Trotz seiner Wahl in den Deutschen Bundestag will der AfD-Politiker Lars Haise seine Ämter als Schorndorfer Stadtrat und als Rems-Murr-Kreisrat behalten.
Trotz seiner Wahl in den Deutschen Bundestag will der Schorndorfer Stadtrat Lars Haise nicht von der Kommunalpolitik lassen. Der über die Landesliste ins Berliner Parlament rutschende AfD-Politiker hat erklärt, weder sein Amt als Stadtrat noch seinen Sitz im Rems-Murr-Kreistag aufgeben zu wollen.
„Viele Entscheidungen, die in Berlin getroffen werden, wirken sich direkt auf die Kommunalpolitik vor Ort aus“, schreibt der auch als Kreisvorsitzender seiner Partei agierende Schorndorfer. Kommunen und Kreise würden von immer mehr Pflichtaufgaben erdrückt, die von Bund und Land nicht auskömmlich gegenfinanziert würden. Deshalb brauche es Stimmen im Bundestag, die diese Probleme klar adressierten. „Die kommunale Verwurzelung, die ich in der Berliner Politik vielfach vermisse, ist mir wertvoll und wichtig“, stellt Haise fest.
Eine Doppelrolle in der Politik ist bei vielen Abgeordneten üblich
Haise, 1989 geboren und beruflich bisher als parlamentarischer Berater der Landtags-AfD aktiv, sitzt unter anderem im Verwaltungsrat der Kreissparkasse Waiblingen und im Aufsichtsrat der Schorndorfer Stadtwerke. Außerdem hat der ehemalige Lokführer weiterhin einen Posten im Fachbeirat für Demokratieförderung und Rechtsextremismusprävention des Rems-Murr-Kreises und im Beirat des Schorndorfer Kulturforums.
In der Praxis dürfte sein Platz in einigen Gremien leer bleiben, wenn in Berlin eine Sitzungswoche anberaumt ist. Allerdings ist es keine Seltenheit, dass in den Bundestag gewählte Abgeordnete auch auf anderen politischen Ebenen aktiv bleiben. So ist Christina Stumpp (CDU), am Wochenende im Wahlkreis Waiblingen direkt gewählt, auch im Stuttgarter Regionalparlament mit Sitz und Stimme vertreten. Bei Landtagsabgeordneten ist es sogar durchaus üblich, dass kommunalpolitische Mandate beibehalten werden. Beispiele aus dem Rems-Murr-Kreis sind etwa Siegfried Lorek (CDU) oder auch seine beiden liberalen Landtagskollegen Julia Goll und Jochen Haussmann.