Fischhändler Matthias Layer Der Forellen-Mann aus Baach: „Die Leute kaufen wie verrückt ein“

Baacher Forellen: Bei Matthias Layer schwimmen sie im Bach. Foto: Gottfried Stoppel
Baacher Forellen: Bei Matthias Layer schwimmen sie im Bach. Foto: Gottfried Stoppel

Die Gastronomie ist dicht, dennoch läuft das Geschäft bei Matthias Layer. Seine Gastronomie nicht, aber die Fische bringt er nun umso besser an Privatkundschaft. Weil diese in der Region wandern geht und dabei schöne Ecken entdeckt. Und Fische.

Böblingen: Kathrin Haasis (kat)

Weinstadt - Im Remstal ist die Welt noch in Ordnung – zumindest für Matthias Layer. Der Fischhändler aus Weinstadt-Baach hat 2020 seinen Umsatz verdoppelt, verrät er im Interview. Das Erfolgsgeheimnis: Qualität und die Lage seines Ladens mitten in einem Ausflugsgebiet.

Herr Layer, wie wirkt sich Corona auf Ihr Geschäft aus?

Wir sind richtig gestärkt durch diese Krise. Vergangenes Jahr haben wir doppelt so viel verdient wie im Jahr zuvor. 2021 geht es gerade so weiter.

Essen die Menschen plötzlich mehr Fische?

Unser Geschäft befindet sich draußen auf dem Land. Es liegt mitten in einem Ausflugsziel. Es ist wunderschön hier, die Leute kommen gern zum Wandern. Wenn sie nicht in Urlaub fahren dürfen und die Gaststätten geschlossen haben, kaufen sie wie verrückt ein. Wir haben richtig Glück. Wir gehören zu den Gewinnern der Krise.

Haben Sie ein schlechtes Gewissen?

Nein, das nicht. Aber mir tun die Gastronomen leid. Mein Nachbar zum Beispiel. Der zieht ein Gesicht wie ein Pferd. Für ihn ist die Pandemie schlimm. Auch kleine Einzelhändler sind richtig gemopst.

Sie haben doch auch ein Lokal.

Ja, aber es ist nicht unser Hauptgeschäft. Wir werden es aufmachen müssen, wenn es wieder losgeht. Mit dem Laden ist das Geld zwar einfacher verdient. Aber nach Corona wird sich der Ansturm auf unser Fischgeschäft wohl wieder verlaufen.

Sind Sie für Ostern gut gewappnet?

Ich habe mich ordentlich eingedeckt. Schon letztes Jahr war es der Wahnsinn an Ostern. Ich habe drei Tonnen Fische geschlachtet, drei Mal so viel wie sonst.

Die Kunden kommen doch nicht nur wegen der Landschaft?

Bei mir schwimmen die Fische in einem Bach, in frischem, sauerstoffreichem Wasser. Wenn sie vom Züchter kommen, sind sie ziemlich fett, weil sie schnell hochgefüttert werden. Schon nach ein paar Tagen im Bach werden Fleisch und Gräten viel fester. Bekannt bin ich auch für meinen geräucherten Fisch. Ich bin Metzgermeister und beherrsche das Handwerk, das macht für die Qualität viel aus.

Sind Ihnen die Fische schon einmal ausgegangen?

Nein, das ist noch nie passiert. Wir hatten allerdings Engpässe. Deshalb will ich nun eine Fischzucht bauen, um in Zukunft gerüstet zu sein. Wer weiß, was noch kommt. Und es ist für die Kunden schöner, wenn ich das ganze Programm biete – und für die Fische, denn beim Transport sterben immer welche.




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