Grüne in Stuttgart für Landtagswahl: Kein Platz für Neulinge: Cem, Muhterem, Oli & Co. treten wieder an

Nimmt das Staatsministerium in den Blick: Cem Özdemir
Lichtgut/Max KovalenkoNach der Wahl ist vor der Wahl, auch wenn der nächste Urnengang in Baden-Württemberg turnusmäßig erst in einem Jahr ansteht. Die Grünen in der Landeshauptstadt wollen ihr Kandidatentableau für die im Frühjahr 2026 erwartete Landtagswahl in der Kreismitgliederversammlung am 13. März finden. Seit Montag blicken von der Homepage des Kreisverbandes für die vier Stuttgarter Wahlkreise je zwei Frauen und zwei Männer hoffnungsfroh in die Zukunft. „Sie kennen mich“, könnte über jeder Kurzbewerbung stehen, denn es handelt sich um Schwergewichte der Bundes- und Landespolitik.
Ein anderer Wahlkreis für Aras kein Thema
Da ist die Landtagspräsidentin Muhterem Aras (59), die in ihrem Wahlkreis Stuttgart I 2021 mit 44,8 Prozent ein Spitzenergebnis einfuhr und die CDU (17,9 Prozent) deklassierte. Sie stehe seit 2016 als erste Landtagspräsidentin für „klare Haltung, klare Worte und klare Kante gegenüber den Feinden der Demokratie“, so Aras. Sie will zum dritten Mal in Folge „das beste Direktwahlergebnis des Landes erzielen“. Auch, um damit die Landesliste zu stärken. Ein Wechsel in den Wahlkreis II (Filder) zugunsten von Cem Özdemir sei kein Thema, so Aras auf Anfrage.
Der Noch-Landwirtschafts- und Bildungsminister Cem Özdemir hat bereits angekündigt, seine Zelte in Berlin abzubrechen. Er will im Filderwahlkreis den Verkehrsminister Winfried Hermann (72) beerben, der nicht mehr antritt. 2021 lag Hermann mit 39,8 Prozent weit vor der CDU-Herausforderin und CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann (21,7 Prozent). Das Feld scheint gut bestellt, auch durch Özdemir selbst, der bei der Bundestagswahl 2021 auf den Fildern 39,9 Prozent holte. Nun wolle er von hier aus „den grünen Weg weitergehen, unserem Land und seinen Menschen dienen – und 2026 in der Nachfolge von Winfried Kretschmann Ministerpräsident von Baden-Württemberg werden“, sagt „Euer Cem“ selbstbewusst den Grünen.
Es geht um den Ministerpräsidenten
Im Wahlkreis Stuttgart III (Nord) will erneut der langjährige Landesvorsitzende (2013–2021) Oliver Hildenbrand (37) antreten. Er ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender, holte vor vier Jahren 33,9 Prozent und verwies damit Reinhard Löffler von der CDU auf Platz zwei. „Gerade jetzt müssen wir schützen und stärken, was uns am Herzen liegt: unsere Demokratie“, so der Sprecher für Innenpolitik.
Im Stuttgarter Osten werden voraussichtlich erneut Plakate von Petra Olschowski hängen. Die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst stellt einen klaren Anspruch: „Es geht für uns darum, wieder die stärkste Regierungsfraktion zu werden und den Ministerpräsidenten zu stellen.“ Olschowski holte vor vier Jahren 35,6 Prozent, auch sie hielt die CDU (21,5) auf Distanz.
„Vier für Stuttgart“, so traten die Wahlkreisabgeordneten seitdem auf. „Jetzt wird daraus ein noch stärkeres Bündnis, wenn es darum geht, dass auch der zukünftige Ministerpräsident aus Stuttgart kommt“, so Olschowski. Der Zusammenhalt ist nötig, denn die Grünen haben laut Sonntagsfrage in Baden-Württemberg einen erheblichen Rückstand zur CDU, sie würden zum Juniorpartner degradiert. Zunächst müssen alle vier Kandidierenden die Nominierung durch den Kreisverband und dann den Landesparteitag am 24. und 25. Mai in Heidenheim meistern. In Stuttgart ist nicht absehbar, dass sich ein Grünen-Mitglied gegen die Schwergewichte stellt.