Loop Tour
: Wird Ed Sheerans Tour jetzt abgesagt?

Sämtliche Support-Acts sowie die Begleitband sind abgesprungen. Deshalb stellt sich die Frage, ob die „Loop Tour“ überhaupt wie geplant weitergehen kann.
Von
Katrin Jokic
Berlin
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Ed Sheeran: ARCHIV - 04.05.2024, USA, Miami Gardens: Sänger Ed Sheeran tritt vor dem Qualifying für den Großen Preis von Miami auf dem Miami International Autodrome auf, Samstag, 4. Mai 2024, in Miami Gardens, Florida (AP Photo/Wilfredo Lee). (zu dpa: «Ed Sheeran verliert nach Macklemore-Aus weitere Support-Acts») Foto: Wilfredo Lee/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Sänger Ed Sheeran bei einem Auftritt vor dem Qualifying für den Großen Preis von Miami auf dem Miami International Autodrome. (Archivbild)

Wilfredo Lee/AP/dpa

Innerhalb weniger Tage ist aus einem Streit um einen Support-Act eine handfeste Krise für Ed Sheerans „Loop Tour“ geworden. Erst wurde Macklemore nach seinen „Free Palestine“-Äußerungen aus dem weiteren Vorprogramm genommen, anschließend erklärten Aaron Rowe, Lukas Graham, Finneas und die irische Band Beoga ihren Rückzug.

Damit steht Sheeran plötzlich ohne jene Musiker da, die für die kommenden Tourabschnitte vorgesehen waren. Finneas sollte ihn bei sechs Konzerten in Südamerika begleiten, Aaron Rowe und Lukas Graham bei den noch ausstehenden US-Terminen. Beoga war darüber hinaus nicht nur Vorband, sondern spielte während Sheerans eigener Show mehrere Songs gemeinsam mit ihm.

Die naheliegende Frage lautet deshalb: Kann diese Tour überhaupt noch stattfinden?

Bislang ist kein Konzert abgesagt

Zunächst das Wichtigste: Eine Absage der Tour ist aktuell nicht angekündigt.

Das nächste Konzert soll bereits am Samstag, dem 19. September, im Lincoln Financial Field in Philadelphia stattfinden. Das Stadion führt den Auftritt weiterhin in seinem aktuellen Veranstaltungskalender und bietet weiterhin Tickets an.

Auch bei Ticketmaster wird das Philadelphia-Konzert weiterhin für den 19. September geführt. Allerdings sind dort noch Lukas Graham und Aaron Rowe als Teil des Line-ups angegeben – obwohl beide inzwischen öffentlich erklärt haben, nicht mehr teilnehmen zu wollen. Die Veranstaltungsseiten sind bei den Support-Acts also offenbar noch nicht vollständig aktualisiert.

Ein offizielles Statement dazu, mit welchem Programm das Konzert nun stattfinden soll, gibt es bislang nicht.

Eigentlich wollte Sheeran die Tour unbedingt fortsetzen

Gegen eine komplette Absage spricht vor allem Sheerans eigene Stellungnahme vom Dienstag.

Darin erklärte der Sänger ausdrücklich, warum er trotz des Konflikts um Macklemore weitermachen wolle. Er werde weder die Fans enttäuschen, die Reisen und Tickets organisiert hätten, noch die Crew und andere Musiker im Stich lassen, deren Lebensunterhalt von der Tour abhänge.

Ausgerechnet dieser Teil seines Statements wurde allerdings nur wenige Stunden später komplizierter: Die von Sheeran erwähnten Support-Acts und Musiker entschieden anschließend selbst, die Tour zu verlassen.

Das ändert jedoch nichts daran, dass Sheeran als Headliner grundsätzlich auch ohne klassische Vorband auftreten kann. Zudem besteht ein großer Teil seiner Show ohnehin aus Solo-Auftritten. Beoga war bei mehreren Songs Teil des Sets, nicht aber während des gesamten Konzerts.

Das größere Problem ist inzwischen nicht die Musik

Organisatorisch dürfte es möglich sein, innerhalb weniger Tage Ersatz zu finden, die Show zu verkürzen oder ganz ohne Support-Act aufzutreten. Das deutlich schwerer kalkulierbare Problem ist die öffentliche Dynamik rund um die Tour.

Macklemores Ausschluss hat inzwischen eine Kettenreaktion ausgelöst. Aaron Rowe und Lukas Graham sollten ursprünglich gerade bei den noch ausstehenden US-Terminen spielen. Beide sagten ab. Beoga zog sich ebenfalls zurück. Finneas wiederum stieg aus den späteren Südamerika-Terminen aus.

Damit reicht die Auseinandersetzung inzwischen weit über jene US-Stadien hinaus, in denen es ursprünglich Widerstand gegen Macklemores Auftritte gegeben hatte.

Ausgerechnet die Stadien sprechen derzeit eher gegen eine Absage

Interessanterweise war die drohende Absage von Konzerten ursprünglich genau der Grund, weshalb Macklemore aus der Tour genommen wurde.

Sheeran erklärte, mehrere kommende Veranstaltungsorte hätten ihm mitgeteilt, ihre Shows würden nicht stattfinden, solange Macklemore weiterhin als Support dabei sei. Er habe versucht, mit den Verantwortlichen eine Lösung zu finden, letztlich seien die Entscheidungen der Venues und des Veranstalters aber endgültig gewesen.

Der Tourveranstalter Messina Touring Group bestätigte ebenfalls, dass mehrere Spielstätten Macklemore nicht akzeptieren würden.

Die Veranstaltungsorte haben nach bisherigem Stand keinen Anlass genannt, Sheerans eigene Konzerte abzusagen.

Wahrscheinlicher wäre zunächst eine Tour ohne Vorprogramm

Sollte sich an der Lage nichts weiter ändern, erscheint deshalb ein anderes Szenario naheliegender als die komplette Absage der „Loop Tour“: Sheeran spielt weiter – aber mit kurzfristig verändertem Programm.

Denkbar wären neue Support-Acts, einzelne Konzerte ohne Vorband oder Anpassungen innerhalb von Sheerans eigener Show. Welche Lösung tatsächlich gewählt wird, ist bislang nicht bekannt.

Die kommenden Tage dürften entscheidend sein. Das Philadelphia-Konzert liegt nur wenige Tage entfernt. Findet es wie geplant statt, wäre das ein deutliches Signal dafür, dass Sheeran und sein Veranstalter die Tour auch ohne das ursprüngliche Line-up fortsetzen wollen.

Sollte dagegen auch dieses Konzert kurzfristig verschoben oder abgesagt werden, wäre die Situation eine völlig andere.

Stand jetzt gibt es dafür jedoch keine Ankündigung. Die „Loop Tour“ ist nicht abgesagt – sie hat innerhalb weniger Tage nur praktisch ihr komplettes bisher geplantes Begleitprogramm verloren.