VfB Stuttgart im DFB-Pokal
: Sechs Spiele, zwei Siege – die besondere Pokalgeschichte in Rostock

An der Ostsee war lange nichts zu holen für den VfB, der zuletzt seine Bilanz aber aufbesserte. Hitzig ging es dabei fast immer zu. Ein Rückblick.
Von
Hannes Brenneisen
Stuttgart/Rostock
Jetzt in der App anhören
BAU // Rostock , Fußball DFB Pokal  1. Runde , Hansa Rostock vs. VfB Stuttgart , (L-R) Marco Königs (Hansa Rostock) , Atakan Karazor (Stuttgart) 


DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO. Gemäß den Vorgaben des DFB Deutschen Fu?ball Bundes ist es untersagt, im Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen.

Hart umkämpft: Atakan Karazor und dem VfB wurde im Gastspiel 2019 alles von Hansa Rostock (mit Marco Königs) abverlangt.

Pressefoto Baumann
  • VfB Stuttgart trifft zum siebten Mal im DFB-Pokal auf Hansa Rostock – meist hitzige Duelle.
  • Bilanz bislang schwach: sechs Spiele, zwei VfB-Siege. Oft schied Stuttgart in Rostock aus.
  • Historie: Niederlagen 1992 n.V., 1999 und 2005, erneut Pleite 2018 gegen Drittligist.
  • Wende durch zwei 1:0-Auswärtssiege 2019 und 2020, jeweils in der ersten Runde.
  • Timo Hildebrand warnt vor dem Underdog und betont die Schwierigkeit solcher Aufgaben.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es sind Geschichten, die oft nur der DFB-Pokal schreibt. Seit 1992 begegneten sich der VfB Stuttgart und Hansa Rostock gleich sechsmal im nationalen Pokalwettbewerb. Dabei lieferten sich die Kontrahenten ausnahmslos umkämpfte Duelle – nicht immer mit erfolgreichem Ende für den VfB: Nur nach zwei von sechs Spielen erreichten die Stuttgarter gegen den Underdog die nächste Runde. Am Freitag um 20.45 Uhr gastiert der VfB nun bereits zum siebten Mal in Rostock. Wir blicken auf die vergangenen Duelle zurück.

12. September 1992 (zweite Runde): Rostock – VfB 2:0 n.V.

Das erste Aufeinandertreffen lieferte bereits einen Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. In der zweiten Runde schalteten die Hanseaten, die frisch aus der Bundesliga abgestiegen waren, den amtierenden Deutschen Meister in der Verlängerung aus. Vor 10.000 Zuschauern sah Cheftrainer Christoph Daum, wie seine Mannschaft im Ostseestadion gegen einen aufopferungsvoll kämpfenden Zweitligisten nur wenige Mittel fand.

Folgerichtig ging es nach 90 Minuten torlos in die Verlängerung, in welcher Rostock die Stuttgarter mit einem Doppelschlag kalt erwischte. Timo Lange traf kurz vor dem Ende der ersten Hälfte zum 1:0 (103.), ehe Witold Kubala gleich nach Wiederanpfiff nachlegte. Der VfB fand in den übrigen 15 Minuten keine Antwort mehr und schied aus.

22. Dezember 1999 (Viertelfinale): Rostock – VfB 2:1

Sieben Jahre später hatte sich die Hansa zu einem etablierten Bundesligisten entwickelt und erwartete die Mannschaft von Ralf Rangnick zwei Tage vor Heiligabend im Ostseestadion. Brisanz versprach im Viertelfinale nicht nur die Ausgangslage, sondern auch der kommende Gegner. Auf den Sieger wartete im Halbfinale der FC Bayern.

MeinVfB

Brandaktuelle News, exklusive Einblicke und spannende Hintergründe in Text-, Podcast- und Videoform – mit MeinVfB sind die Fans des VfB Stuttgart vor, während und nach dem Spieltag immer voll auf Ballhöhe.

Zum Whatsapp Kanal

Vor 12 500 Zuschauern entwickelte sich Magnus Arvidsson zum Stuttgarter Pokalschreck. Der Angreifer traf nach 16 Minuten zur 1:0-Führung für die Hausherren und erzielte auch das 2:1 (37.). Zwischenzeitlich hatte Sean Dundee für den VfB ausgeglichen (18.). Der VfB konnte nicht mehr nachziehen und flog erneut aus dem Pokal.

26. Oktober 2005 (zweite Runde): Rostock – VfB 3:2

Die Vorraussetzungen im Oktober 2005 erinnerten stark an das erste Pokal-Duell der beiden Kontrahenten in der Spielzeit 1992/93. Hansa Rostock war erneut aus der Bundesliga abgestiegen, während der VfB zu den Kandidaten für das europäische Geschäft als klarer Favorit in das dritte Aufeinandertreffen ging. Erneut entwickelte sich das Ostseestadion in der zweiten Runde zur Endstation.

BAU // Fussball / Herren / 1. Bundesliga / VfB Stuttgart Training : Trainer Giovanni Trapattoni
copyright by Pressefoto Baumann
D-71638 Ludwigsburg
Königsallee 43 
Telefon 07141 440087 Fax 07141 440088
KSK Ludwigsburg (60450050) Konto Nr. 58014
email: pressefotobaumann@gmx.de

Auch Trainer-Legende Giovanni Trapattoni fand im Ostseestadion nicht die passenden Lösungen – wenige Wochen später war seine Zeit beim VfB im Februar 2006 zu Ende.

Pressefoto Baumann

Eigentlich begann für die Elf von Giovanni Trapattoni alles nach Plan. Bereits in der dritten Minute brachte Thomas Hitzlsperger die Gäste mit einem direkten Freistoß in Führung. Doch noch im ersten Durchgang erwischte den VfB eine eiskalte Dusche. Rostock stellte das Ergebnis binnen 25 Minuten auf den Kopf und ging nach Treffern von Marcel von Walsleben-Schied (16.), Rade Prica (28.) und Magnus Arvidsson (41.) mit einem 3:1 in die Pause. Zwar gelang Danijel Ljuboja in der Schlussphase noch der Anschlusstreffer (82.), zu mehr sollte es jedoch nicht mehr reichen.

18. August 2018 (erste Runde): Rostock – VfB 2:0

Die wohl größte Enttäuschung erwartete die Weiß-Roten in der ersten Runde 2018/19. Auch das vierte Pokalspiel im Ostseestadion ließ Spieler und Anhänger ernüchtert zurück. Rostock war mittlerweile in der 3. Liga angekommen, während der VfB nach dem 7. Platz in der Bundesliga einen gelungenen Saisonstart liefern wollte.

Spätestens nach acht Minuten war klar, dass auch dieses Gastspiel für den VfB kein leichtes werden würde. Cebio Soukou überwand Ron-Robert Zieler und traf per Außenrist zum 1:0. Das große Aufbäumen der Mannschaft von Tayfun Korkut blieb aus und die Hausherren machten die Sensation in der 84. Minute perfekt. Mirnes Pepic traf nach einem Konter per Direktabnahme unhaltbar zum 2:0 und baute die Stuttgarter Schreckensbilanz in Rostock aus.

12. August 2019 (erste Runde): Rostock – VfB 0:1

Das fünfte Aufeinandertreffen sollte endlich die Erlösung liefern. Ausgerechnet im ersten Pokal-Duell als Zweitligist gelang dem VfB knapp ein Jahr später der Premierensieg im Ostseestadion. In der ersten Runde reichte der Mannschaft von Tim Walter dabei ein Kopfballtor von Hamadi Al Ghaddioui (19.) zum Einzug in die zweite Runde. Zuvor hatte Daniel Didavi die Hintermannschaft der Gastgeber mit einem kurz ausgeführten Eckball im Tiefschlaf erwischt.

Stuttgarts Spieler bejubeln ihren Treffer zum 1:0. Mit dem Sieg gegen Rostock beenden die Schwaben einen Pokal-Fluch.

12.08.2019, Mecklenburg-Vorpommern, Rostock: Fußball: DFB-Pokal, 1. Runde, Hansa Rostock - VfB Stuttgart im Ostseestadion. Stuttgarts Spieler bejubeln ihren Treffer zum 1:0. Foto: Danny Gohlke/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

Die VfB-Spieler bejubeln den entscheidenden Treffer zum 1:0. Mit dem Sieg in Rostock beenden die Schwaben ihren Pokal-Fluch.

Danny Gohlke/dpa

Trotz des Erfolgs war der Drittligist erneut alles andere als ein angenehmer Gegner und stellte Stuttgart vor allem in der Schlussphase vor Probleme. Da der VfB nur mit einem Tor in Front lag, blieben die Hausherren gefährlich. So entwickelte sich kurz vor Spielende eine ruppige Partie, in der die Hintermannschaft um Marc-Oliver Kempf Schwerstarbeit verrichten musste, den Sieg aber über die Zeit brachte.

13. September 2020 (erste Runde): Rostock – VfB 0:1

Zum dritten Mal in Serie gastierten die Weiß-Roten in der ersten Runde in Rostock. Pellegrino Matarazzo hatte den VfB jüngst in die Bundesliga zurückgeführt und traf mit seiner Mannschaft im Ostseestadion auf einen engagierten Drittligisten, der den Stuttgartern erneut alles abverlangte.

Zwar erarbeiteten sich die Gäste ein klares Chancenplus, scheiterten aber immer wieder am überragend parierenden Markus Kolke im Hansa-Tor. In der 42. Minute sorgte ein Abstauber von Silas Katompa Mvumpa (42.) die 1:0-Führung aus VfB-Sicht. Das Team um Kapitän Gonzalo Castro brachte den knappen Vorsprung über die Zeit – hatte aber in der Nachspielzeit durchaus Glück, dass den Hanseaten ein Handelfmeter verweigert wurde.

Timo Hildebrand warnt vor Duell mit dem Underdog

Knapp sechs Jahre später führt den VfB die erste Runde des nationalen Pokalwettbewerbs nun erneut ins Ostseestadion. Die Stuttgarter konnten die Bilanz in den vergangenen beiden Duellen aufbessern, sollten dennoch vor einem unangenehmen Gegner gewarnt sein. Wie kompliziert Duelle mit Hansa Rostock sein können, weiß auch der frühere VfB-Keeper Timo Hildebrand, der selbst bei den Niederlagen 1999 und 2005 mit von der Partie war: „Gegen Underdogs kann man eigentlich nur verlieren. Es wird wichtig sein, wie die Mannschaft in den Flow kommt. Das ist gegen einen Drittligisten aber extrem undankbar. Man kann es nur schwer steuern“, warnt der Meistertorwart von 2007.