VfB Stuttgart
: Wie ein Moment Sankohs Karriere den entscheidenden Knacks gab

Der VfB Stuttgart gibt Mohamed Sankoh zu Randers FC nach Dänemark ab. Damit endet unspektakulär, was einst so verheißungsvoll begonnen hatte.
Von
Philipp Maisel
Stuttgart
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Mohamed Sankohs Zeit beim VfB ist zu Ende.

IMAGO/Hansjürgen Britsch
  • VfB Stuttgart gibt Mohamed Sankoh an Randers FC ab – Wechsel für sechsstelligen Betrag.
  • Talentstart: früh überzeugt, A-Junioren-Tore und Vorlagen, rascher Aufstieg Richtung Profis.
  • Bundesliga-Debüt am 25. April 2021, danach schwere Knieverletzung am 14. August 2021.
  • Über ein Jahr Pause, missglückte Leihe nach Italien, beim VfB II nur punktuelle Lichtblicke.
  • Nico Willig betont den langen gemeinsamen Weg und unterstützt Sankohs Neustart in Dänemark.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Leuchten war mindestens so verheißungsvoll wie die Prognose. Das Leuchten in den Augen des damaligen NLZ-Direktors Thomas Krücken bei der Präsentation von Mohamed Sankoh versprach einiges. Einen richtig dicken Fisch hatte man damals an Land gezogen, vermittelte Krücken nach außen. Einen 15-Jährigen von Stoke City, der den Verlockungen des englischen Profifussballs nicht erlegen war und sich für die Perspektive in Stuttgart entschieden hatte.

Ein bulliger Stürmer, körperlich viel weiter als seine Altersgenossen. Mit Wurzeln in Rijswijk und Sierra Leone. Und er lieferte sofort. Zwei Spiele, zwei Tore und drei Vorlagen unter Trainer Nico Willig in der A-Junioren-Bundesliga. Sofort war klar: Der muss nach weiter oben, wenn möglich, gleich zu den Profis. Sankoh war mit seinen 15 Jahren gegen die teils 19-jährigen Gegenspieler unterfordert. Nach insgesamt neun Toren in 15 Regionalligaspielen debütierte Sankoh am 25. April 2021 unter dem Cheftrainer Pellegrino Matarazzo in der Bundesliga, als er bei einer 0:2-Niederlage gegen RB Leipzig in der Schlussphase eingewechselt wurde.

Die Zukunft stand ihm offen. Doch der Wunsch nach mehr endete jäh. Und  zwar am 14. August 2021. VfB Stuttgart gegen SpVgg Greuther Fürth. 1. Bundesliga-Spieltag. Der VfB führt früh und gegen Mitte des Spiels locker mit 4:0. Da kann man so einen jungen Hund ruhig mal reinwerfen, denkt sich Matarazzo und bringt den in der Vorbereitung auffälligen Sankoh für Hamadi al Gaddioui. Wenige Sekunden später sprintet Sankoh los. Ein immenser Antritt, plötzlich ist er allen einteilt und läuft allein auf das Tor zu. Das Stadion erhebt sich, macht sich zum jubeln bereit. Doch der Youngster prallt mit Sascha Burchert zusammen – und zerstört in seinem linken Knie alles, was man Bandapparat nennt. Über ein Jahr fällt er danach aus.

Und kommt nach der Horrorverletzung nie wieder richtig auf die Beine. Eine Leihe nach Italien scheitert katastrophal und wird nach der Hälfte der vereinbarten Dauer abgebrochen. Zurück beim VfB II blitzt sein Talent immer wieder mal auf, doch so richtig der Alte wird er nicht mehr. Nun endet nach sieben verheißungsvollen Jahren seine Zeit in Stuttgart. Für einen überschaubaren sechsstelligen Betrag wechselt Sankoh zu Randers FC nach Dänemark.

„Jemanden wie Mo nach sechs Jahren zu verlieren, tut weh“, blickt Nico Willig wehmütig zurück. „Da hat man vieles erlebt und es verbindet einen auch etwas nach so langer Zeit, vor allem auch abseits des Platzes. Aber da sich für ihn jetzt so eine Möglichkeit ergeben hat, war klar, dass er die nutzen und dann auch im richtigen Männerfußball ankommen möchte. Diese Chance wollten wir ihm nicht verbauen“, so Willig weiter. In Dänemark soll nun für Sankoh ein Neuanfang gelingen. Fünf Jahre nachdem der erste Versuch auf so tragische Weise ein Ende genommen hatte.

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