Stuttgarter CDU-Kandidat enttäuscht Trotz Wahlsiegs darf Mörseburg nicht nach Berlin: „Max macht’s“ – dann doch nicht

Maximilian Mörseburg hat den Wiedereinzug in den Bundestag deutlich verpasst. Foto: IMAGO/Bihlmayerfotografie

Der CDU-Kreisvorsitzende Maximilian Mörseburg hat den Wahlkreis Stuttgart II klar für sich entschieden. In den Bundestag ziehen aber andere ein. Das neue Wahlrecht hat dem 32-jährigen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

„Max macht’s“ – hatte der Stuttgarter CDU-Bundestagsabgeordnete Maximilian Mörseburg auf seinen Wahlplakaten behauptet. Nun verpasste er aber den Wiedereinzug in den Bundestag – und das, obwohl er den Wahlkreis Stuttgart II wie schon 2021 gewonnen hat. Das neue Wahlrecht hat dem 32-jährigen Kreisvorsitzenden einen Strich durch die Rechnung gemacht.

 

Herr Mörseburg, mit Ihrem Erststimmenergebnis von 30,4 Prozent waren sie weit entfernt, im landesparteiinternen Kampf um das Direktmandat eine Rolle zu spielen. Wie bewerten Sie Ihr Abschneiden?

Als CDU Stuttgart können wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein. Von den Großstadt-Wahlkreisen habe ich wieder das beste Ergebnis und mit grossem Abstand auf die Grünen den Wahlkreis klar gewonnen. In anderen Bundesländern hätte das locker zum Einzug ins Parlament ausgereicht.

Seit wann waren Sie sich sicher, dass es wohl nicht zum Wiedereinzug ins Parlament und damit in die Regierung reichen würde?

Wir konnten schon sehr früh am Abend damit rechnen, dass es bei diesen Zahlen nicht für einen Stuttgarter CDU-Abgeordneten reichen wird.

Ihr Parteichef Friedrich Merz hat angekündigt, das Wahlrecht auf den Prüfstand zu stellen. Welche Argumente würden Sie ihm dafür nennen?

Stuttgart II hat nun gar keinen Abgeordneten mehr in Berlin. Auch die Bürger in unserem Wahlkreis haben aber das Recht, im Bundestag vertreten zu werden. Dieses Wahlrecht ist nicht hinnehmbar.

Wie bewerten Sie das Wahlergebnis aus Sicht des Stuttgarter CDU-Kreisvorsitzenden?

Die CDU ist klar stärkste Kraft in der Stadt. Darüber dürfen wir uns freuen.

Die CDU hat in Stuttgart die vierte Wahl in Folge gewonnen. Warum merkt man in der Stadt nicht, dass sie von den Grünen die Vormachtstellung übernommen haben?

Die Grünen wollten seit langem die gute Stellung der CDU bei den Stuttgarter Bundestagswahlkreisen brechen. Jetzt haben sie es geschafft, nur eben nicht durch einen Wahlsieg, sondern durch eine Änderung des Wahlrechts.

Wie geht es nun mit Ihnen persönlich weiter? Werden Sie wieder als Anwalt tätig?

Wo sich eine Türe schließt, öffnet sich meist eine andere.

Erwägen Sie eine Kandidatur für den Landtag im nächsten Jahr?

Nein.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Stuttgart Friedrich Merz Video