Trumps Pro-Russland-Kurs: Politikwissenschaftler: „Dunkelster Moment“ im Ukraine-Krieg

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht bei einer Pressekonferenz beim EU-Gipfel. Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten beraten über die Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft, den nächsten langfristigen EU-Haushalt und den Stand bei den EU-Erweiterungsverhandlungen im Europagebäude. (zu dpa: «Politikwissenschaftler: «Dunkelster Moment» im Ukraine-Krieg»)
Michael Kappeler/dpa- Experte sieht nach US-Sanktionsstopp gegen Russland den „dunkelsten Moment“ für die Ukraine.
- Trump unterstützte die Ukraine aus Sicht Fischers nie ausreichend und agiert nun radikaler.
- Ziel sei, vor den Midterms einen Feind zu markieren – dabei treffe es Selenskyj.
- Hintergrund der Antipathie: Selenskyj lieferte 2019 keine Beweise zu Hunter Biden.
- Ukraine ist stark von US-Daten und Starshield abhängig, Ausfälle schwächen die Verteidigung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nach dem Stopp des neuen US-Sanktionspakets gegen Russland durch Präsident Donald Trump sieht der Geopolitik-Experte Klemens Fischer die Ukraine in verzweifelter Lage. „Das ist garantiert der dunkelste Moment für die Ukrainer in diesem Krieg bisher“, sagte der Professor für Internationale Beziehungen und Geopolitik an der Universität Köln dem Deutschlandfunk.
Trump hat in Selenskyj einen Feind gefunden
Trump habe die Ukraine von Anfang an nicht so unterstützt, wie es die westlichen Staaten gerne gehabt hätten. Nun verhalte er sich aber noch radikaler. „Er will die Midterms rasch doch noch versuchen umzudrehen zu seinen Gunsten und da benötigt er einen Feind, wenn die Dieselpreise und die Benzinpreise steigen an amerikanischen Zapfsäulen“, sagte Fischer mit Blick auf die Zwischenwahlen am 3. November und die hohen Energiekosten infolge des Iran-Kriegs, den Trump mit Israel begonnen hatte. „Jetzt hat er endlich den Feind ausgemacht, den er so zu verkaufen glaubt, und daher kippt das Ganze.“
Trump sei Selenskyj aber schon seit langem nicht wohlgesonnen, da dieser ihm 2019 verwehrt hatte, Beweise für angeblich fragwürdige Geschäfte von Joe Bidens Sohn Hunter in der Ukraine zu liefern. Das sei die „Urzelle für diese Antipathie“.
Die große Abhängigkeit von den USA
Selbst wenn sich Trump der Ukraine nach den Midterms wieder zuwenden würde, könnten die kommenden Wochen langfristigen Schaden anrichten, warnt Fischer. Die Ukraine sei bei der Luftabwehr nahezu zu 100 Prozent von den USA abhängig. „Auch im Angriffsbereich in der Tiefe des russischen Raums können sie ohne amerikanische Daten nicht leben“, erklärte Fischer.
Eine vorübergehende, nicht angekündigte Drosselung des militärisch genutzten US-amerikanischen Satelliteninternets von Starlink, Starshield, hatte ukrainischen Angaben zufolge in der Nacht zu Mittwoch dazu geführt, dass Flugobjekte ihre Verbindung verloren, als sie sich schneller als 160 Kilometer pro Stunde bewegten. Dadurch sollen eigene Drohneneinsätze gescheitert und russische Drohnen nicht abgewehrt worden sein.
„Wenn wirklich die Amerikaner in den nächsten zwei, drei Wochen Starshield herunterfahren und die Ukraine sich daher weniger wehren kann, kann das zu Schäden in der ukrainischen Verteidigung führen, die nicht mehr so wettgemacht werden können“, warnte Fischer. Es sei wie bei einer Krankheit. „Wenn man sich wieder stabilisiert, dann auf niedrigem Niveau.“

