FC Bayern gegen VfB Stuttgart: Neun-Tore-Wahnsinn und mehr: fünf denkwürdige Duelle

Daniel Ginczek verhalf dem VfB Stuttgart mit zwei Treffern zum 4:1-Überraschungssieg gegen den FC Bayern im Mai 2018.
Pressefoto Baumann- Bayern und VfB starten am Freitag ins Bundesliga-Auftaktspiel, Tore sind wahrscheinlich.
- In 16 Duellen fielen stets mind. drei Treffer, die Bilanz spricht klar für Bayern.
- DFB-Pokal 2010/11: VfB verlor trotz Comebacks 3:6, Ribéry glänzte, Gentner vergab Elfer.
- DFB-Pokal 2012/13: Bayern siegte 3:2, Harnik traf doppelt und machte es spät spannend.
- Bundesliga 2017/18: VfB gewann 4:1 in München; 2021/22 0:5, 2023/24 3:1 mit 60 % Ballbesitz.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wenn der VfB Stuttgart auf den FC Bayern trifft, geht es meistens hoch her. In den vergangenen 16 Duellen in Bundesliga und DFB-Pokal fielen immer mindestens drei Treffer – meistens allerdings mit dem besseren Ausgang für den deutschen Rekordmeister.
Insgesamt standen sich beide Mannschaften in der Bundesliga 114 Mal gegenüber. Die Bilanz spricht mit 73 Siegen bei 19 Niederlagen und 22 Remis klar für den FC Bayern. Der letzte Sieg des VfB liegt zwei Jahre zurück.
Auch an diesem Freitag (20.30 Uhr) beim Bundesliga-Auftakt geht die Elf von Trainer Sebastian Hoeneß als Außenseiter ins Spiel. Doch dem VfB sind auch schon Überraschungssiege gelungen. Wir werfen einen Blick zurück auf die bemerkenswertesten Begegnungen der vergangenen Jahre.
- DFB-Pokal 2010/11, Achtelfinale, VfB Stuttgart – FC Bayern 3:6 (2:2)
Kurz vor Weihnachten 2010 trafen sich der VfB und der FCB innerhalb von drei Tagen gleich zweimal: Nach dem 3:5 in der Bundesliga wollte der VfB unter dem damals neuen Trainer Bruno Labbadia im Pokal defensiv besser stehen. Das gelang nur bedingt – schon nach acht Minuten stand es 0:2.
Doch der VfB kam noch vor der Halbzeitpause dank eines Doppelpacks von Pavel Pogrebnyak zurück. Nach dem Seitenwechsel gerieten die Stuttgarter wieder in Rückstand, verloren Verteidiger Khalid Boulahrouz mit Gelb-Rot, verschossen einen Foulelfmeter und kamen dennoch durch Matthieu Delpierre nochmal zurück.

Der heutige Sportdirektor des VfB Stuttgart, Christian Gentner, verschoss im Pokal-Achtelfinale in der Saison 2010/11 gegen den FC Bayern einen Elfmeter.
Pressefoto BaumannIn Unterzahl konnten die Stuttgarter der Wucht der Bayern mit einem glänzend aufgelegten Frank Ribery aber nicht mehr viel entgegensetzen. Am Ende eines rassigen Pokalduells stand es 3:6, für den VfB war im Achtelfinale Endstation.
- DFB-Pokal 2012/13, Finale, FC Bayern – VfB Stuttgart 3:2 (1:0)
Der VfB hätte zum großen Spielverderber werden können: Nach einer fast perfekten Saison war der FC Bayern bereits Deutscher Meister und Champions-League-Sieger. Der DFB-Pokal-Sieg schien nur noch Formsache – das ließ der Rekordmeister zumindest durchklingen. „Gegen Stuttgart haben wir auch mit 1,8 Promille eine Chance", tönte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach dem Sieg im Champions League-Finale. Doch die Stuttgarter machten es nochmal deutlich spannender, als es Rummenigge und Co. gerne gehabt hätten.

Martin Harnik brachte den VfB Stuttgart mit zwei Treffern im Pokalfinale 2013 nochmal heran – am Ende gewann der FC Bayern aber doch mit 3:2.
Pressefoto BaumannAls der FCB bereits mit 3:0 in Führung lag und alles nach einer klaren Angelegenheit aussah, brachte Martin Harnik den VfB mit einem Doppelpack zurück ins Spiel. Für den Rekordmeister wurde es nochmal richtig eng, aber letztlich blieb es beim 3:2 – und damit dem ersten Triple, das ein deutsches Team jemals geholt hat.
- Bundesliga 2017/18, 34. Spieltag, FC Bayern – VfB Stuttgart 1:4 (1:2)
Jupp Heynckes ist einer der erfolgreichsten Trainer in der Geschichte des FC Bayern. Auch seine finale Rettungsmission nach dem Aus von Carlo Ancelotti war von Erfolg gekrönt. Doch seinen endgültigen Abschied von der Bundesliga-Bühne vermieste ihm der VfB gehörig.
Am letzten Spieltag der Saison 2017/18, als der FCB bereits als Meister feststand, gingen die Stuttgarter früh durch Daniel Ginczek in Führung. Nach dem Ausgleich wurden die Bayern immer stärker, doch kurz vor der Pause brachte Anastasios Donis die Stuttgarter wieder in Führung. Im zweiten Durchgang versetzten Chadrac Akolo und erneut Ginczek den Bayern zwei weitere Schläge, von denen sie sich nicht mehr erholen konnten.
Der große Heynckes verließ die Bundesliga also mit einer Klatsche, während beim VfB nach dem Sprung auf Rang sieben nochmal Hoffnungen auf Europa geweckt wurden. Die waren letztlich aber vergebens, weil der FC Bayern in der Woche darauf auch das Pokal-Finale gegen Eintracht Frankfurt verlor, die sich damit den Europa League-Platz sicherte.
- Bundesliga 2021/22, 16. Spieltag, VfB Stuttgart – FC Bayern 0:5 (0:1)
Mit Klatschen kennt sich der VfB deutlich besser aus als der FCB. Seit 2010 kassierten die Stuttgarter in Liga und Pokal zehnmal mindestens vier Gegentore gegen die Bayern. Auch im Dezember 2021 wurde es deutlich. Schuld daran war ein alter Bekannter.

Damals waren sie noch Gegenspieler, mittlerweile spielen Hiroki Ito (links) und Serge Gnabry im selben Team.
Pressefoto BaumannAusgerechnet Serge Gnabry, der in der Jugend fünf Jahre lang beim VfB ausgebildet worden ist, hatte einen Sahnetag erwischt. Mit einem Dreierpack und zwei Vorlagen zerlegte er seine ehemalige Mannschaft quasi im Alleingang. Der VfB stand zu diesem Zeitpunkt auf Rang 15 – auf diesem Platz beendeten die Schwaben die Saison auch. Erst eineinhalb Jahre später begannen erfolgreichere Zeiten.
- Bundesliga 2023/24, 32. Spieltag, VfB Stuttgart – FC Bayern 3:1 (1:1)
In der Saison 2023/24 gelang beim VfB so gut wie alles. Nachdem die Elf von Trainer Sebastian Hoeneß in der Vorwoche bereits den ungeschlagenen Meister Bayern Leverkusen an den Rande einer Niederlage gebracht hatte (2:2), schlug sie am 32. Spieltag auch noch den großen FC Bayern. Leonidas Stergiou traf Mitte der ersten Halbzeit zum 1:0, nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich machten Woo-Yeong Jeong und Silas in der Schlussphase die Überraschung perfekt.

Woo-Yeong Jeong traf gegen den FC Bayern zum 2:1 – und eröffnete dem VfB damit den Weg zur Vize-Meisterschaft in der Saison 2023/24.
Bernd Weißbrod/dpaDass der VfB gegen die Tuchel-Bayern 60 Prozent Ballbesitz hatte, ist zwei Jahre später kaum noch vorstellbar. Durch den Sieg rückte der VfB auf zwei Zähler an die Bayern heran – und überholte sie am letzten Spieltag sogar noch. Die Vizemeisterschaft war damit perfekt. Ob der Hoeneß-Elf am Freitag wieder eine Überraschung gelingt?

