US-Arzneimittelbehörde
: Krebs der Bauchspeicheldrüse: Neuartiges Medikament zugelassen

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist tückisch. Oft wird er erst entdeckt, wenn es zu spät ist, er sich nicht mehr behandeln lässt. Umso wichtiger: frühe Anzeichen ernst nehmen. Ein neues Medikament aus den USA könnte Hoffnung machen.
Von
Markus Brauer
Washington
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Vascularization of the pancreas in anterior view with vesicle and common bile duct. . JACOPINx/xBSIP 016242_269 941_rf_28_Bsip_016242_269

Die Bauchspeicheldrüse – auch Pankreas genannt – ist eine Drüse im Bauchraum, die für die Verdauung und den Zuckerstoffwechsel zuständig ist. Sie produziert Verdauungsenzyme für den Dünndarm und Hormone wie Insulin und Glukagon, die den Blutzuckerspiegel regulieren.

Imago/UIG
  • FDA lässt neues Medikament gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs zu – eine zusätzliche Behandlungsoption.
  • Rasonque von Revolution Medicines verdoppelte in einer Studie die Überlebenszeit bestimmter Patienten.
  • Das oral verabreichte Daraxonrasib wirkte teils besser als Chemotherapie, Heilung verspricht es nicht.
  • Laut FDA profitieren Patienten mit bestimmten Kriterien, etwa nach vorheriger anderer Behandlung.
  • Das Molekül zielt auf ein bislang schwer angreifbares Protein und weckt Hoffnung auch für andere Krebsarten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat ein neues vielversprechendes Medikament zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs zugelassen.

Neue Option für eine der heimtückischsten Krebs-Erkrankungen

Die Zulassung gebe Patienten, die an dieser „außergewöhnlich schwer zu behandelnden“ Form von Krebs litten, eine neue Option, hat die FDA mitgeteilt. Das unter dem Markennamen Rasonque vom Startup Revolution Medicines entwickelte Medikament hatte in einer klinischen Studie gezeigt, dass es die Überlebenszeit bestimmter Patienten verdoppeln kann.

Das als Tablette verabreichte Mittel verspricht zwar keine Heilung. Dennoch hat es unter Medizinern und Patientenfürsprechern Begeisterung ausgelöst, da es an einer bestimmten Form des Bauchspeicheldrüsenkrebses Erkrankten potenziell mehrere Monate zusätzliche Lebenszeit ermöglicht. Die Patienten müssen laut FDA bestimmte Kriterien erfüllen, wie etwa, dass sie schon vorher eine andere Behandlung bekommen haben.

Krebszelle in der Pankreas unter dem Elektronenmikroskop.

Krebszelle in der Pankreas unter dem Elektronenmikroskop.

Imago/BSIP

Potenziell effektiver als Chemotherapie

Das Medikament nutzt ein Daraxonrasib genanntes neues Molekül, das sich in klinischen Versuchen als effektiver als eine klassische Chemotherapie erwiesen hat. Die Hälfte der Patienten, die das Mittel eingenommen hatte, überlebte für mehr als 13 Monate - und damit doppelt so lange wie die mit Chemotherapie behandelten Patienten.

Die Ergebnisse stellen den ersten bedeutenden Fortschritt in der Behandlung von Bauspeicheldrüsenkrebs seit Jahrzehnten dar. Sie wecken zudem Hoffnungen für die Behandlung anderer Patienten, da das Molekül auf ein Protein zielt, das in verschiedenen Krebserkrankungen eine Rolle spielt und das bis vor kurzem noch als unangreifbar galt.

Was ist die Bauchspeicheldrüse?

Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den tödlichsten Krebsarten. Bei vielen Patienten kehrt die Krankheit trotz monatelanger Chemotherapie und großer Operationen zurück.

Die Bauchspeicheldrüse – auch Pankreas genannt – ist eine Drüse im Bauchraum, die für die Verdauung und den Zuckerstoffwechsel zuständig ist. Sie produziert Verdauungsenzyme für den Dünndarm und Hormone wie Insulin und Glukagon, die den Blutzuckerspiegel regulieren.

Was ist ihre Aufgabe?

Die Bauchspeicheldrüse hat wichtige Aufgaben: Sie produziert nicht nur Hormone, die den Blutzuckerspiegel regulieren, sondern auch Enzyme, die unser Körper braucht, um Essen zu verdauen.

Doch was, wenn das Organ von Krebs befallen ist? Steht auf einmal die Diagnose Pankreaskarzinom im Raum, ist das für Betroffene und ihre Liebsten ein riesiger Schock. Denn der Blick auf die Überlebensrate gibt zunächst wenig Hoffnung.

„90 Prozent der Erkrankten sterben innerhalb von fünf Jahren am Pankreaskarzinom“, stellt Lutz Otto, Bundesvorsitzender des Arbeitskreises der Pankreatektomierten (AdP) fest.

Wo liegt die Bauchspeicheldrüse?

Sie liegt quer im Oberbauch hinter dem Magen und vor der Wirbelsäule und wird in Kopf, Körper und Schwanz unterteilt. Die Drüse ist etwa 15 bis 20 cm lang und wiegt 70 bis 120 Gramm. Sie ist in Kopf, Körper und Schwanz unterteilt. Der Pankreaskopf liegt am Zwölffingerdarm an.

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas, Bildmitte) ist ein lebenswichtiges Organ im menschlichen Oberbauch. Sie liegt hinter dem Magen und hat zwei Hauptaufgaben: die Produktion von Verdauungsenzymen für die Nahrungsaufspaltung und die Bildung von Hormonen wie Insulin zur Regulierung des Blutzuckerspiegels.

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas, Bildmitte) ist ein lebenswichtiges Organ im menschlichen Oberbauch. Sie liegt hinter dem Magen und hat zwei Hauptaufgaben: die Produktion von Verdauungsenzymen für die Nahrungsaufspaltung und die Bildung von Hormonen wie Insulin zur Regulierung des Blutzuckerspiegels.

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Was macht die Bauchspeicheldrüse?

  • Verdauung (exokrine Funktion): Die Bauchspeicheldrüse produziert täglich rund 1,5 bis 3 Liter Verdauungssaft. Dieser Saft enthält über 20 Enzyme, darunter Amylase, Trypsin und Lipase, die Kohlenhydrate, Proteine und Fette aufspalten. Die Enzyme werden in den Zwölffingerdarm abgegeben, wo sie den Nahrungsbrei zersetzen.
  • Stoffwechsel (endokrine Funktion): Über die Langerhans-Inseln werden die Hormone Insulin und Glukagon produziert. Insulin senkt den Blutzuckerspiegel, indem es die Aufnahme von Glukose in die Körperzellen ermöglicht. Glukagon ist ein Gegenspieler von Insulin und sorgt dafür, dass die Blutzuckerspiegel wieder steigen, indem es die Zuckerreserven der Leber freisetzt.
Die Bauchspeicheldrüse Sie produziert täglich etwa 1,5 Liter Verdauungssaft. Dieser enthält Enzyme, die Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette im Darm aufspalten, damit der Körper sie aufnehmen kann.

Die Bauchspeicheldrüse Sie produziert täglich etwa 1,5 Liter Verdauungssaft. Dieser enthält Enzyme, die Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette im Darm aufspalten, damit der Körper sie aufnehmen kann.

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Welche Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse gibt es?

  • Entzündungen (Pankreatitis): Eine akute oder chronische Entzündung kann durch Gallensteine oder chronischen Alkoholkonsum ausgelöst werden. Symptome können starke Oberbauchschmerzen, Fieber und Verdauungsprobleme wie Blähungen und Durchfall sein.
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs: Dabei handelt es sich um eine bösartige (maligne) Erkrankung, die oft erst spät erkannt wird, da die Symptome oft unspezifisch sind. Der Tumor entwickelt sich schleichend, verursacht lange keine oder nur unspezifische Symptome. Umso wichtiger: es ernst nehmen, wenn der Körper doch Signale sendet.

Von Gelbsucht bis Fettstuhl: Warnzeichen der Bauchspeicheldrüse

Wie bei jeder Krebsart gilt auch bei Bauchspeicheldrüsenkrebs: Je früher er erkannt wird, desto mehr ist in Sachen Behandlung möglich. Anders als bei Brust- oder Darmkrebs gibt es für Bauchspeicheldrüsenkrebs keine allgemeine Früherkennungsuntersuchung. Der Tumor entwickelt sich schleichend, verursacht lange keine oder nur unspezifische Symptome.

Umso wichtiger: Es ernst nehmen, wenn der Körper doch Signale sendet. Folgende Beschwerden können anzeigen, dass mit der Bauchspeicheldrüse etwas nicht stimmt, sich womöglich sogar ein Tumor entwickelt hat:

  • unerklärbarer Gewichtsverlust oder Appetitlosigkeit
  • verstärkte Müdigkeit und Erschöpfung
  • Nachtschweiß
  • Veränderungen am Bauch, die sich ertasten lassen

Treten Beschwerden ohne klare Ursache auf oder halten über einen längeren Zeitraum – etwa zwei bis vier Wochen – an, sollte man sie ärztlich abklären lassen, rät der Krebsinformationsdienst.

Der Tumor entwickelt sich schleichend, verursacht lange keine oder nur unspezifische Symptome. Umso wichtiger: es ernst nehmen, wenn der Körper doch Signale sendet.

Der Tumor entwickelt sich schleichend, verursacht lange keine oder nur unspezifische Symptome. Umso wichtiger: es ernst nehmen, wenn der Körper doch Signale sendet.

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Gibt es Fälle von Bauchspeicheldrüsenkrebs in der Familie?

Besonders wachsam sollten alle sein, die ein erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs haben. Das besteht etwa, wenn man mindestens zwei Verwandte ersten Grades – also Kinder, Eltern oder Geschwister - hat, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt sind, empfiehlt der Krebsinformationsdienst.

In diesem Fall zahlt die gesetzliche Krankenkasse unter bestimmten Voraussetzungen Untersuchungen zur Früherkennung – etwa MRT-Untersuchungen oder auch Untersuchungen, die Ultraschall und Magenspiegelung kombinieren.

Die familiäre Vorbelastung ist nicht das Einzige, was auf das Risiko für Pankreaskrebs einzahlt. Auch die Lebensgewohnheiten spielen eine Rolle: So erhöhen Rauchen, starkes Übergewicht und hoher Alkoholkonsum das Risiko. (mit AFP-Agenturmaterial)