Erneute Kandidatur der Bundeskanzlerin: Angela Merkel will wieder für den CDU-Vorsitz und das Kanzleramt antreten. Damit strebt sie eine genauso lange Amtszeit wie Helmut Kohl an.
Erneute Kandidatur der Bundeskanzlerin: Angela Merkel will wieder für den CDU-Vorsitz und das Kanzleramt antreten.
AP
Als Angela Dorothea Kasner kommt die Kanzlerin am 17. Juli 1954 in Hamburg-Barmbek als erstes von drei Kindern zur Welt und ...
dpa
... wächst unter der strengen Erziehung ihrer Mutter Herlind Kasner erst im brandenburgischen Quitzow und dann in der Nähe von Templin auf.
dpa
Merkels Vater ist der evangelische Pfarrer Horst Kasner. Im Alter von 13 Jahren wird sie konfirmiert.
dpa
1968 tritt Angela Kasner der SED-Jugendorganisation „Freie Deutsche Jugend“ (FDJ) bei.
dpa
1973 beendet sie ihre Schullaufbahn an der Erweiterten Oberschule in Templin mit der Allgemeinen Hochschulreife.
dpa
Besonderes Interesse zeigt Angela Merkel an den Naturwissenschaften. Sie entschließt sich, Physik zu studieren. 1973 nimmt sie das Studium in Leipzig auf.
dpa
1977 heiratet sie ihren Kommilitonen Ulrich Merkel. Das Ehepaar zieht nach Ost-Berlin, wo Merkel am Zentralinstitut für Physikalische Chemie der Akademie der Wissenschaften forscht. 1981 trennen sich die Eheleute und lassen sich 1982 scheiden.
dpa
1986 erreicht Merkel einen Höhepunkt ihrer wissenschaftlichen Karriere: Sie darf sich nun „Dr. rer. nat.“ nennen.
dpa
Während der Friedlichen Revolution 1989 engagiert sich Angela Merkel in der Partei „Demokratischer Aufbruch“. Nachdem die Gruppe in der Ost-CDU aufgeht, wird sie 1990 stellvertretende Pressesprecherin unter Lothar de Maizière (im Bild).
dpa
Nach ihrem Eintritt in die CDU im August 1990 lässt sich Merkel im September im Bundestagswahlkreis Stralsund-Rügen-Grimmen als Direktkandidatin der CDU nominieren.
dpa
Sie gewinnt den Wahlkreis und zieht direkt in den Bundestag ein.
dpa
Dort arbeitet sie als Frauen- und Jugendministerin mit dem Bundeskanzler und CDU-Vorsitzenden Helmut Kohl zusammen. Dieser Zusammenarbeit hat sie den Spitznamen „Kohls Mädchen“ zu verdanken.
dpa
1994 wird Angela Merkel Bundesumweltministerin. Hier ist sie beim Besteigen eines Förderkorbs in Gorleben abgebildet.
dpa
1998 wird Merkel CDU-Generalsekretärin.
dpa
Den Mann an ihrer Seite, Joachim Sauer, sieht man eher selten. Ihn heiratet Merkel 1998.
dpa
2000 übernimmt Angela Merkel nach der Spendenaffäre den CDU-Vorsitz. 2002 wird sie Fraktionsvorsitzende der CDU im Bundestag.
dpa
Die CDU-Parteivorsitzende reagiert auf die zuvor abgegebene Regierungserklärung von Bundeskanzler Gerhard Schröder, SPD, (l.) zur Agenda 2010. Merkel setzt Veränderungen an der „Agenda 2010“ durch.
dpa
Dieses Bild zeigt die CDU-Fraktionsvorsitzende am 9. November 2004 bei der Kranzniederlegung zum 15. Jahrestag des Mauerfalls. Sie gedenkt eines historischen Ereignisses, das sie selbst miterlebt hat.
dpa
Angela Merkel zieht 2005 in den Wahlkampf für die CDU/CSU gegen Gerhard Schröder von der SPD und seinen Koalitionspartner, die Grünen.
dpa
Edmund Stoiber (r.), bayrischer Ministerpräsident, und FDP-Vorsitzender Guido Westerwelle unterstützen die CDU-Spitzenkandidatin.
dpa
2005 gewinnt Angela Merkel die Wahl und wird die erste Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland.
dpa
„Angie“ hat mit ihrem neuen Stil ...
dpa
... gegen den „Medien-“ und „Bastakanzler“ gewonnen.
dpa
Bei der Bundestagswahl 2009 wird Merkel im Amt bestätigt. Im Bundestag erhält sie 373 von 612 abgegebenen Stimmen. Dieses Foto zeigt Merkel, wie sie vor Bundespräsident Nobert Lammert den Eid für ihre zweite Amtszeit ablegt.
dpa
Am 28. Oktober 2009 erhält sie im Schloss Bellevue in Berlin die Ernennungsurkunde.
dpa
Ihre ersten beiden Amtszeiten werden von der Euro-Krise überschattet. Im Umgang mit der Krise zeigt Merkel Härte – und erwirbt sich damit den Titel „Madam No“.
dpa
Am 4. Dezember 2012 wird sie beim CDU-Parteitag mit 97,94 Prozent der Stimmen zur CDU-Vorsitzenden wiedergewählt.
dpa
Merkel kann sich hoher Beliebtheit in der Bevölkerung erfreuen: Die CDU schickt sie zum dritten Mal ins Rennen um das Kanzleramt.
dpa-Zentralbild
Ein Mal trifft sie im Wahlkampf direkt auf ihren Herausforderer Peer Steinbrück. Es ist das dritte TV-Duell für die Kanzlerin.
dpa
Im Internet machten sich die Zuschauer des Duells vor allem über die „Schlandkette“ lustig, die Merkel an diesem Abend getragen hat.
Bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 erreichen die Unionsparteien mit 41,5 Prozent das beste Zweitstimmenergebnis seit 1990. Merkel selbst siegt im Wahlkreis 15 (Stralsund – Nordvorpommern – Rügen) mit 56,2 Prozent der Erststimmen.
dpa
Am 17. Dezember 2013 wird Merkel mit 462 von insgesamt 621 abgegebenen Stimmen erneut zur Bundeskanzlerin gewählt.
dpa
Bei den Wählern ist Angela Merkel so beliebt wie eh und je: laut einer Forsa-Umfrage (März 2015) präferieren 61 Prozent der Befragten Angela Merkel als Kanzlerin.
AP
Auch diese Amtszeit ist unruhig. Die Regierung um Angela Merkel sieht sich erneut Auseinandersetzungen um den Verbleib Griechenlands im Euro ausgesetzt. Auch ein sogenannter Grexit – der griechische Austritt aus der Währungsunion – wird zwischenzeitlich diskutiert.
ANA-MPA
Im Sommer 2015 entschließt sich die Bundeskanzlerin angesichts der Zustände an der ungarischen Grenze, die deutschen Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen. Innerhalb weniger Wochen strömen Zehntausende nach Deutschland. Für ihre Entscheidung erntet Merkel viel Kritik.
AP
Der Zustrom erweist sich aber als zu groß. Deshalb entschließt sich die Bundesregierung, wieder Grenzkontrollen durchzuführen.
AFP
Lange wurde spekuliert, ob Merkel zu der Bundestagswahl 2017 noch einmal als Kanzlerkandidatin für die Union antreten möchte.
Getty Images Europe
1 / 39
Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel gab am Sonntag bekannt, dass sie erneut für den CDU-Vorsitz und das Kanzleramt kandidieren. Das sagte die 62-Jährige am Sonntag in Berlin, wie die aus dem CDU-Präsidium zu erfahren war. Am Ende der kommenden Legislaturperiode, im Jahre 2021, wäre sie dann genau so lange im Amt wie der Ewig-Kanzler Helmut Kohl.
Merkel hatte auch schon zuvor erklärt, dass ihrer Ansicht nach der Parteivorsitz und das Kanzleramt in Personalunion zu führen sind. In den vergangenen Tagen waren immer mehr Unionspolitiker davon ausgegangen, dass sie für beide Ämter erneut antreten wird. Auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel machte deutlich, dass er damit rechnet.
Adenauer und Kohl
Die CDU wählt am 6. Dezember beim Bundesparteitag in Essen ihre Spitze neu. Merkel ist seit April 2000 CDU-Vorsitzende und seit November 2005 Kanzlerin. Sollte sie 2017 zum vierten Mal gewinnen, hat sie die Chance, CDU-Mitbegründer Konrad Adenauer und auch Rekordhalter Helmut Kohl einzuholen. Adenauer war 14 Jahre, Kohl 16 Jahre Bundeskanzler.
Merkel gilt trotz der Flüchtlingskrise im vorigen Jahr und trotz der daraufhin einbrechenden Beliebtheitswerte für sie persönlich und die ganze Union als konkurrenzlos in der CDU. International wird sie nach dem Wahlsieg von Donald Trump in den USA als letzte Verteidigerin westlicher Werte gesehen. Der scheidende US-Präsident Barack Obama nannte sie „zäh“ und erklärte bei seinem Abschiedsbesuch am Donnerstag, wäre er Deutscher, würde er sie wählen.
Die Christdemokraten berieten am Sonntag über einen Leitantrag für den Parteitag, der auf Merkel zugeschnitten ist. Der Titel lautet: „Orientierung in schwierigen Zeiten - für ein erfolgreiches Deutschland und Europa“. Die CDU will enttäuschte Wähler zurückgewinnen. Nötig seien konkrete Lösungen, „auch wenn ihre erfolgreiche Umsetzung manchmal schwierig ist und Zeit braucht“.
Stärker auf Familien und Menschen ausgerichtet
Die CDU-Politik soll stärker auf Familien und Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ausgerichtet und das gesetzliche Eintrittsalters nach dem Willen der Partei offenbar an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden. Eine Flüchtlingskrise wie 2015 soll sich nicht wiederholen. Integrationsverweigerer sollen mit Sanktionen bis hin zu Leistungskürzungen und Ausweisung rechnen.