Streit nach Ceuta-Krise: Spanien führt Grenzkontrollen für Italien ein

Zahlreiche Migranten hatten vergangene Woche die spanische Exklave Ceuta erreicht.
Iván Zambrano/EUROPA PRESS/dpa- Spanien reagiert auf Italiens Grenzkontrollen und kontrolliert Flüge und Schiffe aus Italien.
- Beginn ist um Mitternacht in der Nacht zum Samstag – vorgesehen bis zum 7. September.
- Madrid nennt die italienischen Kontrollen „unfair“ und drohte zuvor mit Gegenmaßnahmen.
- Rom lehnt die Forderung ab und verweist auf Sicherheits- und Terrorismusrisiken.
- Auslöser ist die Ceuta-Krise: rund 72.000 Ankünfte, mindestens 80 Tote laut Spanien.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Spanien führt als Reaktion auf italienische Grenzkontrollen nun seinerseits Kontrollen für Flüge und Schiffe aus Italien ein. Die Grenzkontrollen sollen um Mitternacht in der Nacht zum Samstag beginnen und bis zum 7. September laufen, teilte das spanische Innenministerium am Freitag mit. Italien hatte nach der Migrationskrise in der spanischen Exklave Ceuta Grenzkontrollen für Spanien eingeführt und damit einen Streit mit Madrid ausgelöst.
Die spanische Regierung hatte am Freitag bereits mit Gegenmaßnahmen gedroht, sollte Italien seine Grenzkontrollen nicht wieder aufheben. Aus ihrer Sicht sind die italienischen Grenzkontrollen „unfair, laufen den Interessen der EU zuwider und diskriminieren die spanische Bevölkerung“. Spanien und Italien haben keine Landgrenze.
Das Büro der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni wies die Forderung aus Madrid umgehend zurück. Die Kontrollen würden erst wieder aufgehoben, „wenn sicher ist, dass es keine Sicherheits- oder Terrorismusrisiken für Italien gibt, es keine neue Welle gibt und keine irregulär eingereisten Migranten auf europäischen Boden kommen“.
Zahlen der spanischen Regierung zufolge hatten in der vergangenen Woche rund 72.000 Menschen die neben Marokko gelegene spanische Exklave Ceuta teils schwimmend erreicht, 80 Menschen kamen demnach ums Leben. Die marokkanischen Behörden sprachen von elf Toten auf ihrem Gebiet, Menschenrechtsgruppen gehen von insgesamt mehr als 140 Toten aus.
Wohl knapp 2000 Migranten befinden sich noch in Ceuta, die meisten von ihnen sind Kinder und Jugendliche. Sie haben dort kaum Zugang zu Wasser, Lebensmitteln oder sicheren Schlafplätzen.
