Interview mit VfB-Profi Antonio Rüdiger
: „Für mich ist eine Welt zusammengebrochen“

Weil er HSV-Profi Rafael van der Vaart einen Leberharken verpasst hat, ist Antonio Rüdiger am Sonntag vom Platz geflogen – schon zum zweiten Mal. Der VfB-Verteidiger weiß, dass er einen schweren Fehler begangen hat.
Von
Marko Schumacher
Stuttgart
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  • VfB-Spieler Antonio Rüdiger (r.) wurde beim Spiel gegen Hamburg vom Platz gestellt. In unserer Bildergalerie zeigen wir den Lebenslauf des Fußball-Profis.

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  • Beim VfB kommt Antonio Rüdiger mittlerweile regelmäßig zum Einsatz und darf sich schon fast als Stammkraft fühlen. Höchste Zeit, sich die Karriere des Abwehrspielers genauer anzuschauen. Klicke Sich sich durch unsere Bildergalerie.

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  • Antonio Rüdiger wurde 1993 in Berlin geboren. Sein Vater ist ein Deutscher, seine Mutter stammt aus Sierra Leone.

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  • Rüdigers Bruder ist Sahr Senesie (Mitte) – ebenfalls ein Fußball-Profi. Momentan spielt Senesie beim Drittligisten SV Wacker Burghausen.

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  • Rüdiger verbrachte seine Jugend bei Hertha Zehlendorf und schloss sich 2008 Borussia Dortmund an. Im Frühjahr 2011 wechselte er zum VfB Stuttgart. Bei den Schwaben spielte Rüdiger zu Beginn in der zweiten Mannschaft.

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  • Im Januar 2012 debütierte Rüdiger im Heimspiel des VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga.

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  • In der Kabine der Stuttgarter legt der Fußballer am liebsten Hip-Hop auf. Das ist seine Art, sich und die Kollegen auf die bevorstehenden 90 Minuten einzustimmen.

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  • 2012 wurde Rüdiger vom Deutschen Fußball Bund zum besten Spieler des Jahrgangs 1993 gekürt.

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  • Rüdiger gehörte auch zum Kader der deutschen U-18- sowie U-19- Nationalmannschaften.

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  • Für das U-20-Nationalteam von Deutschland war Rüdiger im September 2012 erstmals im Einsatz. Seit November 2012 spielt er in der U-21-Nationalmannschaft.

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  • Momentan läuft Antonio Rüdigers Vertrag beim VfB nur noch bis 2014. Das Abwehrtalent ist allerdings bereit, zu verlängern.

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Wegen einer Tätlichkeit gegen Rafael van der Vaart ist Antonio Rüdiger am vergangenen Sonntag vom Platz geflogen – schon zum zweiten Mal. Der VfB-Verteidiger weiß, dass er einen schweren Fehler begangen hat.

Herr Rüdiger, wie war die Nacht nach Ihrem Platzverweis?

Sehr schlecht. Ich habe kaum geschlafen.

Wie haben Sie die Szene erlebt?

Rafael van der Vaart hat rumgepöbelt, mich provoziert und mir seinen Ellenbogen in die Rippen gedrückt. Dann ist er viel zu theatralisch zu Boden gefallen. Trotzdem war meine Reaktion nicht richtig. Ich habe die Mannschaft im Stich gelassen und mich damit selbst sehr runtergezogen.

Wie konnte das passieren?

Ich bin ein sehr emotionaler Spieler, manchmal bin ich noch zu hitzig. So etwas darf mir nicht passieren. Als ich in der Kabine saß, ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Es ist einfach nur traurig.

Es war bereits Ihr zweiter Platzverweis wegen einer Tätlichkeit. Was wollen Sie tun, damit es nicht ein drittes Mal passiert?

Ich bin jetzt auf jede Hilfe angewiesen, und nehme auch jede Hilfe an. Für mich ist das ein weiterer Lernprozess in meiner Karriere. Ich muss meine Emotionen besser kontrollieren. Das ist ein fetter Denkzettel, den ich mir da verpasst habe.

Zuletzt waren Sie Stammspieler. Wie groß ist die Sorge, dass sich während ihrer Sperre andere Verteidiger unentbehrlich machen?

Es wartet harte Arbeit auf mich, und es wird nicht einfach zurückzukommen. Aber es gibt nichts und niemanden, vor dem ich Angst habe. Ich habe in meinem Leben noch nie etwas geschenkt bekommen. Ich werde es auch jetzt wieder allen zeigen.

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