Paris: Mehr als 70.000 Teilnehmer bei neuen Schülerprotesten in Frankreich

Schulproteste in Frankreich: Bereitschaftspolizisten stehen einer Gruppe von Schülern gegenüber, die sich vor einer Demonstration gegen unterfinanzierte Schulen in Paris versammelt haben. (Archivfoto)
Aurelien Morissard/AP/dpa- Landesweit demonstrierten laut Innenministerium 71.500 Menschen gegen Schulbedingungen.
- Mehr als 500 Festnahmen wurden gemeldet, knapp 50 Sicherheitskräfte wurden verletzt.
- In Paris protestierten 24.500 Menschen – die Polizei setzte abends Tränengas ein.
- In Rennes, Lille und Bordeaux gingen jeweils einige Tausend auf die Straße.
- Bildungsminister Edouard Geffray will kurzfristig 3000 Ersatzlehrkräfte einsetzen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bei neuen Schülerprotesten in Frankreich sind landesweit mehr als 70.000 Menschen auf die Straße gegangen. Das Innenministerium in Paris sprach am Donnerstag von 71.500 Demonstranten. Etwa 55.000 von ihnen hätten an Protestaktionen vor Schulgebäuden teilgenommen. Die restlichen hätten sich an Protestmärschen beteiligt. Mehr als 500 Menschen seien festgenommen worden, knapp 50 Sicherheitskräfte seien verletzt worden, teilte das Ministerium mit.
Allein in Paris machten nach Angaben des Innenministeriums 24.500 Menschen ihrem Unmut Luft. Dort setzten Sicherheitskräfte am Abend Tränengas ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hielt sich am Donnerstag zu einem Staatsbesuch in der französischen Hauptstadt auf.
3000 Ersatzlehrkräfte für betroffene Schulen
In Rennes demonstrierten etwa 3400 Menschen, in Lille 3200 und in Bordeaux 2800. Insgesamt demonstrierten deutlich weniger Menschen als am Dienstag, als bis zu 450.000 Menschen an Protestaktionen teilnahmen. Schon am Mittwoch hatten die Proteste nachgelassen. Für den kommenden Dienstag riefen die Organisatoren zu neuen Protesten auf.
Bildungsminister Edouard Geffray kündigte an, „innerhalb der nächsten Stunden“ 3000 Ersatzlehrkräfte an betroffenen Schulen einzusetzen. Sie würden zwischen Freitag und Dienstag den Schulen zugewiesen, sagte er am Abend im Sender TF1. Zudem könnten „ein paar hundert“ weitere Lehrer eingestellt werden.
Oberschüler blockieren seit dem 17. September landesweit den Zugang zu zahlreichen Schulen, um für bessere Lernbedingungen zu demonstrieren. Konkret fordern sie unter anderem mehr Lehrer, kleinere Klassen, kürzere Schultage und eine bessere Ausstattung der Schulen. Zugleich bricht sich eine allgemeine Wut angesichts von Ungerechtigkeiten im Bildungssystem und fehlenden Perspektiven Bahn.
