FC Bayern gegen VfB Stuttgart: Kompany adelt VfB: „Wie Premier-League-Spiele“

Vincent Kompany steht vor seiner dritten Saison als Trainer des FC Bayern. Bislang hat er zwei Meisterschaften und einen Pokalsieg vorzuweisen.
IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON- Bayern startet gegen Stuttgart, Kompany lobt den VfB-Stil als „wie Premier League-Spiele“.
- Kompany betont Null-Titel-Gefühl und den Anspruch, sich erneut beweisen zu müssen.
- Frühform: fünf Siege aus sechs Tests und Erfolg im Franz-Beckenbauer-Supercup gegen Dortmund.
- Kader: Neuzugänge Brown und Saibari, weitere Transfers laut Eberl zu „99 Prozent“ ausgeschlossen.
- Musiala fehlt wegen neurologischer Dysfunktion, Lennart Karl ist zurück – wohl nur als Joker.
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In seinem Kopf habe er noch immer null Titel, sagt Bayern-Trainer Vincent Kompany. Er habe das Gefühl, dass er sich wieder von Neuem beweisen müsse. Dass der 40-jährige Belgier, der vor seiner dritten Saison beim FC Bayern München steht, bereits zwei Deutsche Meisterschaften und einen DFB-Pokalsieg zu Buche stehen hat, spielt für ihn jetzt keine Rolle mehr.
Es ist wohl genau diese Einstellung, die die Bayern unter Kompany so erfolgreich macht – und so gefährlich für den VfB. Die Stuttgarter müssen das Bundesliga-Auftaktspiel an diesem Freitag (20.30 Uhr) in München bestreiten. Schwerer könnte die Prüfung zum Saisonstart nicht sein.
Max Eberl warnt vor dem Spiel gegen den VfB
Nach dem Double in der Vorsaison zeigen die Bayern bereits eine beachtliche Frühform. In der Vorbereitung gewannen sie fünf von sechs Testspielen, dazu kommt der Sieg im Franz-Beckenbauer-Supercup in der Vorwoche gegen Borussia Dortmund (2:1). Doch auch Sportvorstand Max Eberl warnt: „Diesen Flow, den wir in der letzten Saison hatten, müssen wir uns von der Pike auf wieder erarbeiten.“
Beim Personal gab es in der Vorbereitung nur punktuelle Veränderungen. Neu sind Nathaniel Brown (Eintracht Frankfurt) und Ismael Saibari (PSV Eindhoven), die beide jeweils rund 50 Millionen Euro teuer waren. Zu „99 Prozent“ könne er ausschließen, dass noch weitere Neuzugänge bis zur Schließung des Transferfensters folgen, erklärte Eberl.

Im Supercup gegen Borussia Dortmund gab Nathaniel Brown sein Debüt für den FC Bayern – und steuerte direkt den Treffer zum 1:0 bei.
IMAGO/Bahho KaraAuf der Seite der Abgänge steht insbesondere Leon Goretzka, der sich Aston Villa anschließt. Leihrückkehrer João Palhinha wurde an Benfica Lissabon abgegeben, für Sacha Boey läuft derzeit noch die Suche nach einem Abnehmer. Auch bei Arijon Ibrahimović, der in der Vorsaison an Absteiger 1. FC Heidenheim ausgeliehen und eigentlich als Backup für Luis Diaz eingeplant war, zeigte sich Eberl offen für eine erneute Leihe: „Er hat in Heidenheim wirklich eine sehr, sehr gute Saison gespielt. Jetzt kann man merken, dass es für ihn hier doch schwerer werden könnte.“
Lob von Kompany für Hoeneß
Auch in diesem Jahr gehen die Bayern als absoluter Top-Favorit in die Saison. Einen Tipp, wer am Ende der Saison oben landen wird, wollte Trainer Kompany nicht abgeben. Doch den Vizemeister der Vorsaison hat er auch in dieser Spielzeit wieder auf dem Zettel: „Ich glaube, dass Dortmund weiter stabil sein wird. Es würde mich nicht überraschen, wenn Stuttgart das auch schafft.“
Vom Auftaktgegner VfB ist Kompany ganz allgemein angetan. „Ein Spiel gegen Stuttgart sieht ein bisschen aus wie ein Premier-League-Spiel. Das ist eine Mannschaft, die immer Druck macht, die immer versucht, fußballerische Lösungen zu finden.“ Trainerkollege Sebastian Hoeneß habe es hinbekommen, dass die Stuttgarter ihrem Spielstil stets treu bleiben.
Jamal Musiala fehlt, Lennart Karl wieder dabei
Beim Personal muss Kompany auf Jamal Musiala verzichten. Der 23-Jährige war während der Vorbereitung zweimal zusammengebrochen. Grund dafür ist eine neurologische Dysfunktion, die zu Absencen führt. Es gehe ihm aber gut, berichtete Kompany. Musiala habe auf die Medikamentensteigerung gut reagiert und sei auch schon wieder im Mannschaftstraining. Für einen Kaderplatz reicht es aber noch nicht.
Dagegen ist Lennart Karl nach langer Leidenszeit wieder mit an Bord. Der 18-jährige Shootingstar hatte sich im Vorfeld der Weltmeisterschaft in Nordamerika einen Muskelbündelriss zugezogen und war seitdem außer Gefecht gesetzt. Zu mehr als einem Joker-Einsatz dürfte es aber noch nicht reichen.

