Stuttgart 21 auf den Fildern Pfaffensteigtunnel: Finanzierung steht, Bau kann beginnen

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (l.) und DB Infrago-Chef Philipp Nagl unterzeichnen heute die Finanzierungsvereinbarung zum Bau des Pfaffensteigtunnels auf den Fildern. Foto: dpa (2), Christian Milankovic

Mit der Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung besiegeln Bund und Bahn heute den Bau des Pfaffensteigtunnels. Das Milliardenprojekt soll die Gäubahn an den Flughafen anbinden.

Stadtentwicklung/Infrastruktur : Christian Milankovic (mil)

Am Donnerstagnachmittag werden Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und der Vorstandsvorsitzende der DB Infrago, Philipp Nagl, in Berlin die Finanzierungsvereinbarung für den Pfaffensteigtunnel unterzeichnen. Der Bau der mehr als elf Kilometer langen Röhre, die den neuen Fern- und Regionalbahnhof am Flughafen und an der Messe mit der Gäubahnstrecke bei Böblingen verbinden soll, wird die Bahn in den kommenden Wochen beginnen.

 

Mit der symbolischen Unterzeichnung am Donnerstag endet vorerst eine bemerkenswert kurze Planungs- und Genehmigungsphase für ein Großprojekt in Deutschland. Der damalige Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium und heutige Erste Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Steffen Bilger, war erst im Sommer 2020 mit der Idee an die Öffentlichkeit gegangen. In nicht einmal sechs Jahren wurde der Bau geplant,  genehmigt und die Finanzierung der bisher auf 1,69 Milliarden Euro taxierten Kosten sichergestellt.

Der Pfaffensteigtunnel verbindet die Gäubahnstrecke mit dem Flughafenbahnhof. Foto: Yann Lange

Die Baugenehmigung, der sogenannte Planfeststellungsbeschluss, liegt seit Anfang Januar vor, die Finanzierung ist seit entsprechenden Haushaltsbeschlüssen des Bundestags im Herbst vergangenen Jahres geregelt. Die heutige Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung besiegelt das Projekt. Neben dem Pfaffensteigtunnel werden Schnieder und Nagl auch die Finanzierung von weiteren Aus- und Neubauprojekten für die Bahn unterzeichnen.

Lösung für die Gäubahnzüge zum Flughafen

Der Pfaffensteigtunnel beseitigt ein bislang ungelöstes Problem der Stuttgart-21-Planungen. Eines der erklärten und vertraglich fixierten Ziele des Projekts besteht darin, die Gäubahnzüge über den neuen Bahnhof auf den Fildern zu führen. Dazu wurden im Laufe der langen Projekthistorie von Stuttgart21 zahlreiche Varianten geprüft und schließlich wieder verworfen. Ehe der Pfaffensteigtunnel als mögliche Lösung in die Diskussion kam, sollten die Gäubahnzüge die bestehende S-Bahnstrecke zum Flughafen nutzen. Dazu hätte eine neue Verbindungskurve im Wald bei Stuttgart-Rohr sowie ein zusätzliches Gleis in der S-Bahnstation am Flughafen gebaut werden müssen. Der Pfaffensteigtunnel, der wegen seiner Kosten und dem hohen Bauaufwand von Stuttgart-21-Gegnern kritisch beäugt wird, vermeidet das Problem der Nutzung der S-Bahnstrecke durch zusätzliche Züge des Fern- und Regionalverkehrs.

Grundsätzliche Kritik und Befürchtungen entlang der Baustelle

Entlang des geplanten Verlaufs gibt es sowohl in Leinfelden-Echterdingen als auch im Landkreis Böblingen Bedenken wegen der Belastungen während der Bauzeit. Die Bahn geht davon aus, den Tunnel im Jahr 2032 in Betrieb nehmen zu können.

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