Umfrage zur Fußball-WM
: Retro sticht Dunkelblau: Was die Fans von den Trikots halten

Das neue Heimtrikot der Nationalmannschaft erntet Top-Zustimmung. Das ungewohnte Auswärtstrikot kommt im historischen Vergleich aber immerhin auf Platz 2.
Von
Eberhard Wein
Stuttgart
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Deniz Undav im Retro-Trikot gegen die USA.

Christian Charisius/dpa

Es erinnert an die siegreiche Weltmeisterschaft 1990 und kommt auch bei Deutschlands Fußballfans bestens an: 54 Prozent der Befragten einer repräsentativen Umfrage bewerten das so genannte Heimtrikot der deutschen Fußballnationalmannschaft für die WM in den USA, Mexiko und Kanada mit den schwarz-rot-goldenen Streifen auf weißen Grund als gut bis sehr gut. Auch den Nationalspielern gefällt das Trikot besonders gut, wie sie bei der Vorstellung versicherten.

Im historischen Vergleich erreiche das neue Heimtrikot die besten Zustimmungswerte seit 2014, sagte der Marketing-Professor Markus Voeth von der Universität Stuttgart-Hohenheim. Seit 2002 fragt er mit seinem Team die WM-Stimmung in der Bevölkerung ab, ermittelt das Medienverhalten und den zu erwartenden Marketing-Effekt des Sportspektakels.

Nur Pink war besser

Was die Trikots betrifft, sei das Ergebnis eindeutig: Demnach komme bei den Befragten das Retro-Design deutlich besser an als das neue Auswärtstrikot mit Trefoil-Logo. Bei dem tiefblauen Shirt sei das Meinungsbild gespalten. Immerhin kommen auch hier 19 Prozent zu einem positiven Urteil. Das sei vergleichsweise gut, allerdings deutlich weniger als beim pinkfarbenen Auswärtstrikot, das Adidas für die Europameisterschaft vor zwei Jahren designt hatte. Schon im Vorfeld der EM hatte es 28 Prozent gefallen - ein bis dahin für ein Auswärtstrikot unbekannter Zustimmungswert. Später mauserte es sich zum Kassenschlager.

Was das dunkelblaue Auswärtstrikot betrifft, wissen viele noch nicht, was sie davon halten sollen.

Foto: Tom Weller/dpa

Ob Nike ähnlich gute Werte erzielt, muss sich zeigen. Das US-Unternehmen löst Adidas bekanntlich nach mehr als 70-jähriger Partnerschaft als Ausrüster des DFB-Teams ab. Bei den Fußball-Fans kommt dies erwartungsgemäß nicht gut an. Nur ein Viertel der Befragten hält den Wechsel für vertretbar. „Viele Fans verbinden mit dem DFB-Trikot offenbar auch Tradition, Herkunft und Standortverbundenheit“, stellt Voeth fest. Allerdings: drei Viertel seiner Produkte lässt Adidas inzwischen in Asien herstellen. Bei Nürnberg werden nur noch Sportschuhe gefertigt.

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