Automobilgeschichte
: Als die Queen noch Daimler fuhr

Beim Namen Daimler denken die meisten an den Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz. Doch Fahrzeuge, die den Namen auch in ihrer Produktbezeichnung tragen, gab es nur aus Großbritannien.
Von
Julian Meier
Stuttgart
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  • Queen Elizabeth II. am Steuer eines Daimler Double Six. Die Langzeitmonarchin hatte eine Vorliebe für britische Luxusautos.

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  • Die Daimler Wagonette wurde bereits ein Jahr nach Gründung der Daimler Motor Company im Jahr 1897 produziert.

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  • Queen Elizabeth II. und Prinz Philip winken der Menge aus einem Daimler DE36 zu. Das Oberklassefahrzeug wurde zwischen 1946 und 1953 gebaut.

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  • Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann Daimler, auch in das Omnibus-Geschäft einzusteigen. Doppeldeckerbusse wie der Daimer Fleetline prägten lange Zeit das Stadtbild der Londoner Innenstadt.

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  • Der Daimler DS 420 war mit einer Auflage von rund 5000 Fahrzeugen einer der erfolgreichsten Modelle während der Zeit, als der britische Edelkonzern bereits zu Jaguar gehörte.

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  • Der Daimler Double Six basierte auf dem Jaguar XJ und unterschied sich von diesem vor allem durch eine luxuriösere Ausstattung.

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  • Der Daimler Super V8 lief noch bis 2003. Queen Elizabeth II. nutzte ihn jahrelang als Privatauto.

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Queen Elizabeth II. war bekanntlich ein Fan von Luxusautos. Während sie sich bei offiziellen Anlässen im Rolls-Royce oder Bentley chauffieren ließ, saß sie privat auch gerne selbst am Steuer. In ihrem beeindruckenden Fuhrpark befand sich unter anderem auch die Marke Daimler. Nun sei allerdings erwähnt, dass die Queen trotz ihrer deutschen Vorfahren eine echte britische Patriotin war, wenn es um ihre Fahrzeuge ging. Warum also Daimler? Was heute wohl nur noch Autoliebhaber wissen: Daimler-Fahrzeuge kamen früher nicht nur aus Baden-Württemberg, sondern mitten aus dem Herzen Großbritanniens.

Lange Zeit galt die Daimler Motor Company als die älteste noch existierende Automarke im Vereinigten Königreich. Der Name Daimler kommt allerdings nicht von ungefähr: Die Ursprünge liegen tatsächlich in Schwaben, wo Gottlieb Daimler Ende des 19. Jahrhunderts mit seinen Erfindungen auch im Ausland Interesse weckte. Bei einer Ausstellung in Bremen kamen der englische Unternehmer Frederick Richard Simms und er ins Gespräch. Es entstand eine Freundschaft mit weitreichenden Folgen.

Diesen Daimler Majestic nutzte Queen Elizabeth II. jahrelang als Privatauto. 2017 wurde die Oberklasselimousine für knapp 50.000 Euro versteigert.

Foto: Joe Giddens/PA Wire/dpa

Daimler wird zum Hoflieferanten der britischen Könige

Daimler verkaufte Simms die Patentrechte für seinen Motor und erlaubte, dass auch zukünftige Entwicklungen unter seinem Namen verkauft werden durften. In der englischen Industriestadt Coventry entstand die Daimler Motor Company, die sich schon bald als Hersteller von exklusiven Edelkarossen einen Namen machen sollte. Nur zwei Jahre nachdem das erste Modell in die Serienproduktion ging, erwarb der künftige König Eduard VII. seinen ersten Daimler und machte die junge Firma zum königlichen Hoflieferanten.

In den folgenden Jahrzehnten machte Daimler durch zahlreiche Innovationen von sich reden, auch Nutzfahrzeuge oder Doppeldecker-Busse wurden in den West Midlands produziert. Die Nachkriegszeit ging an Daimler allerdings nicht spurlos vorbei. Vornehme Luxusautos entsprachen nicht mehr dem Zeitgeist. 1960 wurde Daimler schließlich von Jaguar aufgekauft. Es entstanden zwar weiterhin Modelle mit dem geschwungene „D“ auf der Karosse, doch diese waren zunehmend nur noch eine abgewandelte High-End-Version der edelsten Jaguar-Modelle.

Die britische Automarke Daimler genoss lange Zeit Kultstatus – insbesondere beim Adel.

Foto: Imago/Wirestock

Mercedes-Benz erwirbt einen Teil der Namensrechte

2003 endete die Geschichte von Daimler zum ersten Mal. Drei Jahre später versuchte es Jaguar nochmal mit einem neuen Modell, dem Daimler Super Eight. Doch Jaguar war mittlerweile selbst in wirtschaftliche Turbulenzen gekommen. 2007 verkaufte der Mutterkonzern Ford einen Teil der Namensrechte von Daimler an Mercedes-Benz. Nach der Übernahme durch die indische Tata-Gruppe wurde 2009 schließlich auch der Daimler Super Eight eingestampft. Damit verschwand der Name Daimler, abgesehen von vereinzelten Oldtimersammlungen, größtenteils aus dem öffentlichen Gedächtnis – nicht aber aus den Geschichtsbüchern.

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