Hubert Aiwanger
: Wer übernimmt seine Aufgaben in Bayern?

Nach dem überraschenden Tod von Hubert Aiwanger muss Bayern mehrere politische Spitzenämter neu besetzen. Zunächst übernimmt Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt die Aufgaben im Wirtschaftsministerium. Wer Aiwanger dauerhaft nachfolgt, ist noch offen.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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Neujahrsempfang von Ministerpräsident Söder: 09.01.2026, Bayern, München: Hubert Aiwanger (Freie Wähler), stellvertretender bayerischer Ministerpräsident sowie Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, nimmt am Neujahrsempfang von Ministerpräsident M. Söder in der Münchner Residenz teil. Foto: Felix Hörhager/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Nach dem Tod von Hubert Aiwanger übernimmt Tobias Gotthardt vorerst seine Aufgaben. Wer wird neuer Wirtschaftsminister und Söders Stellvertreter in Bayern?

Felix Hörhager/dpa

Der bayerische Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger ist am 4. November 2026 im Alter von 55 Jahren gestorben. Er wurde tot in einem Berliner Hotel aufgefunden. Die genaue Todesursache ist bislang nicht bekannt. Aiwanger war seit 2018 Wirtschaftsminister und Stellvertreter von Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Außerdem stand er den Freien Wählern auf Landes- und Bundesebene vor.

Tobias Gotthardt übernimmt vorläufig

Die Amtsgeschäfte im bayerischen Wirtschaftsministerium führt zunächst Staatssekretär Tobias Gotthardt weiter. Der 49-jährige Politiker gehört ebenfalls den Freien Wählern an und ist seit November 2023 Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Gotthardt sitzt seit 2018 im Bayerischen Landtag und war zuvor unter anderem im Europäischen Parlament tätig. Eine dauerhafte Ernennung zum Wirtschaftsminister ist mit der vorläufigen Vertretung nicht verbunden.

Wer wird neuer Wirtschaftsminister?

Über die dauerhafte Nachfolge entscheidet Ministerpräsident Markus Söder mit Zustimmung des Bayerischen Landtags. Da das Wirtschaftsministerium bislang von den Freien Wählern geführt wurde, dürfte die Personalentscheidung auch innerhalb der Regierungskoalition abgestimmt werden. Offen ist zudem, wer Aiwangers Amt als stellvertretender Ministerpräsident übernimmt. Diese Funktion muss nicht zwingend an den künftigen Wirtschaftsminister gehen.

Auch die Freien Wähler brauchen einen neuen Vorsitzenden

Aiwangers Tod hinterlässt auch innerhalb seiner Partei eine Lücke. Seit 2006 war er Landesvorsitzender der Freien Wähler in Bayern und führte die Partei auch auf Bundesebene. Als mögliche Führungspersönlichkeiten gelten unter anderem Fraktionschef Florian Streibl, Digitalminister Fabian Mehring und Umweltminister Thorsten Glauber. Eine offizielle Nachfolgeentscheidung gibt es bisher nicht. Der ursprünglich für den 14. November geplante Bundesparteitag soll verschoben werden.

Wie geht es in Bayern weiter?

Die Regierungskoalition aus CSU und Freien Wählern kann ihre Arbeit zunächst fortsetzen. Allerdings müssen mehrere wichtige Personalfragen geklärt werden. Fest steht bislang nur die Übergangslösung: Tobias Gotthardt übernimmt vorerst die Aufgaben im Wirtschaftsministerium. Wer dauerhaft Wirtschaftsminister, stellvertretender Ministerpräsident und Vorsitzender der Freien Wähler wird, ist noch offen.