Bundestagswahl Backnang/Gmünd
: CDU gewinnt – doch Inge Gräßle ist unzufrieden

Inge Gräßle holt das Direktmandat für die CDU, dennoch hadert sie ein wenig mit dem Ergebnis ihrer Partei. Zwei weitere Kandidaten im Wahlkreis Backnang/Schwäbisch Gmünd haben beste Chancen auf ein Mandat.
Von
Frank Rodenhausen
Rems Murr Kreis
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Inge Gräßle hat für die CDU wieder das Direktmandat im Wahlkreis Backnang-Schwäbisch-Gmünd geholt.

Frank Rodenhausen

Die Bundestagswahl im Wahlkreis Backnang/Schwäbisch Gmünd ist am Ende ohne große Überraschungen verlaufen. Inge Gräßle holte für die CDU mit 36,6 Prozent die meisten Stimmen. Dennoch zeigt sie sich nach den ersten Hochrechnungen nicht restlos zufrieden: „Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass eine Drei vorne ist“, sagt Gräßle am Sonntagabend nach der ersten Hochrechnung zum Bundesergebnis ihrer Partei. Trotz des insgesamt erfreulichen Abschneidens der CDU sieht sie die politische Mitte ins Wanken geraten: „Ich hoffe inständig, dass es für die FDP und fürs BSW nicht reicht – und wir nur einen Koalitionspartner für die Bildung einer Regierung brauchen.“

Direktmandat kein Automatismus mehr

Ganz sicher ist zwar noch nicht, ob Gräßle ihr Direktmandat behalten darf, da dieses nach dem geänderten Wahlrecht durch den Zweitstimmenanteil gedeckt sein muss. Man kann aber durchaus davon ausgehen, dass es reichen wird, da Gräßle deutlich über dem Bundesschnitt liegt.

Ricarda Langs Mandat ist durch Listenplatz zwei gesichert.

Foto: Gottfried Stoppel

Bereits vor der Wahl stand quasi fest, dass auch Ricarda Lang ihre Karriere als Berufspolitikerin der Grünen fortführen wird – selbst wenn 10,7 Prozent der Erststimmen für die ehemalige Bundesvorsitzende ein enttäuschendes Ergebnis darstellen dürften. Ihr Einzug in den Bundestag ist durch Platz zwei auf der Landesliste dennoch gesichert. „Wir sind zwar wohl die Partei, die von der Ampelkoalition den geringsten Schaden genommen hat, aber natürlich liegen wir weit hinter unseren Ansprüchen“, sagte Lang zum Ergebnis ihrer Partei.

AfD-Zuwachs sorgt für Besorgnis im Wahlkreis Backnang

Ebenfalls wenig überraschend ist der Erfolg des AfD-Landtagsabgeordneten Ruben Rupp. Dank Platz 5 auf der Landesliste darf er wohl sicher den Wechsel von Stuttgart nach Berlin antreten. Besorgniserregend aus Sicht der etablierten Parteien ist jedoch der deutliche Zuwachs der AfD im Wahlkreis. Rupp erreichte 23,4 Prozent der Erststimmen und war in einigen Kommunen, darunter Spiegelberg und Großerlach, sogar stärkster Kandidat – vor der CDU-Frau Gräßle. Sein persönliches Ergebnis deckt sich nahezu mit dem Zweitstimmenanteil der AfD, der bei 23,3 Prozent liegt.

Enttäuschung und unerwartete Erfolge

Für die SPD gab es wenig Grund zur Freude. Auch Tim-Luka Schwab musste am Abend das enttäuschende Abschneiden seiner Partei verdauen. Auch der FDP-Kandidat Ruben Hühnerbein war alles andere als zufrieden. Bereits früh zeichnete sich ab, dass sein Listenplatz nicht ausreichen würde – selbst wenn die FDP noch knapp über die Fünf-Prozent-Hürde kommen sollte. Nina Eisenmann von den Linken darf sich über das unerwartet gute Abschneiden ihrer Partei auf Bundesebene freuen, ihr eigenes lag mit 5,2 Prozent allerdings darunter.

Trotz der unterschiedlichen Emotionen in den Parteizentralen gibt es eine Zahl, die unabhängig von Parteizugehörigkeit als positiv gewertet wird: Die Wahlbeteiligung im Wahlkreis 269 lag am Sonntag bei fast 83,4 Prozent – das zumindest war ein starkes Signal für die Demokratie.

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