Landtagswahl 2026 So stehen die Chancen der Stuttgarter Landtagskandidaten von SPD und FDP
Am Wochenende haben SPD und FDP ihre Listen für die Landtagswahl im kommenden Jahr aufgestellt. Wo die Kandidaten aus der Landeshauptstadt gelandet sind.
Am Wochenende haben SPD und FDP ihre Listen für die Landtagswahl im kommenden Jahr aufgestellt. Wo die Kandidaten aus der Landeshauptstadt gelandet sind.
Nach CDU, Grünen und AfD haben nun auch SPD und FDP ihre Landeslisten für die Landtagswahl im kommenden Jahr gewählt. Aus Stuttgarter Sicht gab es dabei durchaus Überraschungen: Bei beiden Versammlungen scheiterten Politikerinnen aus der Landeshauptstadt mit ihrem Vorhaben, sich einen der vorderen Plätze zu sichern.
Nach der Wahlrechtsreform 2022 werden erstmals Landeslisten für eine Landtagswahl im Südwesten aufgestellt. Bei der Wahl am 8. März 2026 haben die Bürgerinnen und Bürger eine Zweitstimme, mit der sie eine Partei wählen können – analog zur Bundestagswahl. Die Platzierung auf der Landesliste spielt damit eine wichtige Rolle für Politiker, die keine Aussicht auf ein Direktmandat haben – was bei den Stuttgarter Anwärtern von SPD und FDP allesamt der Fall ist.
Die aussichtsreichste Position bei der SPD hat Katrin Steinhülb-Joos, die am Wochenende in Fellbach mit 91,4 Prozent Zustimmung auf Platz sechs der Landesliste gewählt wurde. Steinhülb-Joos ist seit 2021 Landtagsabgeordnete und tritt als Direktkandidatin im Wahlkreis IV an. Bei der vergangenen Wahl 2021 erhielt sie 13,2 Prozent der Stimmen. Die 59-Jährige ist aktuell die einzige SPD-Abgeordnete aus der Landeshauptstadt und dürfte das wohl auch bleiben.
Denn der Plan der stellvertretenden Verdi-Landesbezirksleiterin Hanna Binder, sich einen Platz unter den ersten zehn zu sichern, schlug fehl. In einer Kampfkandidatur gegen die Landtagsabgeordnete Simone Kirschbaum um den Listenplatz acht erhielt sie nur 14,4 Prozent der Stimmen, letztlich landete sie auf Platz 32. Um in den Landtag einzuziehen, müsste sie schon ihren Wahlkreis Stuttgart I gewinnen – was derzeit allerdings unwahrscheinlich erscheint.
Noch weiter hinten landete Sara Dahme, die auf Listenplatz 54 in den Wahlkampf zieht. Die 41-Jährige ist seit 2024 Stadträtin und tritt im Wahlkreis Stuttgart II an. Die Kandidatin im Wahlkreis III, Laura Streitbürger, wurde auf Platz 62 gewählt. Streitbürger ist Leiterin der Stabsstelle Sozialpolitik beim AWO Bezirksverband Württemberg und erst seit 2024 Mitglied in der SPD.
Bei der FDP wurde der Landtagsabgeordnete Friedrich Haag mit 92 Prozent auf Platz sechs der Landesliste gewählt. Ob er sein Mandat behalten darf, ist damit allerdings nicht sicher. Nur wenn die FDP die Fünf-Prozent-Hürde schafft, kann Haag mit einem Einzug über die Liste rechnen. In der letzten Umfrage von Infratest dimap Mitte Mai lagen die Liberalen bei genau fünf Prozent – es könnte eine Zitterpartie werden.
Haag vertritt den Wahlkreis II. Im Wahlkreis IV tritt Juliane Becker an, die in Pforzheim auf Platz 40 der Landesliste gewählt wurde. Zwei Plätze dahinter rangiert Claudia Schober, die im Wahlkreis I antritt. Beide dürften damit kaum Aussicht auf einen Einzug ins Parlament haben. Die Stuttgarter Regionalrätin Gabriele Heise, die am Sonntag als stellvertretende Landesvorsitzende wiedergewählt wurde, unterlag dagegen schon bei den Vorwahlen sowohl um Platz vier als auch um Platz acht gegen die Leimener Bürgermeisterin Claudia Felden sowie den Landtagsabgeordneten Daniel Karrais. Heise ist nun gar nicht auf der Landesliste vertreten.