Rentenerhöhung im Juli: Wird die Rente auch 2027 erhöht?

Auch 2027 sollen die Renten steigen.
IMAGO / BihlmayerfotografieZum 1. Juli 2026 steigen die Renten in Deutschland um 4,24 Prozent. Rund 21,5 Millionen Rentnerinnen und Rentner erhalten damit mehr Geld. Der Bundesrat hat der entsprechenden Rentenwertbestimmungsverordnung der Bundesregierung abschließend zugestimmt. Doch wie sieht es im Jahr darauf aus? Gibt es auch 2027 eine Rentenerhöhung?
Prognose für Rentenerhöhung 2027
Nach der Frühjahrsfinanzschätzung 2026 der Deutschen Rentenversicherung Bund ist für 2027 tatsächlich erneut eine Rentenanpassung vorgesehen. In der Tabelle zur weiteren Entwicklung wird für das Jahr 2027 eine Rentenanpassung von 4,4 Prozent ausgewiesen. Für 2026 nennt das Dokument eine Anpassung von 4,2 Prozent, für 2027 dann 4,4 Prozent.
Dabei handelt es sichallerdings nicht um einen bereits beschlossenen Wert. Die Zahl ist Teil einer Vorausberechnung. Die endgültige Rentenerhöhung für 2027 wird erst später festgelegt – auf Grundlage der dann maßgeblichen Daten und per Rentenwertbestimmungsverordnung der Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates.
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Was für 2027 erwartet wird
Die Frühjahrsfinanzschätzung 2026 geht für 2027 von weiter steigenden Löhnen aus. Bei den Bruttolöhnen und -gehältern pro Kopf wird für 2027 ein Plus von 3,2 Prozent angenommen. Gleichzeitig wird in der Schätzung eine Rentenanpassung von 4,4 Prozent ausgewiesen.
Für Rentnerinnen und Rentner wäre das – falls es so kommt – erneut ein deutliches Plus. Nach der Erhöhung 2026 um 4,24 Prozent würde die gesetzliche Rente damit im Folgejahr ein weiteres Mal spürbar steigen.
Endgültig ist diese Zahl aber nicht. Die tatsächliche Rentenanpassung 2027 hängt unter anderem von der konkreten Lohnentwicklung, den gesetzlichen Vorgaben und den dann vorliegenden Berechnungsdaten ab.
Rentenniveau soll bei 48 Prozent bleiben
Eine wichtige Rolle spielt weiterhin das Rentenniveau. Es liegt nach den aktuellen gesetzlichen Vorgaben bis einschließlich 2031 bei mindestens 48 Prozent. Das bedeutet: Der aktuelle Rentenwert wird so festgelegt, dass dieses Sicherungsniveau vor Steuern erreicht wird.
Vereinfacht gesagt beschreibt das Rentenniveau, wie hoch die Rente eines sogenannten Standardrentners im Verhältnis zum Durchschnittslohn ist. Als Standardrentner gilt eine Person, die 45 Jahre lang jeweils zum Durchschnittslohn gearbeitet und Beiträge gezahlt hat.
Für die Jahre 2025 bis 2030 weist die Frühjahrsfinanzschätzung durchgehend ein Nettorentenniveau von 48,0 Prozent aus. Auch für 2027 wird dieser Wert genannt.
Rentengarantie verhindert Kürzung
Eine wichtige Absicherung bleibt die sogenannte Rentengarantie. Sie verhindert, dass der aktuelle Rentenwert bei der jährlichen Rentenanpassung sinkt. Selbst wenn sich rechnerisch ein niedrigerer Wert ergeben würde, dürfen die Renten dadurch nicht gekürzt werden.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jede künftige Rentenerhöhung automatisch hoch ausfallen muss. Die Höhe der Anpassung hängt weiterhin von den gesetzlichen Berechnungsgrundlagen ab. Für 2027 deutet die aktuelle Finanzschätzung aber auf eine weitere Erhöhung hin.
