Personalausweis: Diese Änderung könnte Zeit sparen

Der Personalausweis könnte möglicherweise bald ohne Adresse auskommen.
Zacharie Scheurer/dpa-mag/dpaEin Umzug bringt einiges an Papierkram mit sich. Neben der Anmeldung am neuen Wohnort muss auch die Adresse auf dem Personalausweis aktualisiert werden. Dafür wird bislang ein Aufkleber mit der neuen Anschrift auf der Rückseite der Karte angebracht. Künftig könnte dieser Schritt überflüssig werden.
Denn das Bundesinnenministerium arbeitet an einer neuen Generation des Personalausweises. Dabei wird auch geprüft, ob die Wohnanschrift überhaupt noch auf der Karte stehen muss. Das geht aus einer Antwort des Ministeriums auf Anfrage unserer Redaktion hervor.
Personalausweis: Adresse könnte künftig wegfallen
Die Überlegungen betreffen eine Angabe, die bislang auf jedem regulären Personalausweis zu finden ist: die Wohnanschrift. Ändert sich diese, muss auch das Dokument aktualisiert werden. Wer dafür nicht die elektronische Wohnsitzanmeldung nutzt, erledigt die Änderung bislang üblicherweise beim Bürgeramt.
Das könnte sich ändern. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wird derzeit sowohl über einen Wegfall des Adressfelds als auch über die Abschaffung des Änderungsaufklebers nachgedacht.
Hintergrund ist die zunehmende Digitalisierung von Verwaltungsleistungen. Viele Vorgänge des täglichen Lebens ließen sich bereits online erledigen, erklärt das Ministerium. Eine aufgedruckte Wohnanschrift sei dafür nicht zwingend notwendig.
Für Bürger könnte das bedeuten, dass sie sich künftig nicht mehr um eine sichtbare Aktualisierung ihrer Adresse auf dem Personalausweis kümmern müssten.
Umzug: Was bereits heute ohne Bürgeramt funktioniert
Schon jetzt gibt es eine Möglichkeit, den Wohnsitzwechsel ohne persönlichen Behördentermin zu erledigen. Über die elektronische Wohnsitzanmeldung können Bürger ihren neuen Wohnsitz online anmelden, sofern ihre Kommune den Dienst anbietet und die Voraussetzungen erfüllt sind.
Dafür benötigen sie unter anderem einen Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion, die dazugehörige PIN und die AusweisApp. Nach erfolgreicher Anmeldung lassen sich auch die im Chip des Ausweises gespeicherten Adressdaten digital aktualisieren.
Der Aufkleber mit der neuen Anschrift wird anschließend per Post verschickt und kann selbst auf dem Ausweis angebracht werden.
Genau diesen letzten Schritt könnte die neue Ausweisgeneration überflüssig machen. Fällt die aufgedruckte Anschrift weg, wäre auch kein entsprechender Aufkleber mehr erforderlich.
Bundesregierung prüft weitere Vereinfachungen
Das Bundesinnenministerium sieht darin auch eine Möglichkeit, Verwaltungsabläufe zu vereinfachen. Bei der Entwicklung des neuen Personalausweises würden deshalb nicht nur die Angaben auf der Karte, sondern auch die Prozesse bei der Ausstellung und Aktualisierung untersucht.
Ziel sei es, Entlastungspotenziale für die Verwaltung und Vereinfachungen für Bürger zu identifizieren.
Allerdings gibt es noch offene Fragen. So dient der Personalausweis in manchen Situationen auch als Nachweis der aktuellen Wohnanschrift. Wenn diese künftig nicht mehr sichtbar ist, müssten andere Lösungen zur Verfügung stehen.
Das Ministerium prüft daher Möglichkeiten, solche Nachweise möglichst einfach und barrierearm digital zu erbringen.
Wann kommt der neue Personalausweis?
Bis zu einer möglichen Umstellung dürfte es noch dauern. Das Entwicklungsprojekt für eine neue Generation von Personalausweisen läuft nach Angaben des Bundesinnenministeriums bis Ende 2027. Derzeit befindet es sich in einer ergebnisoffenen Prüfphase.
Eine endgültige Entscheidung über den Wegfall der Wohnanschrift oder des Änderungsaufklebers ist bislang nicht getroffen worden. Auch ein Termin für die Einführung einer neuen Ausweisgeneration steht damit noch nicht fest.
Fest steht hingegen: Die gesetzliche Meldepflicht bleibt von diesen Überlegungen zunächst unberührt. Wer innerhalb Deutschlands umzieht, muss seinen neuen Wohnsitz grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug anmelden.
Ob dafür ein Besuch im Bürgeramt erforderlich ist, hängt bereits heute von den verfügbaren digitalen Angeboten und den persönlichen Voraussetzungen ab. Die geplanten Änderungen könnten vor allem den Umgang mit dem Personalausweis nach einem Umzug weiter vereinfachen.
