Stürmer des VfB Stuttgart: Undav über den Schiedsrichter: „Ich mag den eh nicht!“
Als Tobias Welz nach Mitternacht die MHP-Arena verließ, da beherrschte der Schiedsrichter aus Wiesbaden noch lange die Diskussionen – auf beiden Seiten. Sowohl der SC Freiburg kritisierte die Leistung des Unparteiischen als auch ein Spieler des VfB Stuttgart. Deniz Undav sprach Klartext. „Einen krasseren Fehler, glaube ich, kannst du nicht machen als Schiedsrichter. Gut für uns natürlich, aber das darfst du nie und nimmer wegpfeifen“, sagte der Fußballprofi des Titelverteidigers nach dem hoch spannenden 2:1-Halbfinalerfolg nach Verlängerung im DFB-Pokal.
Welz hatte den Freiburgern zu Beginn der Verlängerung ein Tor von Nicolas Höler aberkannt (91.). Noch bevor der Ball über die Linie rollte, pfiff der Unparteiische die Szene ab. Der Video-Assistent hatte somit keine Möglichkeit zum Eingreifen. Welz wollte ein Foul von Höler an VfB-Verteidiger Jeff Chabot erkannt haben. Unbegreiflich für die Gäste aus dem Breisgau, glücklich für die Gastgeber, denn es blieb beim 1:1.
Tiago Tomas erzielte schließlich kurz vor dem Abpfiff den Siegtreffer für die Stuttgarter – und Undav, dem zuvor der Ausgleich gelungen war, trug sein Herz wieder einmal auf der Zunge. „Ich bin auch unzufrieden mit dem Schiedsrichter. Ich glaube, dass er das Spiel nicht richtig gut kontrollieren konnte. Er hat zu viele Gelbe Karten gegeben. Am Anfang hat er vor allem irgendwelche Fouls gepfiffen, die keine Fouls waren.“ Nach 17 Minuten hatte Welz bereits vier Gelbe Karten verteilt, was den Pokalkampf aber nicht beruhigte.
Nach dem Abpfiff kochten die Emotionen weiter. Und Undav bemerkte: „Ich mag den eh nicht! Wir hatten schon einmal ein Problem. Er hat uns schon einmal gepfiffen, da war das genau das gleiche. Wenn man nicht mal mit dem Schiedsrichter reden kann.“ Der 29-Jährige erzählte weiter, dass Welz auf dem Platz jegliche Kommunikation sofort unterbunden hatte. „Er hat einen direkt angeschrien. Man wollte ihm sagen: ,Entspann dich mal. Du kannst nicht jeden Kontakt pfeifen und nicht jedes Foul ist eine Gelbe Karte.’ Aber er hat das nicht zugelassen.“ Der Grund sei jedoch nicht Arroganz, sondern ein Schutzmechanismus. So ließ der 48-jährige Schiedsrichter beim Landesduell nicht nur das Fingerspitzengefühl vermissen, sondern beeinflusste die Begegnung stark – für jeden Schiedsrichter ein schlechtes Zeugnis.















