VfB Stuttgart im DFB-Pokal
: Der Doppelhammer – Stiller und Hitzlsperger mit ihren Volleyschüssen

Seit dem 19. Mai 2007 hat niemand mehr aus vergleichbarer Position so schön getroffen wie der aktuelle Nationalspieler gegen RB Leipzig. Wir erinnern an den Schlüsselmoment beim Meisterschaftsgewinn – und blicken auf das Pokalfinale.
Von
Carlos Ubina
Stuttgart
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  • Zwei VfB-Volltreffer: Angelo Stiller (links) und Thomas Hitzlsperger

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  • Für die VfB-Fans gab es vor Spielbeginn natürlich nur ein Ziel: Finale. Weil Drittligist Arminia Bielefeld am Abend zuvor Bayer 04 Leverkusen sensationell geschlagen hatte, stand der Gegner für den 24. Mai bei einem möglichen Finaleinzug bereits fest.

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  • Dieser Elf vertraute VfB-Trainer Sebastian Hoeneß.

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  • Und die Hoeneß-Elf erwischte direkt einen Blitzstart: Einen Eckball des VfB köpften die Leipziger noch aus dem Sechzehner, doch da lauerte Mittelfeldstratege Angelo Stiller. Der nahm sich aus 16 Metern ein Herz und traf mit dem schwächeren rechten Fuß per Volley zum 1:0 (5. Spielminute).

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  • Großer Jubel bei den VfB-Spielern ...

    /Hansjürgen Britsch
  • ... lange Gesichter hingegen bei den RB-Verantwortlichen um Jürgen Klopp und Mario Gomez.

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  • Auch RB-Interimstrainer Zsolt Löw, der erst am Wochenende auf Marco Rose folgte, haderte mit dem frühen Gegentreffer seiner Mannschaft.

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  • VfB-Stürmer Ermedin Demirovic hätte nur Minuten später beinahe auf 2:0 erhöht.

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  • Beide Teams lieferten sich eine turbulente erste Hälfte und kamen jeweils zu guten Abschlüssen.

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  • Bei RB tauchte vor allem Stürmer Lois Openda immer wieder gefährlich vor dem Stuttgarter Tor auf, brachte den Ball aber trotz einiger Möglichkeiten nicht hinter die Linie.

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  • VfB-Torwart Alexander Nübel musste sein Team mit zunehmender Spieldauer in Durchgang eins immer häufiger retten. Besonders stark seine Parade in der 35. Minute, als abermals Openda vor ihm auftauchte, und Nübel mit einem starken Reflex den Ball zur Seite abwehrte.

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  • Löw und seine stärker werdenden Leipziger mussten zur Halbzeit unzufrieden sein, aus den vielen Chancen nichts gemacht zu haben.

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  • Der MHP-Schriftzug verschwand übrigens erneut. Zwar hält MHP die Namensrechte an der Heimspielstätte des VfB Stuttgart seit 2023, der DFB-Pokal ist im Paket aber nicht enthalten.

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  • Kurzes Abtasten nach dem Seitenwechsel, dann gelang dem VfB erneut ein schnelles Tor. Nick Woltemade traf in der 57. Minute zum 2:0 für den VfB.

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  • Vorausgegangen war ein traumhaftes Zusammenspiel mit Demirovic.

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  • Der komfortable Vorsprung hielt nicht lange. Fünf Minuten später bekam der VfB nach einer Ecke den Ball mehrfach nicht geklärt; das bestrafte RB-Stürmer Benjamin Sesko und traf zum Anschluss.

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  • Gute zehn Minuten später war der alte Abstand wieder hergestellt. Jamie Leweling stocherte den Ball nach einer Ecke hinter die Linie – 3:1. Nach einer kurzen Überprüfung durch den VAR blieb der Treffer bestehen (73.).

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  • Dabei blieb es. Durch den Sieg spielt der VfB am 24. Mai in Berlin mit Arminia Bielefeld um den DFB-Pokal.

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Dieser Hammer wird in Erinnerung bleiben. Den Fans des VfB Stuttgart im Allgemeinen und Angelo Stiller im Besonderen. Schon nach fünf Minuten nahm sich der Mittelfeldspieler nach einem Eckball ein Herz – und traf volley zur 1:0-Führung gegen RB Leipzig. Der Treffer öffnete das Tor zum Finale im DFB-Pokal. Und nach dem 3:1 gegen den sächsischen Rivalen aus der Fußball-Bundesliga meinte Stiller: „No risk, no fun. Der Schuss kann natürlich auch über das Stadion gehen.“

Doch es war ein Volltreffer. Mit rechts, Stillers schwächerem Fuß – und so gleich wurden Vergleiche gezogen mit einem ebenfalls fulminanten Direktschuss nach einem Eckball. Damals zog Thomas Hitzlsperger („Hitz the Hammer“) ab, am 19. Mai 2007 gegen Energie Cottbus. Das Ding mit links gilt beim VfB als Meisterschuss, da er im letzten Saisonspiel die Wende einleitete und am Ende nach einem Sieg der überraschende Meistertitel gefeiert wurde.

Knapp 18 Jahre ist das her und seit Hitzlsperger hat im Stuttgarter Stadion niemand mehr so schön aus ähnlicher Position getroffen, bis Stiller im Pokalhalbfinale kam. „Kann man so machen“, schickte Hitzlsperger direkt über den sozialen Kanal X Grüße an seine alte Wirkungsstätte, wo er als Spieler, Manager und Vorstandschef tätig war.

Stiller nahm alle Glückwünsche dankend an und bekam nach dem Abpfiff das Grinsen ohnehin nicht mehr aus dem Gesicht. Doch diese besondere Erinnerung soll nicht die einzige aus dem DFB-Pokal in diesem Jahr bleiben. Im Endspiel am 24. Mai gegen den Drittligisten Arminia Bielefeld haben Stiller und Co. Großes vor. Der Pott soll nach 28 Jahren endlich wieder den Weg nach Stuttgart finden.

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