Rentenerhöhung 2027, 2028 und 2029: So sieht die Prognose aus

So viel mehr Geld könnte es in den nächsten Jahren geben.
Patrick Pleul/dpaBesonders kräftig könnte die Rentenerhöhung im Jahr 2027 ausfallen. Für 2028 fällt die Prognose dagegen deutlich niedriger aus, bevor die Renten 2029 wieder etwas stärker steigen könnten. Das geht aus der Frühjahrsfinanzschätzung 2026 für die allgemeine Rentenversicherung der Deutschen Rentenversicherung Bund hervor. Die Berechnungen wurden Ende April 2026 erstellt und Anfang Mai mit den Ergebnissen der Steuerschätzung aktualisiert. Grundlage sind unter anderem die Wirtschaftsannahmen der Bundesregierung aus der Frühjahrsprojektion 2026.
Rentenerhöhung 2027: Prognose sieht Plus von 4,4 Prozent vor
Für das Jahr 2027 rechnet die Deutsche Rentenversicherung derzeit mit einer Rentenanpassung von 4,4 Prozent. Damit würde die Erhöhung sogar etwas höher ausfallen als 2026. Für 2026 geht die Finanzschätzung von einem Plus von 4,2 Prozent aus.
Für Rentner würde eine Erhöhung um 4,4 Prozent beispielsweise bedeuten:
Dabei handelt es sich um vereinfachte Beispielrechnungen auf Basis der prognostizierten prozentualen Anpassung. Wie hoch die tatsächliche Rentenanpassung ausfällt, steht erst fest, wenn die dafür maßgeblichen Daten vorliegen.
Ein wichtiger Faktor sind die Löhne. Für 2027 unterstellt die Finanzschätzung einen Anstieg der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer um 3,2 Prozent. Die Zahl der beitragspflichtig Beschäftigten soll gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert bleiben.
Rentenerhöhung 2028: Deutlich geringeres Plus erwartet
Nach dem vergleichsweise kräftigen Anstieg 2027 könnte die Rentenerhöhung im folgenden Jahr deutlich kleiner ausfallen. Für 2028 wird derzeit eine Rentenanpassung von 2,3 Prozent angenommen.
Bei einer Bruttorente von 1.500 Euro entspräche dies rechnerisch einem Plus von 34,50 Euro im Monat. Eine Rente von 2.000 Euro würde bei einer Erhöhung um 2,3 Prozent um 46 Euro steigen.
Auch beim angenommenen Lohnwachstum zeigt die Prognose eine Abschwächung. Nach 3,2 Prozent im Jahr 2027 rechnet die Rentenversicherung für 2028 mit einer Steigerung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer um 2,9 Prozent.
Gleichzeitig zeichnet sich eine stärkere finanzielle Belastung der Rentenversicherung ab. Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung, der der Schätzung zufolge 2027 noch bei 18,6 Prozent liegen soll, steigt in der Modellrechnung 2028 auf 19,9 Prozent.
Rentenerhöhung 2029: Prognose steigt wieder auf 2,8 Prozent
Für 2029 fällt die Prognose wieder etwas höher aus. Die Frühjahrsfinanzschätzung geht von einer Rentenanpassung um 2,8 Prozent aus.
Aus 1.500 Euro Bruttorente würden bei einer isoliert betrachteten Erhöhung um 2,8 Prozent rechnerisch 1.542 Euro. Bei 2.000 Euro wären es 2.056 Euro.
Auch für 2029 kalkuliert die Deutsche Rentenversicherung mit einem Lohnanstieg von 2,9 Prozent. Die Zahl der beitragspflichtig Beschäftigten soll der Prognose zufolge lediglich um 0,1 Prozent wachsen.
Der Beitragssatz zur Rentenversicherung könnte zugleich auf 20,0 Prozent steigen. Die Finanzschätzung zeigt damit, dass steigende Renten in den kommenden Jahren mit deutlich höheren finanziellen Anforderungen an das Rentensystem einhergehen.
Prognosen sind noch keine endgültigen Rentenerhöhungen
Wichtig ist allerdings: Die Werte für 2027, 2028 und 2029 sind keine bereits beschlossenen Rentenerhöhungen. Es handelt sich um Vorausberechnungen auf Grundlage der derzeit erwarteten wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung.
Die Finanzschätzung stützt sich unter anderem auf die Frühjahrsprojektion 2026 der Bundesregierung sowie auf die mittlere Variante der 16. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung. Ändern sich Lohnentwicklung, Beschäftigung oder andere maßgebliche Rahmenbedingungen, können sich deshalb auch die später tatsächlich festgelegten Rentenanpassungen von der heutigen Prognose unterscheiden.
