisch: ARCHIV - Gefahr durch Medikamentenfälschungen: In vielen Ländern besteht ein erhöhtes Risiko, an gefälschte oder minderwertige Medikamente zu geraten. (zu dpa: «Medikamente im Urlaub: So schützen Sie sich vor Fälschungen») Foto: Hannes P Albert/dpa/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Kassenpatienten müssen für Medikamente bald eine höhere Zuzahlung leisten.

Hannes P Albert/dpa-tmn/dpa

Der prozentuale Eigenanteil bleibt zwar grundsätzlich bei zehn Prozent. Die Mindest- und Höchstbeträge steigen jedoch deutlich.

Mindestens 7,50 Euro pro Medikament

Bislang liegt die Zuzahlung bei zehn Prozent des Medikamentenpreises, mindestens aber bei fünf Euro und höchstens bei zehn Euro.

Künftig sollen Versicherte mindestens 7,50 Euro und höchstens 15 Euro bezahlen. Damit steigen sowohl der Mindest- als auch der Höchstbetrag um 50 Prozent.

So wirken sich die neuen Grenzen aus

Bei günstigeren Medikamenten greift häufig die neue Mindestzuzahlung. Kostet ein Arzneimittel beispielsweise 20 Euro, werden künftig 7,50 Euro statt bisher fünf Euro fällig.

Bei teuren Medikamenten steigt die maximale Zuzahlung. Kostet ein Arzneimittel 200 Euro, müssen Versicherte künftig 15 statt zehn Euro bezahlen.

Nicht jedes Medikament wird teurer

Die Zuzahlung erhöht sich nicht automatisch bei jedem Arzneimittel. Kostet ein Medikament beispielsweise 100 Euro, entsprechen zehn Prozent weiterhin zehn Euro. In diesem Fall bleibt der Eigenanteil unverändert.

Entscheidend ist, ob die zehn Prozent des Medikamentenpreises unter dem neuen Mindestbetrag oder über dem neuen Höchstbetrag liegen.

Befreiungen bleiben wichtig

Von den höheren Zuzahlungen wären vor allem Versicherte betroffen, die regelmäßig Medikamente benötigen. Für chronisch Kranke und Menschen mit niedrigem Einkommen bleiben daher die gesetzlichen Belastungsgrenzen und mögliche Zuzahlungsbefreiungen besonders relevant.

Die höheren Beträge sollen ab dem 1. Januar 2027 gelten.

Auch Krankenhausaufenthalt wird teurer

Auch Krankenhausaufenthalte werden teurer. Statt zehn Euro sollen Patienten künftig 15 Euro pro Tag bezahlen. Bei einem Aufenthalt von zehn Tagen steigt die Belastung damit von 100 auf 150 Euro. Für Heilmittel und häusliche Krankenpflege erhöht sich der zusätzliche Betrag je Verordnung ebenfalls: von bislang zehn auf künftig 15 Euro.