SWR Room Tour: Vom 70er-Jahre-Haus zum farbenfrohen Boho-Traum

Barbie würde dieses Haus lieben. Sophia hat ein langweiliges 1970er-Jahre-Haus mit viel DIY und wenig Geld in ihr Traumhaus verwandelt.
SWRDunkle Holzvertäfelungen, braune Fliesen, „Eiche rustikal“ – das Haus im Stuttgarter Umland, in das Sophia und ihr Mann vor einigen Jahren einzogen, wirkte zunächst wie aus der Zeit gefallen. Heute erinnert davon kaum noch etwas. Stattdessen dominieren zarte Grüntöne, kräftiges Pink, sanftes Rosa und frisches Blau das Bild.
Eine klassische Kernsanierung? Fehlanzeige. Sophia setzte bewusst auf einfache, günstige Lösungen und vor allem auf viel Eigenleistung.
Renovieren ohne Großbaustelle
Für Sophia stand von Anfang an fest: Sie wollte nicht jahrelang im Baustellenmodus leben. Statt Wände einzureißen und Böden herauszureißen, griff sie zu vergleichsweise unkomplizierten Mitteln wie Vinylaufklebern und Kreidefarbe.
Der Effekt: Der typische 70er-Jahre-Charme verschwand Schritt für Schritt, ohne große Eingriffe in die Bausubstanz und ohne hohe Kosten.
Alle Umbauten dokumentiert Sophia, die sich selbst „Goldie“ nennt, auf ihrem Instagram-Kanal. Dort zeigt sie, wie sich Räume mit überschaubarem Budget komplett verändern lassen.
Die größte Baustelle: alte Fliesen
Besonders herausfordernd waren die alten Fliesenböden. Statt sie aufwendig zu entfernen, entschied sich Sophia für einen anderen Weg: Sie überstrich sie.
Ein einfacher Trick ist das allerdings nicht. Vor dem Streichen müssen die Fliesen gründlich gereinigt und entfettet werden. Danach folgen Haftgrund, mehrere Farbschichten und eine Versiegelung. Jeder Schritt erfordert Präzision; Staub oder kleine Fehler bleiben sonst sichtbar.
Auch die Fugen können zur Herausforderung werden. Viele kleben sie sauber ab, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen. Sophia wählte stattdessen einen kreativen Ansatz: Sie gestaltete den Boden in Schachbrett-Optik. So treten die Fugen optisch in den Hintergrund.
Das Ergebnis überzeugt sie bis heute: Selbst nach zwei Jahren Nutzung zeigt der Boden kaum Abnutzungsspuren.
Neue Küche für kleines Budget
Nach dem gleichen Prinzip verwandelte Sophia auch ihre Küche. Alte Schränke und Fliesen blieben erhalten, wurden aber optisch komplett verändert. Für rund 1.000 Euro Materialkosten entstand so eine moderne Küche.
Neben den Kosten spielte auch Nachhaltigkeit eine Rolle: Bestehende Elemente weiterzuverwenden, spart Ressourcen und vermeidet unnötigen Abfall.
Kreidefarbe als Allround-Lösung
Ein zentrales Element ihrer Renovierung ist Kreidefarbe. Damit behandelte Sophia nicht nur Möbel, sondern auch Wandfliesen im Bad, Türen, Heizkörper und Fensterbänke.
Der Vorteil: In vielen Fällen ist kein aufwendiges Anschleifen nötig. Das spart Zeit – und macht die Umsetzung auch für Laien deutlich einfacher.
So verschwanden nach und nach die dunklen Holzelemente und machten Platz für einen hellen, farbenfrohen Stil.
Traumhaft Wohnen - Die ARD Room Tour
Zu sehen ist das außergewöhnliche Zuhause auch in der Sendung „Traumhaft Wohnen – Die ARD Room Tour“, die am Montag, 23. März 2026, um 21 Uhr im SWR läuft. Die Folge wurde bereits am 27. August 2023 auf dem YouTube-Kanal des Formats veröffentlicht.
Weitere Episoden in dieser Ausgabe von „Traumhaft Wohnen – Die ARD Room Tour“:
Inspiration aus Cottage, Hippie-Ära und Internet
Stilistisch orientiert sich Sophia an englischen Cottages, der Hippie-Ära und Ideen aus sozialen Netzwerken. Viele Möbelstücke findet sie gebraucht, etwa auf Online-Plattformen oder auf dem Sperrmüll.
Mit etwas Farbe und Kreativität entstehen daraus individuelle Einzelstücke, die perfekt zum Gesamtbild passen.
So wurde aus einem unscheinbaren 70er-Jahre-Haus ein farbenfrohes Zuhause mit persönlicher Handschrift – und ein Beispiel dafür, dass aufwendige Sanierungen nicht immer notwendig sind, um einen komplett neuen Wohnstil zu schaffen.
