Unwetter
: Hagelgewitter in Süddeutschland – wo heute Tornados drohen

Zerstörerische Kraft aus der Wolke: Welche Gefahren durch „Downbursts“ entstehen und welche Gebiete es treffen könnte.
Von
Michael Maier
Stuttgart
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Tornado-Verdacht in Thüringen: ARCHIV - 14.06.2025, Nordrhein-Westfalen, Altenbeken: Ein Windrüssel ist über Altenbeken im Kreis Paderborn zu sehen. (zu dpa: «Tornado im Ilm-Kreis?») Foto: Sebastian Hansen/Blaulichtrheinlandnrw/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Überall kleine Tornados? Diese Windhose wurde über Altenbeken im Kreis Paderborn fotografiert.

Sebastian Hansen/Blaulichtrheinlandnrw/dpa
  • Unwetter im Süden: DWD warnt vor Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen.
  • Schwerpunkte sind südliches Baden-Württemberg, Allgäu, Alpenrand und Alpenvorland.
  • 20 bis 40 l/m² möglich, lokal über 40; Hagel bis 3 cm, Böen bis 120 km/h.
  • Tornados nicht ausgeschlossen, doch Fokus liegt auf Starkregen und Downbursts.
  • Höhepunkt am Nachmittag und frühen Abend – nachts im Südosten nachlassend.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Wetterlage über Deutschland bleibt unbeständig. Während weite Teile im Norden und Osten mit wechselhaftem, aber meist ruhigem Wetter durchatmen können, braut sich nach längerer Ruhe vor allem im Süden eine brisante Unwetterlage zusammen. Der Deutsche Wetterdienst warnt für Teile von Bayern und Baden Württemberg vor kräftigem Starkregen, Hagelschlag und schweren Sturmböen. Verantwortlich für die Gewitteraktivität ist feuchtwarme sowie instabile Luft, die im Einflussbereich eines nordeuropäischen Tiefdrucksystems in den Süden strömt. Betroffen sind vor allem folgende Schwerpunkte:

  • Südliches Baden Württemberg und Allgäu: Bereits ab dem Vormittag intensivieren sich hier die Regenfälle mit wiederholt eingelagerten Schauern und Gewittern.
  • Alpenrand und Alpenvorland: Am Nachmittag und frühen Abend besteht hier das höchste Potenzial für schwere Gewitterzellen.
  • Schwäbische Alb bis Oberbayern und Oberpfalz: Im weiteren Tagesverlauf verlagert sich das Regengebiet ostwärts und erfasst weite Teile Südbayerns.
A house is destroyed, after yesterday s passage of a mini-tornado in Bullingen, pictured taken on Thursday 20 August 202: A house is destroyed, after yesterday s passage of a mini-tornado in Bullingen, pictured taken on Thursday 20 August 2026. The Belgian Eifel region got hit by whirlwind and severe thunderstorms on Wednesday evening. PUBLICATIONxNOTxINxBELxFRAxNEDxLUX JULIENxWARNAND 183826035

Zerstörtes Haus in der kleinen Ortschaft Büllingen in der belgischen Eifel.

IMAGO/JULIEN WARNAND

Unwetter bringt bis zu 3 cm Hagel

Die Hauptgefahr geht heute vom Starkregen aus. Innerhalb weniger Stunden können flächendeckend 20 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Punktuell sind bei wiederholten Schauern auch Mengen von über 40 Litern möglich, was zu lokalen Überflutungen von Kellern, Unterführungen und Straßen führen kann.

Zusätzlich bringen kräftige Gewitterzellen, insbesondere in Alpennähe, Hagelkörner mit Durchmessern von bis zu drei Zentimetern mit sich. Begleitend treten bei Gewitterdurchzug schwere Sturm oder orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h auf. Dabei besteht erhöhte Gefahr durch herabstürzende Äste und umstürzende Bäume.

Tornados und „Downbursts“ in Europa

In den vergangenen Tagen machten schwere Unwetter mit Tornados und Trichterwolken Schlagzeilen, unter anderem in Teilen von Hessen, Rheinland Pfalz, Brandenburg und Thüringen sowie im benachbarten Belgien und Österreich. Viele stellen sich nun die Frage, ob solche extremen Phänomene auch heute im Süden auftreten können.

Für die Entstehung von Tornados müssen mehrere Faktoren exakt zusammenpassen: sehr feuchte und energiegeladene Luft, eine niedrige Wolkenuntergrenze sowie eine starke Drehung des Windes mit der Höhe. Da heute vor allem entlang der Alpen und im Alpenvorland rotierende Gewitterzellen entstehen können, lässt sich ein vereinzelter Tornado meteorologisch nie gänzlich ausschließen. Dennoch liegt der Schwerpunkt der heutigen Unwetterlage eher auf Starkregen, Hagel und schweren Fallwinden, sogenannten „Downbursts“, die am Boden oft ähnliche Schäden wie ein Tornado verursachen können.

Unwetter in Hessen: 20.08.2026, Hessen, Solms: Starke Zerstörungen sind an mehreren Häusern in Solms-Oberndorf nach einem mutmaßlichen Tornado zu erkennen. Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Abgedeckte Hausdächer im hessischen Solms-Oberndorf nach einem mutmaßlichen Tornado.

Boris Roessler/dpa

Unwetter-Warnung aus NINA-App

Vom Bodensee über das Allgäu bis nach Oberschwaben verstärkt sich der Niederschlag bereits am Vormittag. Am Nachmittag und frühen Abend erreicht die Unwetterlage entlang der Alpen und im Alpenvorland ihren Höhepunkt. Die Niederschläge weiten sich dabei zügig über Oberbayern bis zum Bayerischen Wald aus. Erst im Laufe der Nacht lässt die Gewitteraktivität im Südosten allmählich nach.

Passen Sie Ihre Freizeitplanung frühzeitig an und meiden Sie Wanderungen im Gebirge sowie Aktivitäten auf offenen Gewässern. Im Garten und auf dem Balkon sollten lose Gegenstände wie Gartenmöbel oder Pflanzkübel rechtzeitig gesichert werden. Schließen Sie rechtzeitig Fenster und Dachluken. Im Straßenverkehr gilt besondere Vorsicht vor plötzlich auftretendem Aquaplaning und herabfallenden Ästen. Da Gewitterzellen kleinräumig entstehen und sich in ihrer Zugbahn kurzfristig verändern können, lohnt sich der regelmäßige Blick auf amtliche Warn Apps wie WarnWetter oder NINA.

Wechselhaftes Wochenend-Wetter

In der Nacht beruhigt sich das Wettergeschehen im Südosten spürbar. Das Wochenende startet insgesamt kühler und wechselhaft mit einzelnen Schauern in der Landesmitte, die akute Unwettergefahr im Süden ist dann jedoch gebannt.