CDU-Wahlparty in Stuttgart
: Ein Sieger, der sich Mut zum Feiern macht

Zurück als stärkste Fraktion im Bundestag: Im Ratskeller hat der Stuttgarter Kreisverband der CDU Grund zur Freude – auch wenn beim Ergebnis Luft nach oben ist.
Von
Andrea Kachelrieß
Stuttgart
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Wer ist dabei beim Regierungswechsel in Berlin? Die Stuttgarter Direktkandidaten Elisabeth Schick-Ebert und Maximilian Mörseburg bei der Wahlparty des CDU-Kreisverbands im Ratskeller

Lichtgut/Leif Piechowski

Bei der letzten Bundestagswahl musste der Stuttgarter Kreisverband der CDU mit seiner Wahlparty umziehen. Weil der Ratskeller Baustelle war, wurde 2021 im Café Felix gefeiert. Doch der Glück verheißende Name wirkte nicht: Die CDU fuhr vor knapp vier Jahren das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte im Bund ein.

An diesem Sonntag steigt die lokale CDU-Party zur Bundestagswahl am angestammten Ort. Und obwohl es zum Feiern runter in den Ratskeller geht, zeigen die Ergebnisse der Umfragen im Vergleich zum Jahr 2021 doch klar nach oben. Eine Extra-Menge an Sekt wurde dennoch nicht kühl gestellt; kurz vor der ersten Prognose ist die Stimmung gedämpft. „Ich sehe es eher pessimistisch, wenn unser Land von drei Koalitionspartnern regiert werden würde“, erklärt ein 46-Jähriger, der erst vor zwei Jahren in die Partei eingetreten ist, seine Zurückhaltung.

Wunsch nach mehr sachlichen Diskussionen

„Alles über 32 Prozent wäre sehr cool“, antwortet Shajeevan Thavakkumar, der Sprecher des CDU-Kreisverbands, auf die Frage, ab wann er in Feierlaune kommt. Vor allem gehe es aber mit Blick auf die Stuttgarter Kandidaten darum, wie das Bundesland abschneidet.

Der ganz große Jubel bleibt folglich aus, als die ersten Balkendiagramme auf der Leinwand aufleuchten. 29 Prozent stehen schließlich auch für die Aussicht auf schwierige Koalitionsverhandlungen. „Ich hätte mir ein bisschen mehr gewünscht“, sagt Barbara Schmidt-Gabriel aus dem Wahlkampf-Team der Direktkandidatin Elisabeth Schick-Ebert, und fügt an: „Wir brauchen eine Regierung, die durchregieren kann.“ Im Wahlkampf war sie überrascht davon, wie wenig informiert und unentschieden viele Menschen waren. „Ich wünsche mir für die Zukunft wieder mehr sachliche Diskussionen, die nicht ideologiegetrieben sind“, hofft sie auf neue Impulse.

Applaus für die Stuttgarter Kandidaten

Viel Applaus gibt es, als die beiden Stuttgarter CDU-Direktkandidaten Max Mörseburg und Elisabeth Schick-Ebert zur Wahlparty stoßen. „Wir haben uns ein, zwei Prozent mehr erhofft“, sagt der Kreisvorsitzende Mörseburg und betont: „Aber eins ist auch klar: Die CDU hat die Bundestagswahl deutlich gewonnen.“ Erspart hätte er sich und seinen Gästen mit einem klareren Ergebnis gern die Abwartesituation, die sich im Lauf des Abends vielleicht nicht auflösen wird. „Das wichtigste ist, dass wir die beiden Stuttgarter Wahlkreise gewinnen, auch wenn wir nicht wissen, ob wir im Bundestag sitzen“, sagt Mörseburg, als sich gegen 20 Uhr für ihn ein deutlicher, für Schick-Ebert ein hauchdünner Vorsprung abzeichnet.

Stuttgarter CDU-Wahlkämpfer

Foto: lg/Leif Piechowski

„Es wird einen Regierungswechsel geben, und der war auch dringend notwendig“, sagt Schick-Ebert und dankt für einen intensiven Wahlkampf: „Wir haben Grund zum Feiern. Wir haben das Beste herausgeholt, ich habe noch nie eine solche Mobilisierung der Partei erlebt. Und jetzt Party!“ Angesprochen fühlen darf sich auch der 15-jährige Konstantin Michael, der mit der Jungen Union den Wahlkampf unterstützt hat. Er ist im dunkelblauen „Team-Merz“-Sweater in den Ratskeller gekommen. Er hat Plakate aufgehängt, am Wahlstand Meinungskonflikte ausgehalten und sagte zu Beginn des Abends: „Für mich ist es ein Erfolg, wenn wir die stärkste Kraft im Bundestag werden und eine rot-rot-grüne Koalition verhindern.“

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