Die geplante LEA in Stuttgart-Weilimdorf sorgt für Diskussionen. Diese Meinungsverschiedenheiten spiegeln sich auch bei den Landtagskandidierenden im betroffenen Wahlkreis III wider.
Es ist beschlossen: 2029 soll in Stuttgart-Weilimdorf eine Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) für Geflüchtete in Betrieb gehen. So hat es das CDU-geführte Migrationsministerium des Landes Ende 2025 entschieden. Die LEA soll 1300 Plätze umfassen und zusätzliche 500 Notplätze bieten. In den folgenden Videos werfen wir einen genaueren Blick auf die verschiedenen Positionen der Landtagskandidierenden der Grünen, CDU, AfD, SPD, FDP und der Linken im Wahlkreis III. Dieser umfasst Botnang, Feuerbach, Mühlhausen (Neugereut), Münster, Stammheim, Weilimdorf und Zuffenhausen.
Oliver Hildenbrand (Die Grünen) ist Befürworter der LEA
Der Grünen-Abgeordnete Oliver Hildenbrand ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender sowie Sprecher für Innen- und Queerpolitik. Er spricht sich aus der humanitären Verantwortung heraus für die LEA aus. Besonders wichtig sind ihm dabei Transparenz und die Einbeziehung der Bürger.
Shajeevan Thavakkumar (CDU) spricht sich gegen die LEA aus
Der Geschäftsführer der CDU Nordwürttemberg Shajeevan Thavakkumar befürchtet eine Überlastung der Infrastruktur sowie eine mögliche Sogwirkung auf weitere Geflüchtete. Daher sieht er die Landeserstaufnahmeeinrichtung in Weilimdorf kritisch und fordert ein umfassendes Sicherheitskonzept.
Andreas Mürter (AfD) ist gegen die LEA
Der AfD-Landtagskandidat Andreas Mürter sorgt sich um mögliche finanzielle und sicherheitsrelevante Risiken. Er vertritt die Meinung, dass sich durch die LEA die Zahl der Geflüchteten in Stuttgart unverhältnismäßig erhöhen würde, da nur 20 Prozent der LEA-Kapazität auf die sonstige Aufnahmequote angerechnet werden würden. Ein Blick in die offiziellen Regelungen zeigt jedoch, dass sich die Stadt nach der LEA-Baugenehmigung auf drei Jahre befristet rund 50 Prozent der LEA-Kapazität anrechnen lassen kann. Erst danach gelten dann die von Mürter genannten 20 Prozent.
Laura Streitbürger (SPD) steht gemeinsam mit ihrer Partei zum Recht auf Asyl
Die LEA sollte aus Sicht der SPD-Kandidatin Laura Streitbürger nicht als klassische Massenunterkunft betrieben werden. Sie hält eine Unterteilung in verschiedene Wohngruppen für Familien und Einzelpersonen für sinnvoller. Sie setzt auf gegenseitiges Verständnis und gemeinsame Begegnungen.
Gabriele Heise (FDP) lehnt die LEA in Weilimdorf ab
Da Erstaufnahmeeinrichtungen für sie eher auf isolierte Liegenschaften wie ehemalige Kasernen gehören, spricht sich FDP-Kandidatin Gabriele Heise gegen die LEA in Weilimdorf aus. Heise kritisiert die bisherige mangelnde Einbeziehung der Bevölkerung und fordert ein Sicherheitskonzept sowie eine Entlastung durch die Schließung anderer Unterkünfte.
Utz Mörbe (Die Linke) befürwortet die LEA
Linken-Kandidat Utz Mörbe setzt sich für eine gezielte und menschenwürdige Unterstützung der Geflüchteten ein. Der Aufenthalt in der LEA soll dabei möglichst kurz sein, sodass die Geflüchteten so schnell wie möglich in Wohnungen untergebracht werden können.