Bauen in Stuttgart
: Projekt im Stuttgarter Hallschlag gescheitert – niemand will hier gemeinsam bauen

Die zentrale Anlaufstelle für Baugruppen wird wegen Sparmaßnahmen geschlossen. Und ein Bauplatz in Stuttgart, der exklusiv für eine Baugemeinschaft reserviert war, kann nicht vergeben werden. Woran liegt es?
Von
Nicole Golombek
Stuttgart
Blick von der Karlshöhe, Stadtansicht, Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland, Europa *** View from the Karlshöhe, city view, Stuttgart, Baden Wuerttemberg, Germany, Europe Copyright: imageBROKER/WernerxDieterich ibxwer07137586.jpg  Bitte beachten Sie die gesetzlichen Bestimmungen des deutschen Urheberrechtes hinsichtlich der Namensnennung des Fotografen im direkten Umfeld der Veröffentlichung!

Wohnraum ist knapp und teuer in Stuttgart. Baugruppen, die Grundstücke suchen, um möglichst kostengünstig und gemeinwohlorientiert zu bauen und zu wohnen, können sich beraten lassen - noch.

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  • Stuttgart schließt die Kontaktstelle Buk.S mit Vertragsende im Oktober 2026 – fehlende Mittel.
  • Die Stelle beriet Baugruppen, doch es gibt keine Zahlen zu umgesetzten Projekten.
  • Bauplatz Düsseldorfer Straße 59: zweimal ausgeschrieben, kein Zuschlag für eine Gruppe.
  • Erste Runde mit zwei Bewerbungen scheiterte an Vergabevoraussetzungen, danach keine Bewerbungen.
  • Eine dritte Ausschreibung ist nicht geplant. Über die weitere Nutzung wird intern beraten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Stadt Stuttgart will Wohnraum schaffen. Um Menschen, die gemeinwohlorientiert als Baugemeinschaften Häuser um- oder neu bauen wollen, bei ihren Vorhaben zu unterstützen, hatte der Gemeinderat 2025 die Finanzierung einer Kontaktstelle für zunächst zwei Jahre in Höhe von 600.000 Euro einstimmig beschlossen. Die Landeshauptstadt hat daraufhin gemeinsam mit der Firma stadtblau eine Beratungs- und Koordinationsstelle für gemeinschaftliches Wohnen eingerichtet, Buk.S ist der Name.

Doch weitere Fördergelder wird es wegen der nötigen haushalterischen Einsparungen nicht geben. „Mit Vertragsablauf Ende Oktober 2026 schließt die Kontaktstelle“, teilt die Stadt mit. „Grund dafür ist, dass vom Gemeinderat, vor dem Hintergrund der aktuellen Haushaltslage, keine Mittel zur Weiterführung bereitgestellt wurden.“ Sprich: Kaum etabliert, wird die Beratungsstelle alsbald wieder ihre Türen schließen.

Keine Baugruppe bekam in Stuttgart einen Zuschlag

Wie viele Bauwillige bisher beraten wurden, kann Benjamin Zeeh von BuK.S nicht sagen: „Wir haben leider keine Zahlen über tatsächlich umgesetzte Projekte, dafür war die Zeit der BuK.S mit 14 Monaten bislang zu kurz.“

Allerdings scheint es Beratungsbedarf zu geben. Die Anmeldungen für ein „Zusammen Leben Festival“ im Juni 2026 im Kunstverein Wagenhalle in Stuttgart, bei dem in Seminaren und Infoveranstaltungen konkret Tipps zum Thema Baugruppen gegeben wurden, waren ruckzuck ausgebucht.

Die Realisierung von solchen Vorhaben gestaltet sich komplexer als gedacht, zumindest in der Landeshauptstadt. Vergangenes Jahr im Februar meldete die Stadt, es sei ein Grundstück zu vergeben - an der Düsseldorfer Straße 59 im Hallschlag im Wohnquartier Düsseldorfer-/Bottroper Straße nördlich des Römerkastells „in einem durch Wohnnutzung und eine Kindertagesstätte geprägten Gebiet“, wie die Stadt mitteilt.

Bauplatz in Stuttgart wurde zweimal ausgeschrieben

Das Grundstück, so hießt es, soll nicht an einen Investor gehen, sondern an eine Baugemeinschaft. Auf dem zu vergebenden Grundstück sollte ein Projekt mit etwa 25 Wohnungen (circa 2 400 Quadratmeter Nutz- bzw. Wohnfläche) entstehen. Die Ausschreibungsunterlagen waren im Amtsblatt sowie im Internet zu finden. Informationsveranstaltungen fanden statt. Getan hat sich einiges und doch nichts. Denn keine Gruppe erhielt den Zuschlag.

„Der in der bisherigen Planung für Baugemeinschaften vorgesehene Bauplatz in der Düsseldorfer Straße 59 wurde zweimal öffentlich ausgeschrieben“, teilt jetzt ein Sprecher der Stadt auf Anfrage unserer Redaktion mit. „Bei der ersten Vermarktungsrunde von Januar bis Juni 2025 lagen zwei Bewerbungen von Baugemeinschaften vor. Die Ausschreibung musste jedoch aufgehoben werden, da die in der Ausschreibung enthaltenen Vergabevoraussetzungen nicht erbracht wurden.“

In der zweiten Runde, die von November bis April 2020 dauerte, konnten sich die abgelehnten Bewerber nochmals neu bewerben. Offenbar haben sie entweder etwas anderes gefunden oder aufgegeben. „Nach Ablauf der Frist gingen jedoch keine Bewerbungen ein“, informiert das zuständige Liegenschaftsamt. „Eine weitere und somit dritte öffentliche Vermarktung ist nicht geplant.“

Was nun mit dem Bauplatz passiert? Dies werde derzeit „stadtintern abgestimmt“, teilt die Stadt mit. Ziel sei es, „zeitnah die Umsetzung einer Wohnbebauung zu ermöglichen“.

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