Internationaler Chor singt in der Pauluskirche
: Tagsüber Brahms proben und abends gemeinsam feiern

An diesem Freitag kommen die Sängerinnen und Sänger des internationalen Projekts C.H.O.I.R. in die Pauluskirche. Junge Menschen aus elf Nationen werden das Brahms-Requiem zur Aufführung bringen.
Von
Armin Friedl
Stuttgart
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Wie im vergangenen Sommer kommen auch in diesem Jahr die jungen Sängerinnen und Sänger des Landeschorprojekts C.H.O.I.R. wieder in die Pauluskirche – an diesem Freitag mit dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms.

Akademie

Angesichts der aktuellen Temperaturen könnte man sich derzeit ein luftigeres Chorstück vorstellen als das Deutsche Requiem von Johannes Brahms. Aber die gut 190 Sängerinnen und Sänger, die sich um die Teilnahme beim diesjährigen internationalen Jugendchortreffen C.H.O.I.R. der Landesmusikakademie in Ochsenhausen bemüht haben, geht es nicht nur um den Spaß. Sie wollen auch etwas lernen fürs Leben. Und was sie gelernt haben, präsentieren sie an diesem Freitag um 19 Uhr in der Pauluskirche im Stuttgarter Westen.

Deutsch lernen zum Singen

„Natürlich machen wir uns viele Gedanken im Vorfeld, welches Werk wir jährlich in den Mittelpunkt stellen und ob das die richtige Wahl ist“, erzählt der Chorleiter Michael Alber. Dieses Mal habe man „dem häufig schon ausgesprochenen Wunsch entsprochen, dass mal ein großes oratorisches Werk der deutschsprachigen Chorliteratur einstudiert wird“, sagt er. Das ist umso bemerkenswerter, da junge Menschen aus elf Nationen teilnehmen, denen die deutsche Sprache fremd ist und in der sie dann auch noch singen müssen. Weltweit betrachtet hat die deutsche Sprache im Gesangswesen nur eine Exotenrolle, die lateinische Sprache ist verbreiteter. Michael Alber ist dafür der Richtige am Dirigentenpult: Von 1993 bis 2012 leitete er den Chor der Oper Stuttgart, führte ihn in jenen Jahren neun Mal zum Titel „Opernchor des Jahres“.

Seit 2012 ist Alber Professor für Chorleitung an der Musikhochschule Trossingen. An den aktuellen Teilnehmern hat er viel Freude: „Alle sind sehr gut vorbereitet und engagiert. Und es inspirierend zu erleben, was diese Musik, was die Proben aus den jungen Menschen machen, auch abends, wenn nach den langen Probentagen gefeiert wird“, so Alber. Allein den Probenbetrieb zu organisieren, ist eine große Aufgabe, ebenso die kleine Konzertreise danach unter anderem nach Stuttgart in die Pauluskirche.

Damit der Chorklang voll zur Geltung kommt, wird auf das übliche große Orchester verzichtet, ein Klavierduo und ein Paukenspieler übernehmen den rein instrumentalen Part. Und mit Christine Wetzel gibt es eine weitere musikalische Leiterin. Denn erstmals werden in diesem Jahr auch drei Uraufführungen eingespielt mit Komponisten aus Polen, Taiwan und Dänemark. Wetzel: „Sie sind inspiriert durch das Hauptwerk der diesjährigen Akademie und greifen die Themen Hoffnung, Trost, Versöhnung und Frieden auf.“

Drei Uraufführungen

Ursprünglich war die Idee von C.H.O.I.R., in Zusammenarbeit mit dem Kunstministerium Sängerinnen und Sänger aus Baden-Württembergs Partnerregionen einzuladen. Doch dies hat sich ausgeweitet: Neben Teilnehmern aus dem asiatischen Raum sind inzwischen zum dritten Mal auch Sängerinnen und Sänger aus der Ukraine dabei.

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