Auszahlung im Juli
: Warum ist die Rente noch nicht auf dem Konto?

Wer am Monatsende auf seine Rente wartet und auf dem Konto noch keine Gutschrift sieht, muss nicht sofort von einem Fehler ausgehen.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Deutsche Rentenversicherung: ARCHIV - 30.04.2026, Berlin: Das Logo der Deutsche Rentenversicherung ist auf einem Haus zu sehen. (zu dpa: ««Rente mit 63»: Schnell abschaffen – oder gar nicht?») Foto: Markus Lenhardt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Das Logo der Deutsche Rentenversicherung ist auf einem Haus zu sehen.

Markus Lenhardt/dpa

Entscheidend sind der persönliche Auszahlungstermin, der Beginn des Rentenbezugs und der Zeitpunkt, zu dem die Bank die Überweisung verbucht. Gerade am 31. Juli 2026 dürfte die Frage viele Rentnerinnen und Rentner beschäftigen. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung wird die Rente an diesem Tag bis spätestens 23.59 Uhr gutgeschrieben. Eine am Vormittag oder Nachmittag noch fehlende Buchung bedeutet daher nicht automatisch, dass sich die Zahlung verspätet hat.

Der Rentenbeginn bestimmt den Auszahlungstermin

Ob die Rente im Voraus oder rückwirkend gezahlt wird, hängt davon ab, wann der Rentenbezug begonnen hat.

Bei Renten, die nach dem 1. April 2004 begonnen haben, erfolgt die Zahlung nachschüssig. Das bedeutet: Die Rente für einen bestimmten Monat wird erst am Ende dieses Monats überwiesen. Die Rente für Juli 2026 ist daher am 31. Juli 2026 fällig.

Wer seine Rente bereits bis einschließlich 31. März 2004 erhalten hat, bekommt sie grundsätzlich vorschüssig. Die Zahlung für den kommenden Monat geht dann bereits am Ende des vorhergehenden Monats ein. Die August-Rente wird in diesen Fällen ebenfalls am 31. Juli 2026 überwiesen. Maßgeblich ist jeweils der letzte Bankarbeitstag des Monats.

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Wann kommt die Rentenerhöhung auf dem Konto an?

Zum 1. Juli 2026 wurden die gesetzlichen Renten in Deutschland um 4,24 Prozent angehoben. Davon profitieren nach Angaben der Bundesregierung rund 21,5 Millionen Rentnerinnen und Rentner.

Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Rentner bereits am 1. Juli eine zusätzliche Überweisung erhalten haben. Wer seine Rente nachschüssig erhält, bekommt den erhöhten Betrag für Juli erst am Monatsende – im Jahr 2026 also am 31. Juli. Bei vorschüssig gezahlten Renten wurde der erhöhte Juli-Betrag bereits am 30. Juni überwiesen.

Diese Gründe können hinter einer fehlenden Zahlung stecken

Ist die Rente auch nach Ablauf des letzten Bankarbeitstags nicht eingegangen, sollten Betroffene zunächst prüfen, ob sich ihre Bankverbindung geändert hat. Der Renten Service der Deutschen Post empfiehlt, eine neue Kontoverbindung mindestens acht Wochen vor der Schließung des bisherigen Kontos mitzuteilen. Beim Wechsel über den Kontowechselservice der Bank muss außerdem sichergestellt werden, dass der Renten Service tatsächlich informiert wird und die Rentenversicherungsnummer korrekt angegeben ist.

Auch bei einer neu beantragten Rente kann es zu Verzögerungen kommen. Eine gesetzliche Rente wird nicht automatisch mit dem Erreichen des Rentenalters gezahlt, sondern muss beantragt werden. Die Bundesregierung empfiehlt, den Rentenantrag mindestens drei bis vier Monate vor dem geplanten Rentenbeginn einzureichen, damit die erste Zahlung pünktlich erfolgen kann.

Ein weiterer möglicher Grund betrifft Personen, die ihre Rente früher per Zahlungsanweisung bar erhalten haben. Dieser Auszahlungsweg wurde Ende 2025 eingestellt. Seit Dezember 2025 muss die Rente grundsätzlich auf ein Konto überwiesen werden. Wurde noch keine gültige Kontoverbindung hinterlegt, kann die Zahlung vorübergehend unterbrochen werden. Der Rentenanspruch geht dadurch zwar nicht verloren, die Auszahlung kann aber erst nach Klärung der Kontodaten fortgesetzt werden.

Bei einem Wohnsitz im Ausland kann zudem ein fehlender Lebensnachweis eine Rolle spielen. Rentnerinnen und Rentner im Ausland müssen grundsätzlich einmal jährlich nachweisen, dass die Voraussetzungen für die weitere Auszahlung bestehen. Wird ein angeforderter Lebensnachweis nicht rechtzeitig eingereicht, kann es zu einer Unterbrechung kommen. Für die meisten Rentnerinnen und Rentner mit Wohnsitz und Konto in Deutschland gilt diese Pflicht dagegen nicht.

Was Betroffene jetzt tun sollten

Zunächst sollte der gesamte letzte Bankarbeitstag abgewartet werden. Laut Renten Service muss die Gutschrift spätestens bis 23.59 Uhr erfolgt sein. Danach empfiehlt sich ein Blick auf ältere Kontoauszüge: Wird die Rente normalerweise im Voraus oder nachschüssig gezahlt? Wurde möglicherweise vor Kurzem das Konto gewechselt?

Fehlt die Zahlung nach Ablauf des Fälligkeitstags weiterhin, ist der Renten Service der Deutschen Post der richtige erste Ansprechpartner. Bei einer schriftlichen Meldung sollten die Postrentennummer und der Monat angegeben werden, für den die Zahlung fehlt. In dringenden Fällen erreichen Rentnerinnen und Rentner mit Wohnsitz in Deutschland den Renten Service unter der Telefonnummer 0221 5692-444. Für Rentner im Ausland gilt die Nummer +49 221 5692-777.

Geht es dagegen nicht um die technische Auszahlung, sondern um die Höhe, Berechnung oder Bewilligung der Rente, ist der zuständige Rentenversicherungsträger verantwortlich. Die Deutsche Rentenversicherung ist über das kostenlose Servicetelefon 0800 1000 4800 erreichbar.