Neuer Tankrabatt ab Oktober
: So viel Geld spart man

Die Bundesregierung will ab Oktober einen neuen Tankrabatt einführen. Wie viel Geld lässt sich dadurch beim Tanken sparen?
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Kraftstoffpreise: Die aktuellen Kraftstoffpreise werden an der Anzeigetafel einer Tankstelle angezeigt. Diesel ist in Deutschland so teuer wie nie zuvor. Am Mittwoch kostete ein Liter im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,453 Euro und übertraf damit den bisherigen Rekord aus dem April, wie aus Zahlen des ADAC hervorgeht. (zu dpa: «Kubicki kritisiert Spritpreisdeckel als «Planwirtschaft»»)

Der neue Tankrabatt soll die Spritpreise senken.

Rolf Vennenbernd/dpa

Tanken ist in Deutschland zuletzt deutlich teurer geworden. Ab Oktober soll nun ein neuer Tankrabatt für Entlastung sorgen: Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel wird gesenkt. Unter dem Strich beträgt die steuerliche Entlastung rund 17 Cent pro Liter. Wie viel Autofahrer damit bei einer Tankfüllung sparen – und was Benzin und Diesel derzeit kosten.

Die hohen Kraftstoffpreise treffen derzeit vor allem Pendler und Menschen, die regelmäßig auf das Auto angewiesen sind. Bund und Länder haben deshalb ein neues Spritpreis-Entlastungspaket vereinbart. Zum 1. Oktober 2026 soll die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinken.

Der Bund reduziert die Energiesteuer bis zum Jahresende um 14 Cent pro Liter. Weil auf den niedrigeren Nettopreis zugleich weniger Umsatzsteuer anfällt, ergibt sich nach Angaben der Bundesregierung insgesamt eine Steuerentlastung von rund 17 Cent je Liter. Die Maßnahme soll Bürger und Wirtschaft insgesamt um etwa 2,5 Milliarden Euro entlasten.

Spritpreise aktuell: Diesel kostet im Schnitt 2,43 Euro

Der Tankrabatt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Kraftstoffpreise auf einem hohen Niveau liegen. Nach den jüngsten verfügbaren Daten von fuel-prices.eu kostete ein Liter Euro 95 in Deutschland durchschnittlich 2,36 Euro, während für einen Liter Diesel rund 2,43 Euro fällig wurden. Die Daten beziehen sich auf den 14. September 2026 und basieren auf dem wöchentlichen „Weekly Oil Bulletin“ der Europäischen Kommission. Es handelt sich damit um bundesweite Durchschnittswerte und nicht um tagesaktuelle Preise einzelner Tankstellen.

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Besonders Diesel hat sich zuletzt kräftig verteuert. Am 7. September lag der bundesweite Durchschnitt laut fuel-prices.eu noch bei rund 2,33 Euro, eine Woche später bereits bei 2,43 Euro. Das entspricht einem Anstieg von gut vier Prozent innerhalb einer Woche. Ende Juli waren es noch rund 2,19 Euro. Benzin verteuerte sich zwischen Ende Juli und Mitte September von rund 2,19 auf 2,36 Euro je Liter.

So könnten die Spritpreise mit Tankrabatt aussehen

Würde die Steuerentlastung von rund 17 Cent vollständig an die Kunden weitergegeben und blieben alle anderen preisbestimmenden Faktoren unverändert, ergäbe sich auf Basis der derzeitigen Durchschnittspreise rechnerisch folgendes Bild:

Damit würde Benzin auf Basis des aktuellen Preisniveaus rechnerisch um gut sieben Prozent günstiger. Bei Diesel wäre die prozentuale Entlastung ähnlich hoch.

Allerdings bedeutet die Steuersenkung nicht automatisch, dass die Preise an jeder Tankstelle am 1. Oktober exakt um 17 Cent fallen. Die tatsächlichen Preise hängen unter anderem von Rohöl- und Großhandelspreisen, Wechselkursen, regionalem Wettbewerb und der Preispolitik der Mineralölunternehmen ab. Die 17 Cent beschreiben die steuerliche Entlastung pro Liter.

So viel spart man bei einer Tankfüllung

Für Autofahrer lässt sich der Effekt trotzdem einfach berechnen: Pro getanktem Liter beträgt die mögliche Entlastung rund 17 Cent.

Wer beispielsweise 50 Liter Benzin tankt, zahlt bei einem Preis von 2,36 Euro derzeit rund 118 Euro. Bei einem um 17 Cent niedrigeren Literpreis von 2,19 Euro wären es rund 109,50 Euro – eine Ersparnis von 8,50 Euro pro Tankfüllung.

Bei Diesel fällt die absolute Ersparnis genauso hoch aus: Eine 50-Liter-Füllung kostet beim derzeitigen Durchschnittspreis von 2,43 Euro rund 121,50 Euro. Bei rechnerisch 2,26 Euro je Liter wären es 113 Euro.

Pendler können bis Jahresende deutlich mehr sparen

Wie stark sich der Tankrabatt im Geldbeutel bemerkbar macht, hängt vor allem vom Kraftstoffverbrauch ab. Wer im Monat beispielsweise 100 Liter tankt, spart bei einer vollständigen Weitergabe der Entlastung rund 17 Euro monatlich.

Da die Steuersenkung nach derzeitiger Planung von Oktober bis Ende Dezember 2026 gelten soll, ergibt sich für die verbleibenden drei Monate des Jahres folgende mögliche Entlastung:

Für Vielfahrer oder Haushalte mit mehreren Fahrzeugen kann sich die Entlastung damit bis zum Jahresende auf einen dreistelligen Betrag summieren.

Kommt der Tankrabatt tatsächlich bei den Autofahrern an?

Eine entscheidende Frage ist, ob Mineralölunternehmen und Tankstellen die niedrigere Steuer vollständig in Form niedrigerer Preise weitergeben. Die Bundesregierung verweist auf die Erfahrungen mit der vorherigen Energiesteuersenkung im Mai und Juni 2026. Nach ihrer Darstellung kamen die Monopolkommission und das Bundeskartellamt zu dem Ergebnis, dass die damalige Steuersenkung weitgehend bei den Verbrauchern angekommen sei.

Eine Garantie für bestimmte Preise an der Zapfsäule gibt es dennoch nicht. Selbst wenn die Steuerkomponente um 17 Cent sinkt, können etwa steigende Rohölpreise einen Teil der Entlastung gleichzeitig wieder aufzehren.

Tankrabatt gilt zunächst nur bis Ende 2026

Die neue Steuersenkung ist zeitlich begrenzt. Nach Angaben der Bundesregierung soll sie vom 1. Oktober bis zum Ende des Jahres 2026 gelten. Für die Zeit danach plant die Bundesregierung weitere Maßnahmen. Unter anderem sollen Gespräche mit der Mineralölwirtschaft über einen vorübergehenden Spritpreisdeckel geführt werden, der nach derzeitiger Zielsetzung spätestens zum 1. Januar 2027 eingeführt werden könnte. Details dazu sind bislang jedoch noch nicht abschließend festgelegt.