Umfrage in Stuttgart zur Bundestagswahl 2025
: „Es geht denen doch längst nicht mehr um die Probleme der Menschen“

2025 stehen Neuwahlen in Deutschland an. Wir haben uns in Stuttgart umgehört und wollten wissen: Wem trauen Sie am ehesten zu, Deutschland wieder voranzubringen?
Von
Sandra Hartmann
Stuttgart
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  • Peter Traub schwankt zwischen zwei Parteien. Manuela Forster findet die Entscheidung gerade schwer.

    Sandra Hartmann
  • Der vermeintliche Zehn-Punkte-Plan von Merz wird heftig in der Glühweingruppe diskutiert.

    Sandra Hartmann
  • Die Glühweingruppe hat eine klare Meinung bezüglich der Politik der Ampel-Regierung.

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  • Manuela Forster aus Bietigheim-Bissingen tut sich wie viele schwer mit ihrer Entscheidung.

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  • Peter Traub schwankt zwischen den Grünen und der SPD.

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„Gerade traue ich niemandem richtig zu, dieses Land politisch wieder voranzubringen“, antwortet Cornelia Wintergerst auf die Umfrage unserer Zeitung in der Stuttgarter Innenstadt, wem sie zutrauen, das Land politisch wieder voranzubringen. „Es ist schon frustrierend, weil die Politiker gefühlt nur streiten. Es geht vielen doch nur darum, in die Regierung zu kommen und nicht mehr darum, Probleme zu lösen, damit es dem Land und den Menschen besser geht“, resümiert die Stuttgarterin.

Ähnlich sehen das Mitarbeiter einer Bundesbehörde, die auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt unterwegs sind, jedoch nicht namentlich genannt werden möchten. „Die Politiker sind doch viel zu weit weg von den Problemen des normalen Bürgers“, räsonieren sie. Am ehesten bekomme die wirtschaftlichen Probleme vermutlich der Merz in den Griff, aber wenn der Zehn-Punkte-Plan stimme, der da in den sozialen Medien grassiere, dann sei Merz doch nicht so gut für Deutschland.

Ein Mann aus der Glühweingruppe zeigt diesen vermeintlichen Zehn-Punkte-Plan von Merz auf seinem Smartphone und welche vermeintlichen Gefahren es birgt, wenn man Merz wähle. Quelle? Unbekannt. Ob dieser Zehn-Punkte-Plan wirklich von Merz komme, weiß keiner. Aber derartige Posts in den sozialen Kanälen wie Instagram wirken zumindest medial auf die Leser ein, ihr Kreuz vielleicht doch woanders als bei der CDU zu machen.

„Das ist dieses Mal wirklich schwer“

So richtig weiß denn auch in der Glühweingruppe keiner, wo er sein Kreuz bei der anstehenden Bundestagswahl machen soll. „Mal schauen, wenn der Wahlkampf mal richtig anläuft, wer sich dann am besten dem Volk gegenüber präsentiert“, lautet das Fazit.

„Das ist dieses Mal wirklich schwer“, sagt auch Manuela Forster. „Die Ampel-Parteien haben das schlechteste Potenzial“, findet die gebürtige Stuttgarterin. „Die müssen sich komplett neu beweisen.“ Die SPD macht ihrer Meinung nach den Fehler, noch einmal Olaf Scholz als Kanzlerkandidaten aufzustellen. Mit Boris Pistorius würde die SPD vermutlich besser abschneiden, schätzt die 37-Jährige. Generell hat die Ampel ihrer Meinung nach zu wenig auf das reagiert, was die Bürgerinnen und Bürger bewegt.

„Das ganze Theater der Ampel hat mich genervt“

Auch manch eine Rentnerin ist sich nicht sicher, wer Deutschland politisch voranbringen könnte. Eine 78-Jährige aus Stuttgart, die nicht mit ihrem Namen genannt werden möchte, sagt: „Das ist schwer. Ich war noch nie vor einer Wahl so unschlüssig wie dieses Mal. Das ganze Theater der Ampel hat mich genervt.“ Ihre Freundin, 77 Jahre, stimmt ihr zu und ergänzt: „Am sympathischsten ist mir ja der Habeck, aber ob er’s kann, ist eine andere Frage“, sagt sie schmunzelnd.

Margit und Marlis sind nur kurz zu Besuch in Stuttgart. Aber auch die Schweizerinnen verfolgen das politische Geschehen in Deutschland derzeit genau, denn „das hat ja auch auf uns in der Schweiz Auswirkungen, auch vor allem wirtschaftliche. Ohne die deutschen Kräfte in unseren Kliniken, könnten wir unsere Krankenhäuser gar nicht mehr adäquat betreiben.“

„Am ehesten Habeck und trotzdem SPD“

Peter Traub weiß zwar, in welche Richtung er wählt. So ganz entschieden hat er sich aber dann doch noch nicht: „Am ehesten Habeck und trotz allem SPD“, sagt er und lacht. Habeck mag er wegen seiner Persönlichkeit. Der grüne Wirtschaftsminister habe zwar einiges verbockt, aber unterm Strich auch vieles gut gemacht. Und: „Er kommuniziert besser als Scholz.“ Dieses Mal werde der Stuttgarter vermutlich sein Kreuz dennoch bei der SPD machen, weil er das letzte Mal die Grünen gewählt habe.

Einem 35-Jährigen aus Stuttgart, der im politischen Bereich arbeitet und nicht mit Namen genannt werden möchte, schwant bereits Böses für die anstehende Bundestagswahl: „Wenn Emotionen Wahlen entscheiden, ist das immer schlecht. Leider traut man es aber auch derzeit tatsächlich niemandem so richtig zu.“ Die aktuelle Regierung hat seiner Meinung nach auch dazu beigetragen, dass die Bürgerinnen und Bürger das Vertrauen in die Politik verloren haben, unter anderem durch ihre „instabile Weise“. Er würde auch Friedrich Merz zutrauen, am Ende mit der AfD zu koalieren. Merz als Kanzlerkandidat der CDU schließt dies aktuell völlig aus.

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