Wenn's auf der Autobahn pressiert
: Deutschlands Rastplätze fallen durch – wegen Ekel-Toiletten

Wer auf der Fahrt in den Urlaub eine Toilette braucht, hat oft Unerfreuliches vor sich. Fast jeder zweite unbewirtschaftete Rastplatz fällt bei einer aktuellen Stichprobe des ADAC durch.
Von
Markus Brauer
München
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Fäkalien und Müll liegen hinter einem Toilettenhaus auf einem Autobahn-Rastplatz an der A3 bei Neu-Isenburg in Hessen.

Hochgradig unappetitlich: Fäkalien und Müll liegen hinter einem Toilettenhaus auf einem Autobahn-Rastplatz an der A3 bei Neu-Isenburg in Hessen.

Hannes P. Albert/dpa
  • ADAC testet 50 unbewirtschaftete Autobahn-Rastplätze – fast die Hälfte fällt durch.
  • Toiletten sind Hauptproblem: oft gesperrt, ohne Papier, ohne Seife, unsauber.
  • Gegenüber dem Test „im Jahr 2022“ verschlechterten sich zwei Drittel der Anlagen.
  • Verkehr und Parken schneiden gut ab, doch Außenanlagen bieten wenig Aufenthaltsqualität.
  • Mangelndes Sicherheitsgefühl: schwache Beleuchtung, schlechte Einsehbarkeit, Vandalismus.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Stilles Örtchen, Lokus, Pott: Für Toiletten finden sich in der deutschen Sprache zahlreiche Begriffe und Synonyme. Das eigene „Water closet“ – kurz WC – ist für die meisten Menschen in Deutschland selbstverständlich. Und auch im öffentlichen Leben gibt es sie natürlich, wenn auch wenig beliebt. Doch wer muss, kommt an öffentlichen WCs nicht vorbei. Allem Ekel zum Trotz.

Der ADAC kritisiert den schlechten Zustand vieler Rastplätze an deutschen Autobahnen. Bei einer aktuellen Stichprobe vergab der Verkehrsclub bei fast der Hälfte (46 Prozent) der 50 getesteten Anlagen die Note mangelhaft oder sehr mangelhaft, wie der ADAC mitteilt. Gut war nicht einmal jeder fünfte (18 Prozent), sehr gut kein einziger Rastplatz. Getestet wurden ausschließlich unbewirtschaftete Rastplätze, keine bewirtschafteten Raststätten oder Autobahn-Tankstellen.

Zwei Drittel der Anlagen mangelhaft

Vor allem die Toilettenanlagen zogen die Bewertung nach unten. Hier gab es in fast zwei Drittel der Fälle ein mangelhaft oder sehr mangelhaft. Teilweise waren laut ADAC die Toiletten gesperrt oder kein Toilettenpapier vorhanden, oft fehlten Seifenspender, Handtrockner funktionierten nicht, und vielfach ließ die Sauberkeit zu wünschen übrig.

„Auch der bauliche Zustand und die Ausstattung der barrierefreien Toiletten entsprechen oft nicht den Erwartungen“, heißt es vom ADAC. „Damit erweisen sich die Sanitäranlagen als zentrale Schwachstelle unbewirtschafteter Rastplätze, sind aber gleichzeitig der häufigste Grund für deren Nutzung.“

Deutlich schlechter als beim letzten Test

Zudem sieht der ADAC eine klare Abwärtstendenz. Die jetzt getesteten Anlagen waren im Jahr 2022 schon einmal geprüft worden. Damals waren noch 40 Prozent gut bewertet worden. Zwei Drittel der Anlagen verschlechterten sich, nicht einmal jede zehnte konnte ihr Ergebnis verbessern.

Doch nicht überall schneiden die Anlagen schlecht ab: In der Kategorie Verkehr und Parken gibt es im Schnitt die Note gut. Die meisten Rastplätze seien verkehrssicher angelegt, es gebe aber Verbesserungsbedarf bei Stellplätzen für Autos mit Anhängern, Gespanne und Wohnmobile.

Die Außenanlagen erreichten laut ADAC ein „mittleres Niveau“. „Zwar sind die grundlegenden Einrichtungen vorhanden, es mangelt jedoch häufig an Aufenthaltsqualität“, heißt es. „Spazierwege, Bewegungs- oder Spielflächen sowie ausreichender Lärmschutz fehlen auf vielen Anlagen. Nur zwei der 50 getesteten Rastplätze verfügen über einen Spielplatz und keine der getesteten Anlagen bietet eine Frischwasserversorgung für Wohnmobile.“

Sicherheitsgefühl? Eher schwach

Eher schwach schnitten viele Rastplätze auch beim Thema persönliche Sicherheit ab. Unter anderem kritisiert der ADAC hier mangelnde Beleuchtung der Parkflächen, schlechte Einsehbarkeit der Toilettenhäuschen und teilweise fehlende Notrufeinrichtungen.

Oft sind aber auch die Nutzer an Mängeln schuld. Auf fast allen Rastplätzen (96 Prozent) fanden die Tester unterschiedliche Formen von Vandalismus. Von Graffiti über zerstörtes Inventar bis hin zu Schildern, die so mit Aufklebern zugepflastert waren, dass man sie nicht mehr lesen konnte. (mit dpa-Agenturmaterial)