Beflaggung am 20. Juli
: Warum ist heute geflaggt?

Warum wehen heute an vielen öffentlichen Gebäuden die Flaggen? Hintergrund ist ein historischer Jahrestag.
Von
Matthias Kemter
Stuttgart
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Deutschland-Flagge: ARCHIV - 10.05.2021, Schleswig-Holstein, Nordstrand: Eine deutsche Flagge weht auf einer Fähre im Wind. (zu dpa: «Regierung plant Reform für Schiffsregister und Flaggenrecht») Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Darum wehen heute am Montag dem 20. Juli 2026 bundesweit die Flaggen

Marcus Brandt/dpa

An den Dienstgebäuden des Bundes wehen heute, am 20. Juli 2026, bundesweit die Flaggen. Anlass ist der 82. Jahrestag des Attentats- und Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944. Mit der Beflaggung wird an den Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft erinnert.

Auf Vollmast beflaggt sind heute alle Behörden und Dienststellen des Bundes sowie für Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht von Bundesbehörden unterstehen. Logo-Flaggen dürfen nicht verwendet werden.

Der 20. Juli gehört zu den regelmäßigen allgemeinen Beflaggungstagen des Bundes. Grundlage ist der Erlass der Bundesregierung über die Beflaggung der Dienstgebäude des Bundes vom 22. März 2005. Eine zusätzliche besondere Anordnung ist daher nicht erforderlich.

Erinnerung an den Widerstand vom 20. Juli 1944

Am 20. Juli 1944 versuchte eine Gruppe von Angehörigen des militärischen und zivilen Widerstands, Adolf Hitler durch ein Attentat zu töten und die nationalsozialistische Herrschaft zu beenden. Im Zentrum des Umsturzversuchs stand Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der im sogenannten Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ eine Bombe platzierte.

Das Attentat scheiterte. Stauffenberg und mehrere seiner Mitstreiter wurden noch in der Nacht zum 21. Juli 1944 im Ehrenhof des Berliner Bendlerblocks erschossen. Zahlreiche weitere Beteiligte und Unterstützer wurden in den folgenden Wochen und Monaten verfolgt, verurteilt und hingerichtet.

Gedenkveranstaltung im Bendlerblock

Die Bundesregierung und die Stiftung 20. Juli 1944 erinnern heute mit einer Feierstunde im Ehrenhof des Bendlerblocks in Berlin an die Widerstandskämpfer und die Opfer des Nationalsozialismus.

Nach der Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden der Stiftung 20. Juli 1944, Prof. Dr. Robert von Steinau-Steinrück und einem Grußwort des Berliner Bürgermeisters und Finanzsenators Stefan Evers hält Bundesfamilienministerin Karin Prien die Gedenkansprache. Das Totengedenken spricht Valerie Riedesel Freifrau zu Eisenbach, die Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung.

Anschließend legt Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz gemeinsam mit dem Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, einen Kranz nieder. Weitere Vertreter der Verfassungsorgane des Bundes, des Landes Berlin und der Stiftung 20. Juli 1944 beteiligen sich ebenfalls an der Kranzniederlegung. Die Gedenkveranstaltung findet von 11 bis 12 Uhr vor geladenen Gästen statt. Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand überträgt die Feierstunde per Livestream.