Bundesurlaubsgesetz
: Wie viel Urlaub gibt es im Minijob?

Wer hat bei Teilzeit und geringfügiger Beschäftigung Recht auf wie viele Tage? Die Anzahl der wöchentlichen Arbeitstage ist entscheidend für den Anspruch.
Von
Michael Maier
Stuttgart
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Minijobs

Minijobs in der Kneipe und anderswo – den zustehenden Urlaub sollte man sich nicht entgehen lassen.

Sina Schuldt/dpa-tmn/dpa

Urlaub gibt es nur für Vollzeitkräfte? Ein weit verbreiteter Irrtum. Auch Millionen Beschäftigte in einem Minijob haben einen gesetzlichen Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Dennoch verzichten viele Minijobber auf ihre freien Tage – häufig aus Unwissenheit über die rechtliche Lage oder gar „der Einfachheit halber“, wovon dann allein der Chef profitieren kann.

Wie hoch der Urlaubsanspruch ausfällt und wie er berechnet wird, hängt von einem klaren Faktor ab, und es ist nicht der, den man auf jeden Fall erwarten würde. Die Grundregel: Tage zählen, nicht Stunden. Für den Urlaubsanspruch ist nicht entscheidend, wie viele Stunden pro Tag gearbeitet werden, sondern an wie vielen Tagen in der Woche ein Einsatz erfolgt.

Das Bundesurlaubsgesetz garantiert allen Arbeitnehmern mindestens 4 Wochen bezahlten Urlaub pro Kalenderjahr. Ausgehend von einer 6-Tage-Woche (Montag bis Samstag = 312 Werktage im Jahr) entspricht das mindestens 24 Werktagen Urlaub. Bei einer 5-Tage-Woche sind es 20 Werktage Urlaub.

Der Sonderstatus von Minijobs soll abgeschafft werden.

Der Sonderstatus von Minijobs soll abgeschafft werden – wahrscheinlich aber nicht von einem Tag auf den anderen. Vorerst bleibt alles beim Alten.

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Formel für Minijob-Mindesturlaub bei festen Tagen

Erfolgt die Arbeit an festen Tagen in der Woche, lässt sich der Anspruch mit folgender Formel ermitteln:

  • Urlaubstage = (Arbeitstage pro Woche × 24) / 6

Praxisbeispiele auf Basis des gesetzlichen Minimums:

  • 5 Tage/Woche: 20 Urlaubstage
  • 3 Tage/Woche: 12 Urlaubstage
  • 1 Tag/Woche: 4 Urlaubstage

Wichtig: Gewährt der Arbeitgeber Vollzeitkräften mehr als den gesetzlichen Mindesturlaub (z. B. 30 Tage bei einer 5-Tage-Woche), greift der Gleichbehandlungsgrundsatz. Der Anspruch für Minijobber erhöht sich in diesem Fall entsprechend anteilig.

Unregelmäßige Arbeitstage im Minijob

Variieren die Arbeitstage von Woche zu Woche, wird die Berechnung auf das gesamte Jahr hochgerechnet:

  • Urlaubstage = (Geleistete Arbeitstage im Jahr × 24) / 312
  • Wer beispielsweise über das Jahr verteilt an insgesamt 78 Tagen arbeitet, hat Anspruch auf exakt 6 bezahlte Urlaubstage.

Entgeltfortzahlung im Minijob

Während des Urlaubs läuft das Gehalt wie gewohnt weiter (Urlaubsentgelt). Ein Verzicht auf den zustehenden Urlaub ist rechtlich nicht vorgesehen – ein Blick in den Arbeitsvertrag oder das Gespräch mit der Personalabteilung bringt schnell Klarheit über die genaue Anzahl der Urlaubstage. Manchmal kann es passieren, dass die Personalabteilung oder der Chef einfach ein paar Urlaub einbucht, um den gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen – obwohl dieser unter Umständen gar nicht genommen wird.

Der Verzicht auf Urlaub ist aber nicht unbedingt im Sinn des Erfinders und auch arbeitnehmerseitig eine grundsätzliche Überlegung wert. Schließlich wird niemand etwas sagen, wenn man mal ein paar Tage frei nimmt. Korrekte Unternehmen bestehen sogar geradezu darauf, dass man es tut. Auch wenn es in der Praxis leider nicht immer so funktioniert wie in der Theorie.