Architektur aus Stuttgart
: Bauen für die Ewigkeit - Stuttgarter Architekturbüros für prestigeträchtigen Preis nominiert

Überzeugende Neu- und Umbauten von Wohnhäusern, Büros und Schulen sind unter den neun Nominierten für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur 2026. Gleich zwei Projekte von Stuttgarter Architekten dürfen sich Hoffnungen machen.
Von
Nicole Golombek
Stuttgart
Behnisch Architekten aus Stuttgart sind für ihren Entwurf der Josef-Schwarz-Schule in Heilbronn für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur 2026 nominiert.

Behnisch Architekten aus Stuttgart sind für ihren Entwurf der Josef-Schwarz-Schule in Heilbronn für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur 2026 nominiert.

David Matthiessen/Behnisch Architekten
  • Neun Projekte stehen auf der Shortlist für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur 2026.
  • Zwei Büros aus Stuttgart sind nominiert: Riehle Koeth mit „Zero“ und Behnisch Architekten.
  • „Zero“ überzeugt durch serielle Vorfertigung, flexible Nutzung und sichtbare Holzoberflächen.
  • Die Josef-Schwarz-Schule setzt auf Geothermie, PV, Fernwärme – plus Lowtech und flexible Grundrisse.
  • Preisverleihung ist im Dezember 2026 in Düsseldorf, das Siegerprojekt wird im Herbst verkündet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Langlebig sind Bauten, die so gut gestaltet sind und so gut funktionieren, dass keiner sie abreißen will - Beispiel Fernsehturm, Villa Berg, Stuttgarter Markthalle, Liederhalle, Kölner Dom und so weiter. Wenn beim Erstellen oder Umbauen der Gebäude heute auch noch möglichst wenig klimaschädliches CO2 verbraucht wird und nachwachsende Baustoffe zum Einsatz kommen, umso besser.

Zwei Stuttgarter Architekturbüros im Rennen

Um Bauherrschaften, Architektur- und Ingenieurbüros dazu zu motivieren, sind Förderprogramme und prestigeträchtige Auszeichnungen hilfreich. Zum Beispiel der Deutsche Nachhaltigkeitspreis Architektur. Nominiert werden stets Projekte aus Neu- und Bestandsbauten mit unterschiedlichsten Nutzungsarten - und unter den neun herausragenden Beispiele nachhaltiger Baukunst sind diesmal gleich zwei Beispiele aus Stuttgart.

Zero Bürogebäude in Stuttgart Riehle Koeth Architekturbüro in Stuttgart

„Zero“ - Bürogebäude in Stuttgart Riehle Koeth Architekturbüro in Stuttgart.

Achim Birnbaum

Das bereits vielfach ausgezeichnete Bürogebäude „Zero“ in Stuttgart-Möhrigen von Riehle Koeth aus Stuttgart ist darunter. Jüngst erhielten sie bereits den diesjährigen Holzbaupreis des Landes Baden-Württemberg sowie den internationale „best architects 27 award“ in Gold. „Das Zero ist unsere gebaute Visitenkarte. Das Projekt soll als Prototyp einer Bauweise dienen, die alle Vorteile des seriellen und vorgefertigten Bauens nutzt“, sagt der Architekt Hannes Riehle über das Gebäude.

Riehle Koeth Architekten aus Stuttgart und ihr Bürogebäude

Lobend erwähnt die Jury die serielle Vorfertigung. Sie ermöglichte eine „kurze Bauzeit, hohe Ausführungsqualität und einen weitgehend emissions- und staubarmen Bauablauf“. Das modulare Tragwerk mit stützenfreien Raumtiefen von bis zu zehn Metern gewährleiste zudem eine hohe Nutzungsflexibilität, eine ausgezeichnete Tageslichtversorgung sowie die Möglichkeit einer überwiegend natürlichen Belüftung.

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„Zudem schaffen die sichtbaren Holzoberflächen eine warme Atmosphäre und leisten gleichzeitig einen Beitrag zur CO₂-Speicherung“, so die Jury. Sprich - ein flexibel nutzbares Gebäude kann auch weiterbestehen, wenn die Anforderungen der Nutzer sich ändern, wenn die Atmo stimmt - umso besser.

Das Büro Behnisch aus Stuttgart und sein inspirierender Schulbau

Ebenfalls Hoffnungen auf den Preis machen können sich Behnisch Architekten aus Stuttgart für die Josef-Schwarz-Schule in Heilbronn. In Stuttgart hat das Büro beispielsweise einen Neubau der Waldorfschule entworfen. „Die Nominierung freut uns sehr, denn die Josef-Schwarz-Schule zeigt, dass Nachhaltigkeit im Schulbau weit über technische Lösungen hinausgeht“, sagt Florian Waller, Partner Behnisch Architekturbüro, über die Ehrung. „Für uns ging es darum, eine Schule zu schaffen, mit der sich Kinder und Jugendliche identifizieren können, in der sie sich wohlfühlen und spüren, dass der Ort für sie gemacht ist.“

Die Jury war beeindruckt vom Energiekonzept - es kombiniert Geothermie, Wärmepumpe, Photovoltaik und Fernwärme mit natürlicher Lüftung, Nachtkühlung, Tageslichtnutzung und thermisch aktivierten Lehmdecken. „Langlebige Konstruktionen, flexible Grundrisse und der konsequente Lowtech-Ansatz sichern zudem eine hohe Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus und gewährleisten die langfristige Anpassungsfähigkeit des Gebäudes“, so die Jury.

Außerdem im Rennen ist ein „Haus (fast) ohne Heizung“ in Ingolstadt von Neuburger, Bohnert und Müller Architekten und das Verwalterinnenhaus, Komturei Werben von AADA; AFEA; ammi; patrick holzer; undjurekbrüggen. Beide Projekte sind auch für den DAM-Preis 2027 auf der Shortlist.

Überzeugt hat zudem der Umbau des Kultur- und Kommunikationszentrums naTo in Leipzig (SUMMACUMFEMMER Architekten), der Moabiter Kinderhof Berlin von Kersten Kopp Architekten (Berlin), die Sanierung des 1927 genossenschaftlich erbauten „Gelben Blocks“ in München (zillerplus Architekten und Stadtplaner, München), der Neubau der Feuerwache Kaiserswerth, Düsseldorf (Buddenberg Tauchmann Architekten, Düsseldorf) und das Wohn-Projekt „K10 Cluster Living ReUse“ (ASUNA - atelier für strategische und nachhaltige architektur - Dirk Stenzel) in Leipzig, bei dem Low Tech zum Einsatz kam.

Die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) vergibt die Auszeichnung gemeinsam mit der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis. Die Preisverleihung findet im Dezember 2026 in Düsseldorf statt. Verkündet wird das siegreiche Projekt bereits im Herbst im Rahmen des Forums Nachhaltige Architektur.