Nach Angriffen auf den Iran
: Wadephul: Keine Hinweise auf Verminung von Straße von Hormus

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels. Der Iran-Krieg ist auch hier angekommen. Der Außenminister sieht erhebliche Auswirkungen.
Von
red/dpa
Stuttgart
Jetzt in der App anhören

Johann Wadephul (CDU), Außenminister, traf sich in Israel mit seinem Amtskollegen.

Michael Kappeler/dpa/Michael Kappeler

Außenminister Johann Wadephul hat sich zurückhaltend zu einem möglichen Einsatz deutscher Minenräumschiffe in der Straße von Hormus geäußert. Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es keine Hinweise darauf, dass die Meerenge vermint sei, sagte Wadephul vor seinem Abflug aus dem Golfstaat Katar.

Die Passage sei derzeit faktisch blockiert. „Es findet praktisch kein Schiffsverkehr statt und es sieht sich auch niemand hier in der Region in der Lage, einen entsprechenden Schutz sicherzustellen“, so der Außenminister.

Die Situation habe erhebliche Auswirkungen auf die weltweite Energieversorgung. „Diese faktische Sperrung der Straße von Hormus hat natürlich schwere Auswirkungen auf die Energiesicherheit und auf die Energieversorgung insbesondere Asiens“, sagte Wadephul. Dies wirke sich mittelbar auch auf den europäischen Markt aus.

Wadephul drängte weiter auf eine diplomatische Lösung der aktuellen Krise. „Ich sehe für diese Frage einer sicheren Passage durch die Straße von Hormus am Ende des Tages nur eine diplomatische Lösung und keine militärische“, sagte er. Die aktuelle Lage sei ein weiteres Argument dafür, jetzt intensiv darüber zu verhandeln, wie die Kampfhandlungen beendet werden könnten.

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert dort normalerweise täglich die Meerenge.

StZ Kompakt - Der Morgen
Montag - Sonntag um 6.00 Uhr
Starten Sie mit den wichtigsten Themen aus Stuttgarter Sicht in den Tag und erhalten Sie sonntags die besten Geschichten der Woche.