Koalitionsausschuss: Was passiert mit den Minijobs?

Der Sonderstatus von Minijobs soll abgeschafft werden. Diese Änderungen wurden beschlossen.
stockwerk-fotodesign / Shutterstock.comMinijobs stehen vor einem grundlegenden Umbau. Die Bundesregierung will die Empfehlungen der Alterssicherungskommission in einem Gesetzespaket umsetzen, das bis Ende 2026 verabschiedet werden soll. Dazu gehört: Der steuer- und sozialversicherungsrechtliche Sonderstatus von Minijobs soll abgeschafft werden.
Rentenversicherung ohne Ausstiegsmöglichkeit
Konkret heißt das: Minijobs sollen künftig ohne Opt-out-Möglichkeit vollständig in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden. Heute sind Minijobber zwar grundsätzlich rentenversicherungspflichtig, können sich davon aber befreien lassen. Diese Möglichkeit soll entfallen. Ausnahmen soll es nur noch für Schülerinnen und Schüler geben.
Pauschalsteuer steigt auf fünf Prozent
Auch steuerlich wird es teurer. Der Pauschalsteuersatz für Minijobs soll von zwei auf fünf Prozent steigen. Damit verlieren Minijobs zusätzlich einen Teil ihrer bisherigen Sonderstellung.
Warum die Reform kommt
Die Begründung der Kommission ist klar. Minijobs seien für viele Menschen kein bloßer Nebenverdienst, sondern eine dauerhaft schwach abgesicherte Beschäftigungsform. Besonders Frauen seien betroffen. Die Kommission sieht darin ein Risiko für spätere Altersarmut und für eine dauerhaft niedrige Erwerbsbeteiligung.
Auch Midijobs wären betroffen
Mit dem Ende der Sonderregeln würden auch Midijobs verändert. Der bisherige Übergangsbereich mit reduzierten Sozialbeiträgen zwischen Minijob und regulärer Beschäftigung soll entfallen. Damit würden Beschäftigte mit niedrigen Einkommen stärker belastet, zugleich aber vollständiger in die Sozialversicherung einbezogen.
Was das für Beschäftigte bedeutet
Für Arbeitnehmer bedeutet das. Vom Brutto bleibt voraussichtlich weniger netto übrig, dafür entstehen mehr Rentenansprüche und eine bessere soziale Absicherung.
Was das für Arbeitgeber bedeutet
Für Arbeitgeber bedeutet es: Minijobs werden teurer und weniger flexibel. Besonders betroffen wären Branchen wie Gastronomie, Einzelhandel, Reinigung, Pflegehilfen, Tourismus und private Haushalte.
Politisch bleibt die Reform heikel
Politisch ist der Schritt heikel. Wirtschaftsvertreter warnen vor Belastungen für kleine Betriebe und vor dem Wegfall flexibler Beschäftigungsmöglichkeiten.
Fazit
Unterm Strich geht es nicht um eine reine Abschaffung von Minijobs als Arbeitsform, sondern um das Ende ihrer Sonderbehandlung. Aus dem Minijob soll faktisch eine regulärere, stärker sozialversicherungspflichtige Beschäftigung werden. Für viele Beschäftigte bringt das mehr Absicherung. Für Betriebe und manche Nebenjobber wird es aber spürbar teurer und unattraktiver.
