Die Grünen-Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat schlägt Alarm. Der „Hauptbahnhof wird immer unerreichbarer“, schreiben die Stadträte und fordern Lösungen für die schwierige Wegeführung am Verkehrsknoten.
Sorge um die Grünflächen im Park
Dass die Wege zwischen Stadt und Gleisen weit sind, ist nichts Neues. Doch dass die Bahn nun auch einen Abschnitt des kürzesten Weges zwischen den Zügen und der Stadtbahn-Haltestelle Staatsgalerie gesperrt hat, ist nach Ansicht der Grünen nicht mehr hinnehmbar. Dies werde „unweigerlich dazu führen, dass künftig die Massen über die Grünflächen im Schlosspark gehen werden“, heißt es in dem Antrag.
Tatsächlich spricht ein sich abzeichnender Trampelpfad auf einer der Wiesen im Schlossgarten dafür, dass die Menschen trotz der Sperrung des parallel dazu verlaufenden Weges versuchen, auf möglichst direktem Weg ihr Ziel zu erreichen. Wenig hilfreich ist, dass auf dem Schild, das die Sperrung anzeigt, auch ein Pfeil zu sehen ist, der genau in Richtung der Grünfläche weist. Betroffen von der aktuellen Sperrung ist eine Rampe, die beim Biergarten beginnt und auf den Weg führt, der die Querung der Baustelle zwischen Planetarium und Ferdinand-Leitner-Steg erlaubt.
Eine Umleitung an der Umleitung
Die Bahn führt witterungsbedingte Gründe für die Sperrung an und erklärt zudem, dass eine barrierefreie Verbindung zum Querbahnsteig auf einem asphaltierten Weg in der Nähe verlaufe. Allerdings hat sie auch dort jüngst eine Baustelle eingerichtet, sodass es entlang der Umleitung eine weitere Umleitung gibt.
Forderung nach kürzeren Wegen
Alles in allem sind das nach Ansicht der Rathaus-Grünen zu viele Zumutungen. „Die jetzt schon bestehenden baustellenbedingten Einschränkungen müssen zwangsweise hingenommen werden. Weitere Verschlechterungen sind jedoch nicht akzeptabel. Die Bahn muss auch technische Spielräume nutzen, um Verbesserungen für den Fußverkehr umzusetzen“, schreiben sie. Ihr Antrag an die Stadtverwaltung enthält einen Forderungskatalog. Die gesperrte Rampe zwischen Biergarten und dem Weg quer durch die Baustelle „wird wieder geöffnet“. Der Steg, der südlich des Bahnhofsgebäudes die Schillerstraße mit den Gleisen verbindet, „wird so schnell wie möglich verlegt, um eine kürzere Wegeverbindung zu den Bahngleisen zu erreichen. Sollte eine Nutzung des Bahnhofsdachs in absehbarer Zeit noch nicht möglich sein, wird der bestehende Weg entsprechend verkürzt.“ Und schließlich fordern die Grünen, dass auf der Bahnhofsnordseite im Bereich der Heilbronner Straße Rad- und Fußverkehr klarer voneinander abgetrennt werden.