Zigarettenpreise: Tabaksteuer-Erhöhung 2026: Ab wann soll sie steigen?

ARCHIV - Zigaretten liegen in einer geöffneten Packung (Archivfoto vom 26.07.2005). Die Raucher in Deutschland müssen sich auf höhere Preise für Zigaretten und Tabak einstellen. Marktführer Philip Morris habe eine neue Preisliste an den Großhandel verschickt, mit der die Preise einzelner Produkte ab Juni erhöht werden, teilte eine Sprecherin des Unternehmens am Mittwoch (08.04.2009) in München mit. Foto: Frank Rumpenhorst (zu dpa 0597 vom 08.04.2009) +++ dpa-Bildfunk +++
Frank RumpenhorstDie Bundesregierung plant eine stärkere Erhöhung der Tabaksteuer als bislang vorgesehen. Nach einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND), sollen die höheren Steuersätze schrittweise eingeführt werden. Ziel ist es, zusätzliche Einnahmen für den Bundeshaushalt zu erzielen und gleichzeitig den Gesundheitsschutz zu stärken.
Ab wann soll die Tabaksteuer steigen?
Die geplanten höheren Steuersätze sollen ab dem Jahr 2027 greifen und anschließend bis 2030 jährlich weiter ansteigen. Betroffen sind nicht nur klassische Zigaretten, sondern auch Feinschnitt für selbstgedrehte Zigaretten, Pfeifentabak, Zigarren und Zigarillos. Zudem sollen auch Ersatzprodukte wie Liquids für E-Zigaretten stärker besteuert werden. Bei Liquids ist laut den Plänen eine jährliche Erhöhung des Steueranteils um einen Cent pro Milliliter vorgesehen.
So sollen sich die Zigarettenpreise entwickeln
Nach den aktuellen Plänen soll der durchschnittliche Preis für eine Packung mit 20 Zigaretten schrittweise steigen:
- 2027: 9,10 Euro
- 2028: 9,91 Euro
- 2029: 10,81 Euro
- 2030: 11,78 Euro
Damit läge der Preis im Jahr 2030 bei knapp zwölf Euro pro Packung und rund 40 Cent höher als nach den bisherigen Planungen. Gleichzeitig soll der Tabaksteueranteil von derzeit rund vier Euro auf 6,19 Euro pro Packung steigen.
Warum wird die Tabaksteuer stärker erhöht?
Als Grund wird eine Lücke im Bundeshaushalt genannt. Diese entstand laut den Berichten unter anderem, weil der Steuerzuschuss für die gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen des Gesundheitssparpakets nicht so stark reduziert werden soll wie ursprünglich geplant.
Nach Angaben aus Regierungskreisen dient die geplante Erhöhung jedoch nicht ausschließlich der Haushaltskonsolidierung. Sie solle auch den Schutz der öffentlichen Gesundheit stärken und das Ziel der Bundesregierung unterstützen, die Raucherquote bei Jugendlichen und Erwachsenen zu senken. Zudem hatte eine Expertenkommission im Vorfeld des Gesundheitssparpakets sogar eine noch stärkere Anhebung empfohlen.
Milliarden an zusätzlichen Einnahmen erwartet
Durch die höheren Tabaksteuern rechnet die Bundesregierung mit zusätzlichen Einnahmen. Nach Angaben von tagesschau.de werden für das Jahr 2027 Mehreinnahmen von rund 756 Millionen Euro erwartet, die bis 2030 auf etwa 3,589 Milliarden Euro jährlich anwachsen sollen.
Noch kein endgültiger Beschluss
Die stärkeren Steuererhöhungen gehen aus einer Formulierungshilfe des Bundesfinanzministeriums für die Koalitionsfraktionen hervor. Der Haushaltsentwurf soll nach der Sommerpause im Bundestag beraten und voraussichtlich im Herbst verabschiedet werden. Erst im weiteren Gesetzgebungsverfahren entscheidet sich endgültig, ob die geplanten Änderungen in dieser Form umgesetzt werden.
