Jetzt auch das noch
: Donald Trump: „Ich wäre der größte Kommunist der Geschichte“

Donald Trump ist der Größte - für Donald Trump! Als US-Präsident, als KI-Jesus oder als Shake-Hands-Champion. Nun hat der 80-Jährige seinem Reigen als Weltbester in allen Klassen noch eine Kategorie hinzugefügt: Kommunist. Auch als ein solcher wäre Trump Weltspitze!
Von
Markus Brauer
Washington/Ankara
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Kommunistischer Führer zu sein, ist schon was Feines: Man hat unbeschränkte Macht, regiert ein Riesenreich und lebt wie weiland der französische Sonnenkönig Ludwig XIV.. Kein Wunder, dass Donald Trump (li.) mit dem Gedanken liebäugelt, eine Machtfülle wie Chinas Präsident Xi Jinping zu haben (Archivbild).

Kommunistischer Führer zu sein, ist schon was Feines: Man hat unbeschränkte Macht, regiert ein Riesenreich und lebt wie weiland der französische Sonnenkönig Ludwig XIV.. Kein Wunder, dass Donald Trump (li.) mit dem Gedanken liebäugelt, eine Machtfülle wie Chinas Präsident Xi Jinping zu haben (Archivbild).

Imago/Xinhua
  • Trump erklärte in Ankara: „Ich wäre der größte Kommunist der Geschichte.“
  • Er stellte sich selbst an die Spitze – „ganz weit oben mit Lenin“ – und überhöhte erneut seine Rolle.
  • Zugleich warnte er vor Kommunismus in den USA und nannte ihn „eine Katastrophe“.
  • Anhänger würden Gratis-Mieten und Häuser versprechen, tatsächlich drohten „Mord und Totschlag“.
  • Hintergrund sind Erfolge linker Demokraten bei Vorwahlen; die Opposition wirft ihm Spaltung vor.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bekanntermaßen hat Donald Trump ein ausgeprägtes Ego. Es gibt fast nichts, was er nach eigenem Bekunden nicht kann: Schiffsdesigner, Händeschüttler, KirchenfürstStaatenlenker etc. etc.. Und nun auch noch . . . Kommunist. Ja, Sie haben richtig gelesen: KOMMUNIST! Und zwar nicht irgendeine kleine Karteileiche im großen roten Reich, sondern gleich . . . die Nummer ONE!

„Ich wäre der größte Kommunist der Geschichte“

Zum Abschluss des Nato-Gipfels in Ankara in der Türkei am Mittwoch (8. Juli) verblüffte Trump Journalisten mit der Aussage: „Ich wäre der größte Kommunist der Geschichte.“

Donald Trump steht - nach eigenem Bekunden - immer an erster Stelle, wenn es um etwas geht. Superlativ ist sein zweiter Vorname. Aber als Vertreter einer gesellschaftstheoretischen Utopie, die auf den Ideen sozialer Gleichheit und Freiheit aller Gesellschaftsmitglieder, auf Gemeineigentum und kollektiver Problemlösung basieren? Das klingt doch selbst für Trump etwas abstrus.

Den Marxschen Utopismus kann der 80-Jährige auch kaum gemeint haben. Eher den Realsozialismus mit seiner unbeschränkten, quasi diktatorischen Macht des Parteichefs und einem riesigen Heer an gehorsamen und Furcht schlotternden Untertanen.

Es geht dem präsidialen Narzissten mehr darum deutlich zu machen, dass alles, was er anpackt GREAT ist!

Es geht dem präsidialen Narzissten Trump mehr darum deutlich zu machen, dass alles, was er anpackt GREAT ist!

Imago/ZUMA Press Wire

Alles, was Trump anpackt, ist GREAT!

Selbstverständlich will Donald Trump nicht wirklich Kommunist werden. Es geht dem präsidialen Narzissten mehr darum deutlich zu machen, dass alles, was er anpackt GREAT ist!  Denn eigentlich sind Kommunisten für ihn ein rotes Tuch. Deshalb warnt er vor den US-Kongresswahlen im November auch ständig vor einer angeblich drohenden Machtübernahme durch die Marx-Jünger, womit er Demokraten aus dem linken Lager meint.

 „Ich stünde ganz weit oben mit Lenin“, sagte Trump über den russischen Revolutionär (1870-1924).

„Ich stünde ganz weit oben mit Lenin“, sagte Trump über den russischen Revolutionär (1870-1924).

Imago/SNA

„Ich stünde ganz weit oben mit Lenin“, sagte Trump in Ankara über den russischen Revolutionär (1870-1924). Jenen Wladimir Iljitsch Lenin, der die bluttriefende sowjetische Spielart des Sozialismus begründete.

Jenen Wladimir Iljitsch Lenin, der die sowjetische Spielart des Sozialismus begründete.

Jenen Wladimir Iljitsch Lenin begründete die sowjetische Spielart des Sozialismus.

Imago/UIG

„Es wird überall Mord und Totschlag geben“

Kommunismus lasse sich „leicht verkaufen“, erklärte der US-Präsident weiter. Die Anhänger der Ideologie versprächen etwa kostenlose Miete bis zum Lebensende oder Gratis-Häuser. In Wahrheit sei der nun auch in den USA drohende Kommunismus „eine Katastrophe“, so Trump weiter. „Es wird überall Mord und Totschlag geben“. Menschen müssten „im Schmutz leben“. Er werde alles tun, um dies zu verhindern.

Wobei man gerechterweise anmerken muss, dass in den USA unter Trump auch viel zu viele Menschen in Schmutz und Armut leben, und es an Mord und Totschlag auch nicht mangelt. Nimmt man die gesellschaftliche Verelendung und alltägliche Gewalt zum Maßstab, ist Trump schon jetzt ein erstklassiger Kommunist.

„Krebs, den man herausschneiden muss“

Der Präsident hatte bereits während der Feierlichkeiten zum 250-jährigen Bestehen der USA am vergangenen Wochenende vor einer angeblichen „kommunistischen Bedrohung“ gewarnt. In Washington verglich er den Kommunismus mit einem „Krebs, den man herausschneiden muss“. Dass sich Donald Trump auch als den weltbesten Chirurgen sieht, sei nur am Rande erwähnt.

 Wer möchte schon als Patient unter dem Messer von Dr. Donald Trump liegen.

Wer möchte schon als Patient unter dem Messer von Dr. Donald Trump liegen.

Imago/Ikon Images

Und wieder droht die „rote Gefahr“

Trumps Wortwahl erinnert an die dunkelsten Zeiten des Kalten Krieges. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der republikanische Senator Joseph McCarthy (1908-1957) eine „rote Gefahr“ heraufbeschworen und mit der Verfolgung angeblicher Kommunisten eine regelrechte Hysterie erzeugt.

Der republikanische Senator Joseph McCarthy (1908-1957) sah in jeder Ecke der USA die „rote Gefahr“ lauern.

Der republikanische Senator Joseph McCarthy (1908-1957) sah in jeder Ecke der USA die „rote Gefahr“ lauern.

Imago/Everett Collection

Hintergrund von Trumps Äußerungen sind Siege linksgerichteter Demokraten-Politiker, unter anderem bei den Vorwahlen in New York. Die Opposition wirft dem Präsidenten vor, das Land damit weiter zu spalten. Womit sie durchaus Recht haben könnte. (mit dpa/AFP-Agenturmaterial)

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