Stuttgarter Ex-Stadträtin verstorben
: Trauer um Iris Ripsam

24 Jahre lang saß Iris Ripsam für die CDU im Stuttgarter Gemeinderat. Die Themen, die ihr besonders am Herzen lagen, waren Bildung und Jugendschutz sowie die Belange der Vertriebenen, denen sie sich in mehreren Funktionen widmete. Jetzt ist sie im Alter von 65 Jahren verstorben.
Von
Jan Sellner
Stuttgart
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Iris Ripsam in ihrer aktiven Zeit als Politikerin

Archiv/Laurence Chaperon

Die Nachricht von ihrem Tod kam zuerst von der Sudetendeutschen Landsmannschaft, der sie sich zeitlebens verbunden fühlte: „Die Sudetendeutsche Landsmannschaft Stuttgart trauert um ihre stellvertretende Kreisobfrau, Iris Ripsam, die am 21. Dezember 2024 im Alter von 65 Jahren verstorben ist“, schrieb der Verband in einer Mitteilung vom Freitag. Dem schloss sich die Union der Vertriebenen und Flüchtlinge Baden-Württemberg umgehend an, deren langjährige Vorsitzende sie war. Verbunden damit war die ausführliche Würdigung der Lebensleistung der Stuttgarter Politikerin, deren Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg das Sudetenland (heute Tschechien) verlassen mussten und in Stuttgart eine neue Existenz bauten. Ihre Eltern sah sie denn auch als „lebendes Beispiel für die gelungene Integration der Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, die nur mit Hilfe und Unterstützung der Menschen hier die Möglichkeit hatten, in der neuen Heimat Fuß zu fassen“.

Ein kurzer Ausflug führte sie in den Bundestag

Der familiäre Hintergrund war für die gebürtige Stuttgarterin prägend. Als 18-Jährige trat sie in die CDU ein, wo sie ihre politische Heimat sah. Die gelernte Finanzwirtin wurde Bezirksgruppenvorsitzende der CDU-Fasanenhof, Mitglied des Landesvorstands der Frauen-Union Baden-Württemberg und des CDU-Kreisvorstands Stuttgart. Dem Stuttgarter Gemeinderat gehörte sie 24 Jahre lang an – von 1999 bis 2023. Von 2008 bis 2009 hatte sie den Fraktionsvorsitz inne. Ein kurzer Ausflug führte sie auch in die Bundespolitik: 2016 rückte sie für Thomas Strobl in den Bundestag nach, als dieser Landesinnenminister wurde. Bis 2017 setzte sie sich auch für die Belange der Heimatvertriebenen ein.

CDU-Fraktionschef Kotz würdigt sie als „super engagierte Persönlichkeit“

Bei ihrer Verabschiedung vor einem Jahr, an der sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr teilnehmen konnte, würdigte OB Frank Nopper sie als eine Kommunalpolitikerin, die sich „mit großem Sachverstand, Fleiß und Herzblut für die Bildungsgerechtigkeit von Kindern und Jugendlichen eingesetzt hat sowie für die Belange von Frauen und Kindern mit Fluchterfahrung oder Migrationshintergrund“. CDU-Fraktionschef Alexander Kotz nannte Ripsam am Freitag eine „super engagierte Persönlichkeit, die die CDU-Gemeinderatsfraktion geprägt hat“. Als langjährige bildungs- und schulpolitische Sprecherin habe sie viel für Jugendliche und den Jugendschutz in Stuttgart geleistet. Nach langer schwerer Krankheit ist die zweifache Mutter jetzt kurz vor Weihnachten verstorben.

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