Wechsel in der Stuttgarter Gastronomie
: Wie es im Café Stöckle weiter geht

Viele Gerüchte rankten sich zuletzt um das Café Stöckle im Stuttgarter Westen. Jetzt herrscht Klarheit: Die Besitzerin hat das Lokal verkauft. Das klingt für viele nach einer schlechten Nachricht. Erst einmal.
Von
Kathrin Haasis
Stuttgart
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  • Unverwechselbar: das Café Stöckle im Stuttgarter Westen

    privat
  • Das neue Logo des Cafés – mit dem Zusatz des neuen Besitzers

    Café Stöckle
  • Carmen Gaukler arbeitet seit 35 Jahren im Café Stöckle.

    privat
  • Einzigartig und individuell findet Carmen Gaukler ihr Café.

    Café Stöckle
  • Angenehm grün: teilweise wurde frisch gestrichen.

    Café Stöckle
  • Ein Markenzeichen des Cafés: schöne Dekoration

    Café Stöckle
  • Im Jahr 2018 stellt sich Carmen Gaukler vor ihr Lokal.

    Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth/Lichtgut/Achim Zweygarth
  • Ein Bild aus dem Archiv: das Café liegt idyllisch mitten im Westen an der Johannesstraße.

    Christian Hass Fotodesign Kremmlerstrasse64 70597 Stuttgart Germany/CHRISTIAN HASS STUTTGART
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Carmen Gaukler hat die wildesten Geschichten gehört. Am besten gefiel ihr, dass sie angeblich nach Bali auswandern wolle. „Das wäre natürlich auch schön gewesen“, sagt die 55-Jährige und lacht. Aber sie hat eine viel bessere Lösung gefunden – und ihr Café Stöckle verkauft. Das klingt für viele Bewohner des Westens erst einmal nach einer schlechten Nachricht. Carmen Gaukler kann ihre Stammgäste jedoch beruhigen, denn im Prinzip bleibt in dem Lokal alles beim alten. Sie führt weiterhin die Geschäfte, das gleiche Personal wird weiter beschäftigt, nur die Immobilie gehört ihr nicht mehr. „Aus finanziellen und familiären Gründen war der Schritt notwendig“, erklärt sie.

Die Chefin ist dankbar für die Lösung

Der neue Besitzer des Cafés will ihren Angaben zufolge nicht groß in Erscheinung treten. Café Stöckle by Frecla heißt es jetzt, der Zusatz ist eine Abkürzung aus den Vornamen der beiden Kinder des Investors, der ein Bauunternehmen und weitere Lokale besitzt. Frisch gestrichen wurden seither der vordere und der mittlere Raum, zwischen Weihnachten und Neujahr folgt der Rest. Seine Bedingung für den Kauf war, dass Carmen Gaukler Geschäftsführerin bleibt. „Ohne mich ist das Stöckle nicht das Stöckle“, sagt sie. Im Jahr 1979 haben ihre Eltern das Café übernommen, das schätzungsweise seit mehr als 125 Jahren besteht. Die Tochter stieg vor 35 Jahren in den Betrieb ein, arbeitete nach Weggang ihrer Mutter zunächst mit ihrem Vater Kurt Zimmermann zusammen und schließlich alleine. „Ich bin sehr dankbar für die Lösung“, sagt sie, „für mich ist der Laden wie mein Baby.“

Maultaschen und Kartoffelsalat sind der Verkaufsschlager

Zusätzlich zu alten Belastungen hat die Corona-Pandemie ein Loch in ihre Kasse gerissen. Seit der Druck abgefallen ist, hat Carmen Gaukler „wieder Lust“ auf ihr Café. Sie liebe die Individualität und die Einzigartigkeit des Lokals und die Kundschaft, „die wertschätzt, was wir machen“. Sie würden spüren, dass in Küche und Konditorei handwerklich gearbeitet werde. Die hausgemachten Maultaschen und der Kartoffelsalat sind der Verkaufsschlager, Wiener Schnitzel und Gänseteller weitere Klassiker. Bei den Torten und Kuchen seien die Geschmäcker unterschiedlich, aber der Orangen-Schmand-Kuchen und die Stöckle Spezial-Torte mit Nugat und Baiser kommen immer gut an. Die Gäste seien zu 90 Prozent Stammkunden und Carmen Gaukler hatte bei manchen das Gefühl, dass „eine Welt zusammengebrochen wäre, wenn es das Stöckle nicht mehr gäbe“. Nun können die abends wieder länger sitzen bleiben, weil die Öffnungszeiten verlängert wurden.

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